Eine unnormale Weihnachtswoche

Bild: Andreas Grieß
Wochenrückblicke

Viele werden am Montag schon frei gehabt haben. Andere haben sich auf eine Woche eingestellt, in der nicht mehr viel passiert, bevor es über die Weihnachtstage zu der Familie geht oder diese bei einem aufkreuzt. Aber irgendwie kam alles anders. Schon am Montagabend holte uns der Terror heim. Sondersendungen im TV statt ruhiger Abendunterhaltung. Gespräche darüber, ob man noch zum Weihnachtsmarkt gehen soll, statt unverbindliche Verabredung zum Glühwein-Schlürfen. Und schon Tags später stehen in Hamburg wieder schwer bewaffnete Polizisten sich einen Ast ab und Betonklötze „bewachen“ den Jungfernstieg.

Nicht normal, für viele Hamburger aber immerhin erfreulich, war, dass am Dienstag der HSV überraschend gegen Schalke 04 gewann. Der hat zumindest bislang seinen Trainer noch nicht entlassen, was bisher die gängige Reaktion von Gegnern war, die gegen die Rothosen in der Liga verloren haben. Überwintern wird der HSV nun auf Platz 16. Das wiederum ist ja fast schon gewöhnlich. Wieso nicht mal wieder Relegation? Wieder mal Playoffs, das würde den Hamburg Towers gefallen. Dafür sollten aber Siege her. Am Donnerstag verloren die Basketballer beim Tabellenletzten aus Dresden. Aktuell liegen die Towers daher nur auf Platz elf. Kommenden Freitag können sie beim Heim-Nachholspiel gegen Nürnberg aber noch etwas für die Bilanz tun.

Neues im Sinne von nichts Neues gab es diese Woche auch aus Leipzig. Dort wird vor Gericht um die Elbvertiefung gestritten. Nun heißt es: Am 9. Februar 2017 wird es ein Urteil geben. Sowohl die Stadt als auch die Naturschutzgruppen fühlen sich derzeit als Sieger. Wie das Urteil aussehen wird, ist dabei noch unklar. Die Welt mutmaßt, es werde eine Genehmigung unter Auflagen geben.

Schon weiter sind die Bauarbeiten da hinsichtlich des A7-Deckels. Ein Bauabschnitt über 550 Meter in Schnelsen wurde diese Woche abgeschlossen. Im Herbst 2017 soll der Tunnel komplett fertig sein und in beide Fahrrichtungen zwei Spuren beinhalten. Ein zweiter Tunnel wird parallel dazu gebaut, so dass die Kapazität noch ausgebaut wird. Im Endstadium soll die Autobahn vom Elbtunnel bis zum Kreuz Hamburg-Nordwest achtspurig sein.

Alles andere als besinnlich und friedlich geht es in der Zeit vor Weihnachten auch zwischen den Hamburger Zeitungen Abendblatt und Zeit zu. Auslöser sind die Berichte zu einem Fall zu Übergriffs-Vorwürfen in der vergangenen Silvesternacht in Hamburg. Kurz gesagt: Ein Beschuldigter wurde freigesprochen, was die beiden Zeitungen sehr unterschiedlich kommentieren. Mehr noch: Sie kommentieren nicht nur den Fall, sondern auch die Berichterstattung des anderen. Das Abendblatt schrieb im Bezug auf die Zeit: „Die Ergebnisse dieser Recherche sind von Qualitätsjournalismus so weit entfernt wie der Silvester-Mob von einvernehmlichem Sex.“ Die Zeit wiederum konterte und droht mit juristischen Schritten.

Wir wünschen im jeden Fall schöne Rest-Weihnachten und einen guten Start in die berühmte Woche „zwischen den Jahren“.

Über

Andreas kam 2010 zwei Monate für ein Praktikum nach Hamburg. Im Sommer 2012 kehrte er nach abgeschlossenem Studium zurück, um hier als Journalist zu arbeiten. Twitter: @youdazandreasgriess.de Redaktionsleiter von Elbmelancholie

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