75:64 gegen die Oettinger Rockets – Hamburg Towers setzen Heimsieges-Serie fort

Bild: Andreas Grieß
Hamburg Towers, Sport

Nach zwei Auswärtsniederlagen in Folge durften die Hamburg Towers am Freitagabend wieder vor heimischer Kulisse antreten. Gegner sollte kein Geringerer als der Playoffs-Gegner aus der letzten Saison und aktuell direkte Tabellennachbar aus Gotha sein. Und auch wenn die Towers über die meiste Zeit der Partie eine souveräne Leistung gegen die Rockets zeigten, machten sie es in den letzten Minuten wieder einmal unnötig spannend. Und wieder einmal war es der Sieggarant Anthony Canty, der bei den Towers den Unterschied gemacht hat.

Altbewehrtes zahlt sich auch. Das denkt sich wohl auch Hamed Attarbashi. Der Coach setzt auch an diesem Abend auf die bekannte Anfangsformation: Canty, Raffington, Liyanage, Ferguson und Kindzeka. Gegen die Oettinger Rockets erwischen die Towers von Beginn an einen guten Start und gehen bereits nach wenigen Minuten souverän in Führung. Bereits nach fünf Spielminuten kommt so eine hochverdiente 15:8-Führung zustande. Das Spiel der Towers ist druckvoll und nach vorne dynamisch. Auffälligster Mann in den ersten zehn Minuten ist wieder einmal Point Guard Anthony Canty (mit 9 Punkten). Nach dem Ende des ersten Viertels spielen die Wilhelmsburger gegen die Topmannschaft aus Gotha bereits eine elf-Punkte-Führung heraus (24:13).

Buzzer-Beater von Canty

Auch im zweiten Viertel machen die Towers dort weiter, wo sie im ersten Viertel aufgehört haben – sie lassen ihre Gäste kaum ins Spiel kommen. Zudem fehlt den Rockets beim Abschluss auch das nötige Glück. Ganz im Gegenteil zu den Towers. Denn die lassen sich ihre Führung zu keiner Zeit des zweiten Viertels aus den Händen nehmen, auch wenn die Rockets zwischenzeitlich auf bis zu acht Punkte verkürzen können. Nach knapp sechs Spielminuten bauen die Türme ihre Führung wieder auf elf Punkte aus (36:25). Und auch genau mit solch einer souveränen Führung verabschieden sich die Towers in die Halbzeitpause, nachdem Anthony Canty den Ball per Korbleger als Buzzer-Beater verwandelt (40:30).

Die Towers fangen auch nach der Pause mit der gleichen Startformation an. Aber dieses Mal gelingt ihnen nicht der gute Start, wie zu Beginn der Partie. Dies liegt vor allem daran, dass die Gäste nun treffsicherer sind. Nach knapp zwei Minuten ist die zehn-Punkte-Führung der Towers bis auf drei magere Pünktchen geschrumpft (43:40). Nach einer Minute erlöst Enosch Wolf die Zuschauer in der Inselparkhalle mit einem Dunk zum 45:40. Es scheint ein Weckruf zu sein. Nun läuft es wieder besser bei den Towers. Die Pass-Sicherheit und Abschluss-Stärke ist wieder zurück. Starke Aktionen zeigt jetzt vor allem der junge Lars Kamp, der in der Defense ackert und schuftet und dabei auch oft belohnt wird – sogar mit einem extra-Handschlag von Towers-Coach Attarbashi. Nach knapp sechs Minuten ist die Führung der Towers wieder auf scheinbar sichere neun Punkte gewachsen.

Offener Schlagabtausch in den letzten Minuten

In die letzten zehn Spielminuten gehen die Towers mit ihrer an diesem Abend geliebten elf-Punkte-Führung. Und diese baut Lansdowne nach nur wenigen Sekunden mit einem Sprungwurf weiter auf dreizehn Punkte aus (60:49). In den letzten sechs Spielminuten sollte es aber wieder spannend werden. Korb für Korb schmilzt die Führung der Towers wieder auf zwei Punkte (65:63). Die Gäste aus Gotha machen es zu diesem Zeitpunkt sehr clever – punkten vermehrt mit Dreiern und bringen die Towers somit Wurf für Wurf immer mehr in Bedrängnis. Das Spiel droht zu kippen. Durch einen Freiwurf kommt Gotha sogar bis auf einen Punkt an die Towers heran (65:64).

Nun nimmt Anthony Canty, der mit 17 Punkten Topscorer des Abends werden sollte, selbst das Blatt in die Hand, holt sich den Ball mit einem Steal und verwandelt im Anschluss gekonnt mit einem Dreier (68:64). Spätestens jetzt wandelt sich das Spiel immer mehr zu einem offenen Schlagabtausch, bei dem sich die Spieler von den Rockets im wahrsten Sinne des Wortes in jeden Ball reinwerfen. Für ein leichtes Durchatmen bei Towers-Coach Attarbashi und den 2.600 Zuschauern in der Halle, sorgt Lansdowne mit einem Korbleger und einem Freiwurf (71:64). Danach sind noch knapp zwei Minuten zu spielen. Aber nun lassen die Towers ihre Gäste nicht mehr ins Spiel zurück finden. Am Ende steht ein souveräner 75:64–Endstand der auf der Anzeige.

„Canty ist der beste deutsche Aufbauspieler der Pro A“

Trainer Hamed Attarbashi nach dem Spiel: „Wir haben heute mit viel Herz und Leidenschaft gespielt und haben vor allem unfassbar gut verteidigt. Natürlich hatten wir bei den Freiwürfen dann auch noch das Glück der Heimmannschaft. Aber insgesamt bin ich sehr zufrieden.“ Nur lobende Worte fand Attarbashi für seinen wurfstärksten und entscheidenden Spieler: „Canty ist der beste deutsche Aufbauspieler der Pro A. Das wissen wir.“

Anthony Canty selbst zeigte sich über die lobende Worte seines Trainers überrascht: „Sowas hat er mir im Vier-Augen-Gespräch noch nie gesagt. Da sagt er nur, was ich besser machen soll. Auch heute hat er mich gleich angeschrien, als ich was falsch gemacht habe. Das ist einfach Hamed. Aber das liebe ich auch an ihm.“

„Zu Hause können wir jede Topmannschaft ärgern“

Dass der Doppelspieltag für die Towers auch gleichzeitig ein Doppel-„Heimspieltag“ ist, lässt Gutes hoffen. Denn vor heimischer Kulisse haben die Türme einen Lauf. Bereits am Sonntag (17 Uhr) steht mit den Crailsheim Merlins, die nach ihrem Abstieg in die Pro A einen sofortigen Wiederaufstieg in die erste Liga anpeilen, der nächste Topgegner vor der Tür. Doch wie sagte Hamed Attarbashi nach dem Spiel noch so schön: „Zu Hause können wir jede Topmannschaft ärgern.“ Auch Topscorer Canty blickt zuversichtlich in Richtung Sonntag: „Wir haben bewiesen, dass wir die Großen schlagen können.“

Über

Nach dem Abschluss ihres Germanistik-Studiums baut sich die gebürtige Hamburgerin nun ein Standbein als freie Journalistin auf. Da ihr Herz für den Sport und insbesondere für den Fußball schlägt, schreibt sie bei Elbmelancholie vor allem über Themen rund um den Sport. @ElliHyra

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