Hamburg Towers gewinnen Spiel gegen Tabellennachbarn

Hamburg Towers

Mit 79:59 gewinnen die Hamburg Towers ihr Heimspiel gegen die Uni Baskets Paderborn. Den deutlichen Sieg verdiente sich Hamburg in der ersten Spielhälfte. Anders als zuletzt zu oft gelang es dem Team, den Gegner im weiteren Spielverlauf nicht wieder ins Spiel finden zu lassen.

Mit den Uni Baskets Paderborn empfingen die Hamburg Towers am Samstag ihren direkten Tabellennachbarn. Mit den Plätzen zehn (Paderborn) und elf (Hamburg) befinden sich beide Teams dabei im Niemandsland der Tabelle. Ein Sieg gibt Hoffnung, dieses noch in Richtung Playoffs zu verlassen, eine Niederlage droht den Weg Richtung Abstiegskampf zu deuten.

Und so beginnen beide Teams nervös. Die Gäste machen schnell die ersten beiden Punkte, doch dann gelingt beiden Teams lange vorne nichts. Erst nach fast vier gespielten Minuten erzielen die Towers ihre ersten Punkte. Anthony Canty findet den freistehenden Kapitän Robert Ferguson, der für drei zum Stand von 3:4 einnetzt. Es dauert weitere vier Minuten, bis Hamburg erstmals in Führung geht. Center Justin Raffington setzt sich unter dem Korb durch und stellt den Spielstand auf 9:8. Im ersten Viertel ist es aber vor allem Robert Ferguson, der für die Punkte für Hamburg sorgt. Das Viertel endet mit 16:11 – zehn Punkte der Towers gehen dabei auf das Konto ihres Kapitäns.

Und der macht im zweiten Viertel direkt weiter mit dem Punkte machen. Kurz zuvor besorgt bereits Enosch Wolf zwei Zähler und garantiert so einen guten Start des Heimteams. Und auch im weiteren Verlauf des Viertels läuft es vorne bei Hamburg und das nicht selten über Ferguson. Insgesamt etwas über 16 Minuten in der Partie sind gespielt, da steht es 34:19 für Hamburg. Doch die 3.384 Fans in der Halle wissen, dass gerade hier auch hohe Führungen keine Garantie für einen Sieg sind.

Ferguson wird zum Punktegarant

Und doch scheint die Führung den Towers Selbstvertrauen zu geben. Ferguson, Canty und Camphor treffen souverän von der Drei-Punkte-Linie. Paderborn andererseits findet kein Konzept gegen die Towers-Defensive. Zwölf Sekunden vor der Halbzeit sorgt Lars Kamp von der Freiwurflinie für eine 20-Punkte-Führung. Genauer: Für eine 21-Punkte-Führung. Und mit der geht es auch in die Pause: 46:25. Robert Ferguson hat zu diesem Zeitpunkt bereits 20 Punkte gemacht, versenkte vier von fünf Dreiern. Insgesamt kommen die Towers hier auf eine Quote von 67 Prozent, während Paderborn nur einen seiner neun Versuche für drei Punkte in den Korb brachte.

Kapitän Robert Ferguson wurde mit 24 Punkten Topscorer.

Nach der Pause kommt Paderborn besser ins Spiel, kann aber nicht auf eine Schwächephase des Heimteams bauen. Hoffnung kann den Gästen lediglich machen, dass sie nun vorne besser im Spiel sind und sich in das Spiel der Towers kleine Fehler einschleichen. Außerdem finden die Hamburger ihren bis hierhin so starken Kapitän nicht mehr so häufig. Mit 18:20 geht ein weitestgehend ausgeglichenes Viertel an die Gäste, die damit den Spielstand aber nur minimal zu ihren Gunsten verbessern können.

Lassen sich die Towers dieses Mal die Butter nicht wieder vom Brot nehmen? Justin Raffington gibt direkt zu Beginn der Schlussviertels eine klare Ansage und verwandelt einen Alley oop als Slam Dunk. Der Spielzug, den die Towers schon mehrfach diese Saison zeigten, hatten das Trainer und der Team in der Pause bereits abgesprochen, verriet Coach Hamed Attarbashi nach dem Spiel. Doch ein Spielzug allein reicht natürlich nicht. Und so legten seine Teamkollegen nach. Etwas mehr als zwei Minuten sind im letzten Viertel gespielt, da sind die Towers mit 70:45 satte 25 Punkte in Führung.

Leon Bahner kehrt zurück

Doch zwei weitere Minuten später haben die Gäste den Spielstand auf immerhin 72:54 verkürzt. Aber Paderborn läuft langsam die Zeit davon, denn vier Minuten vor dem Ende führen die Towes weiter mit 19 Punkten. Wie oft in der Schlussphase übernimmt nun bei den Towers Point Guard Anthony Canty die Initiative.

Zweieinhalb Minuten vor dem Ende führen die Towers weiter deutlich und Trainer Hamed Attarbashi sorgt für weiteren Grund zur Freude, indem er Leon Bahner einwechselt. Der Center kehrt somit nach langer Verletzungspause zurück ins Spielgeschehen. Groß in dieses eingreifen muss er jedoch nicht mehr, denn das Spiel ist gelaufen. Nach einem Fehlpass ist es der Paderborner Chase Adams, der den Schlusspunkt setzt. Dennoch bleibt sein Team mit zwanzig Punkten im Hintertreffen. Endstand: 79:59. Kurz darauf dürfen die Fans mit den Spielern ein verdientes „Ufta“ tanzen, zu dem Roderick Camphor die Halle animieren darf.

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„Das war für uns ein ganz wichtiger Sieg mit Hinblick auf die Tabelle“, sagte Trainer Hamed Attarbashi nach dem Spiel. Seine Mannschaft habe gut gespielt, vor allem unter dem Korb, wo man das Rebound-Duell mit 47:28 deutlich für sich entschied: „Wir haben unfassbar gut gereboundet.“ Doch auch der Ball sei gut gelaufen, so dass die richtigen Leute zu Wurfsituationen gekommen seien. Trotzdem brauche man auch etwas Glück, dass die Bälle wirklich rein gehen. In der Vorwoche in Hanau habe genau das nicht geklappt. Der mit 24 Punkten Topscorer des Paderborn-Spiels, Robert Ferguson, habe dort so frei gestanden „der hätte noch Zuhause anrufen können und Pizza bestellen können“, habe aber dennoch nicht getroffen.

Blick wieder Richtung Playoffs

Robert Ferguson selbst und sein Kollege Roderick Camphor betonten nach der Begegnung, dass es noch andere Grund als nur Glück für die bessere Trefferquote gebe: Nach dem Spiel in Hanau habe jeder mehr trainiert, als sonst, da man die schlechte Trefferquote nicht auf sich sitzen lassen wollte. Die Heim-Atmosphäre habe ihr übriges getan: „Zuhause ist man sicherer“, meint Roderick Camphor. Robert Ferguson lobte auch die Fans: „Die geben uns eine Menge Selbstvertrauen.“

Nun wollen alle den Blick wieder nach oben richten und noch einen Angriff auf die Playoffs nehmen. Die nächste Etappe dafür ist das Spiel in Nürnberg. Kurz vor dem Jahreswechsel verlor man das Hinspiel trotz 23-Punkte Führung noch mit einem Punkt in der Schlussphase. „Das hat glaube ich alle Spieler gewurmt, das werden wir persönlich nehmen“, kündigt Trainer Hamed Attarbashi eine extra Portion Motivation an.

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Über

Andreas kam 2010 zwei Monate für ein Praktikum nach Hamburg. Im Sommer 2012 kehrte er nach abgeschlossenem Studium zurück, um hier als Journalist zu arbeiten. Twitter: @youdazandreasgriess.de Redaktionsleiter von Elbmelancholie

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