Neue Zeitungen und neue Mauern

Bild: Andreas Grieß
Wochenrückblicke

Donald Trump. Irgendwie ist derzeit alles Donald Trump. Der neue US-Präsident überschattet alles. Mit seinen Entscheidungen wie dem Mauerbau zu Mexiko oder dem Einreisestopp für Personen aus sieben Ländern bestimmt der neue mächtige Mann auch in Hamburg die Gespräche. Und just am Wochenende, im Telefonat mit Angela Merkel, nahm Trump dann wie wir lesen dürfen auch offiziell die Einladung nach Hamburg an – zum G20-Gipfel im Sommer. Die Freude ist uns Hamburgern bereits ins Gesicht geschrieben. „It’s gonna be great!“ Proteste sind vorprogrammiert. Sie werden „tremendous“ sein, denke ich. Da kommt direkt in mehrfacher Hinsicht etwas auf uns zu.

Auch die nationale Politik überschattete in dieser Woche andere Themen. Martin Schulz wird SPD-Kanzlerkandidat und damit auch offiziell nicht Olaf Scholz. Den hielt zwar keiner wirklich für noch realistisch, aber bei der SPD weiß man ja nie, wie diese Woche andererseits ja auch bewiesen hat.

So ein bisschen was passierte in Hamburg aber dann doch. Die Hafenverwaltung und der Terminalbetreiber Hansaport legten ihren nun schon seit Jahren andauernden Streit über Hafenschlick bei. Laut dem NDR will die Hamburg Port Authority die Zufahrt und das Hafenbecken zukünftig rechtzeitig ausbaggern. Das sei bislang nicht ausreichend geschehen, behauptet Hansaport. Auf Drängen der Wirtschaftsbehörde gab es nun eine gütliche Einigung, ohne dass ein Gericht entscheiden muss. Wie die Vereinbarung im Detail aussieht, behalten beide Parteien jedoch für sich.

Nicht für sich behielt die Regierungskoalition in Hamburg ihren Plan, Hamburg künftig ein wenig leuchten zu lassen. Konkret geht es um die Radwege in unserer Stadt. Die werden ja aktuell zunehmend auf die Straße verlegt. Im Bereich vielbefahrener Kreuzungen sollen sie künftig mit einer speziellen Farbe gestrichen werden, die im Dunklen leuchtet. Ich sing schon mal leise „I wear my sunglasses at night.“

Sportlich waren in Hamburg am Wochenende in der Leichtathletik-Halle die Deutschen Hallen-Mehrkampfmeisterschaften der Leichtathleten zu sehen. Leider gab es keine lokalen Athleten unter den Teilnehmern, auch das Zuschauerinteresse war überschaubar. Eine Halle weiter fanden sich am Samstag knapp 2.800 Fans ein. Sie konnten mitverfolgen, wie der Handball-Sportverein Hamburg in der dritten Liga weiterhin zuhause ungeschlagen blieb. Mit 29:21 setzte sich das Team gegen den Oranienburger HC durch.

Für den anderen HSV, die Fußballer, lief es am selben Tag weniger gut. Mit 3:1 unterlag man Ingolstadt und fällt in der Tabelle hinter die Schanzer zurück auf Platz 17. Weiter Tabellenletzter ist der FC St. Pauli. Er verlor Zuhause gegen den VfB Stuttgart mit 0:1. Und die Basketballer der Hamburg Towers unterlagen mit 64:51 in Hanau.

Am Dienstag machte eine Meldung aus dem Bereich der Medien die Runde. Demnach gibt es in Hamburg künftig eine neue Tageszeitung. Sie soll ab dem 6. Februar für 70 Cent mit einer Auflage von 50.000 Exemplaren in den Handel kommen. Ob es wirklich eine unabhängige Zeitung wird, ist aber fraglich. Hinter dem Projekt steht kein Verlag und auch keine Gruppe unabhängiger Journalisten, sondern der Energieanbieter Care Energy. Der Arbeitstitel der neuen Zeitung lautet übrigens ganz kreativ „Morgenblatt“. Für das vollständige Zeitungsquartett fehlt uns künftig also nur noch eine Abendpost.

Wir wünschen jedenfalls einen guten Start in die neue Woche!

Über

Andreas kam 2010 zwei Monate für ein Praktikum nach Hamburg. Im Sommer 2012 kehrte er nach abgeschlossenem Studium zurück, um hier als Journalist zu arbeiten. Twitter: @youdazandreasgriess.de Redaktionsleiter von Elbmelancholie

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