29:21 – Hamburgs Handballer bauen Heimsiegserie aus

Bilder: Andreas Grieß
HSV Hamburg

Mit 29:21 gewinnt der Handball-Sportverein Hamburg sein Heimspiel gegen den Oranienburger HC. Damit bleiben die Jungs von Trainer Jens Häusler Zuhause weiter ungeschlagen. Der fand nach dem Wort ungewohnt positive Worte.

Am letzten Januarwochenende bestritt der HSV erstmals seit dem 11. Dezember wieder ein Spiel in der Sporthalle Hamburg. 2.781 Zuschauer nahmen den Weg nach Alsterdorf. Zuletzt spielten Hamburgs Handballer am zweiten Weihnachtstag vor heimischen Publikum – vor Rekordkulisse in der Barclaycard Arena. Doch auch zurück im Alltag bewies das Hamburger Publikum, dass es für die dritte Liga alles andere als alltäglich ist.

Von lauter Anfeuerung getragen, bemühte sich der HSV direkt, die Pleiten aus dem Hinspiel sowie der letzten Liga-Partie vergessen zu machen und geht schnel mit 3:0 in Führung. Gehören die ersten Situationen im Spiel noch den beiden Torhütern – bei Hamburg beginnt Justin Rundt im Kasten – ist der Ball im zweiten Anlauf im Tor. Jan Forstbauer erzielt den ersten Treffer und legt kurz darauf nach.

Nach siebeneinhalb Minuten nehmen die Gäste bereits eine Auszeit. Zuvor konnte Hamburg mit einem schönen Spielzug auf 5:1 stellen: Torhüter Rundt bringt den langen Pass präzise auf Finn Wullenweber, der den Ball im Tor unterbringt. Doch direkt nach der Auszeit läuft der OHC erneut in einen Konter: Christopher Rix zum 6:1. Den nächsten Gegentreffer können die Gäste verhindern, jedoch zu hohen Kosten: Nils Müller bekommt eine zwei-Minuten-Strafe und verletzt sich zudem.

Oranienburg kommt wieder ran

Dennoch sorgt die Szene für einen kleinen Bruch im Spiel, denn bereits kurz darauf setzt für die Hamburger vorne eine Durststrecke ein. Nach 22 Minuten ist Oranienburg bis auf 8:7 am HSV dran. Ein gelungener Konter stellt dann die Führung wieder auf zwei Tore, nachdem zuvor der Ball zu oft nicht den Weg ins Tor fand. Doch schon im nächsten Angriff ist Gästetorhüter Simon Herold erneut zur Stelle und verhindert, dass der HSV wieder davonzieht.

Die Gäste wussten sich oft nur mit Fouls zu helfen

Dennoch wird die Gegenwehr der Hamburger wieder effektiver. Man spürt, dass das Team von Jens Häusler mit einer Führung in die Pause will. Auffällig: Der HSV spielt viel über Kreisspieler Christopher Rix und verwickelt sich so in Zweikämpfe, die nicht selten zu Foulpfiffen gegen Oranienburg führen. Doch auch auf der anderen Seite liegen die Spieler oftmals auf dem Hallenboden, was die Stimmung in der Halle anheizt. Für gute Laune beim Heimpublikum sorgt Jan Forstbauer vier Sekunden vor der Halbzeit. Ihm gelingt kurz vor der Pause nämlich ein weiterer Treffer, so dass der HSV beim Stand von 13:9 mit vier Toren Führung in den zweiten Durchgang starten darf.

Nach der Pause sind es die Gäste, die das erste Mal treffen und zwar mit einem Spielzug wie ihn der HSV in der ersten Hälfte mehrfach erfolgreich spielte: Ballgewinn, langer Ball und Tor im Eins-gegen-eins mit dem Torhüter. Andere Dinge bleiben wie gehabt: Nach drei Minuten setzt es erneut eine Zeitstrafe für die Gäste. Noch mehr setzt ihnen in den folgenden Minuten aber Hamburgs Rückraumspieler Jan Forstbauer zu, der nun in Serie den Ball im Tor versenkt. Am Ende des Abends hat er 11 Treffer auf seinem Konto.

„Beste Saisonleistung“

Die Hälfte des zweiten Durchgangs ist vorbei, da steht es 21:15 für den HSV, der zudem zu stabil wirkt, als das für die Gäste noch etwas zu holen wäre. Die Hamburger spielen weiter wach und werfen sich zum Teil in vermeintlich bereits verlorene Bälle. Sieben Minuten vor dem Ende ist der Vorsprung mit 24:17 weiter deutlich. Und diesen Vorsprung lässt sich das Team auch nicht mehr nehmen.

Stefan Schröder setzt den Schlusspunkt

Der Frust bei den Gästen sitzt derweil tief. Wenige Sekunden vor dem Ende muss Robin Manderscheid mit einer Roten Karte vom Platz. Den Schlusspunkt setzt kurz danach Oldie Stefan Schröder, der auch noch einmal auf das leere Tor zulaufen darf und den 29:21-Endstand markiert.

Trainer Jens Häusler, der nach vergangenen Heimsiegen auch mal kritische Worte wählte, war nach dem Spiel zufrieden: „Es war heute die beste Saisonleistung, die ich von meiner Mannschaft in dieser Spielzeit gesehen habe.“ Sein Team sei nicht für eine gute Abwehr bekannt, habe dieses Mal aber eine gute Defensivleistung gezeigt. Auch vorne setzte sein Team um, was im Training besprochen wurde. Durch bewusste Gegenbewegungen habe man Räume für Rückraumspieler Jan Forstbauer geschaffen. Dieser hat sie, so Häusler, „unfassbar gut“ genutzt. Das gestand auch Gästetrainer Christian Pahl ein: „Wir haben Forstbauer von Beginn an nicht in den Griff bekommen.“

Bis zum nächsten Heimspiel müssen die Fans in Hamburg nun erneut länger warten – erst im März spielt der HSV wieder zuhause – dann gegen den OHV Aurich.

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Über

Andreas kam 2010 zwei Monate für ein Praktikum nach Hamburg. Im Sommer 2012 kehrte er nach abgeschlossenem Studium zurück, um hier als Journalist zu arbeiten. Twitter: @youdazandreasgriess.de Redaktionsleiter von Elbmelancholie

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