Winterzeit in Hamburg

Bild: Andreas Grieß
Wochenrückblicke

Die Uhren in Hamburg wurden neu gestellt. Und nicht nur in Hamburg. In der Nacht zum Sonntag begann die Winterzeit. Bedeutet: Nun ist es noch eher dunkel. Ob das eine so gute Idee ist, darf gerne bezweifelt werden. Dem Autor dieses Wochenrückblicks fällt jedenfalls just in diesem Moment ein, dass er seinen Radiowecker noch dringend umstellen muss, um nicht zu verpennen. Der nächste Absatz entsteht also ein paar Minuten später – gleich wieder da.

Neue Zeiten brechen auch beim Hamburger Startup Jimdo an. Der Homepage-Baukasten ist zu schnell gewachsen und muss nun auf die Bremse treten. Die Folge: Ein Viertel der Mitarbeiter soll gehen oder in absoluten Zahlen ausgedrückt: 70 Personen. Nicht die Zeit sieht der Senat für einen Umbau der Willy-Brandt-Straße zu einem Tunnel, wie die Handelskammer es vorgeschlagen hat. Das Vorhaben würde viel teurer und komplizierter, als die Kammer darlege, so die Politik.

Mit korrekt gestellten Uhren ging am Sonntag das Handball-Spiel zwischen dem HSV Hamburg und dem gastgebenden Lokalrivalen HSG Nord HU los. Zweiter gegen Dritter in der dritten Liga. Nach der Siegesserie des HSV sollte der Zweitliga-Absteiger ein Gradmesser in Sachen „geht da etwa sofort ein Aufstieg?“ sein. Antwort: Es ist noch Luft nach oben. Mit einer 36:26-Niederlage haben die Hamburger ihre Grenzen aufgezeigt bekommen.

Während die Handballer zuletzt eine Siegesserie feiern durften, mussten Hamburgs Basketballer zwei Mal enttäuscht nach Hause fahren. Am Donnerstag gab es im Nachholspiel in Heidelberg eine deutliche 71:56-Klatsche. Am Samstag mussten sich die Towers in Baunach ganz knapp mit einem Punkt geschlagen geben: 90:89. Damit stehen die Wilhelmsburger derzeit nur auf Platz zehn der Tabelle und damit hinter dem Saisonziel Playoffs. Gut, dass kommende Woche gleich an zwei Tagen Heimspiele anstehen, um das Ruder mit den eigenen Fans im Rücken rumzureißen: Am Freitag kommen die Oettinger Rockets in den Inselpark, Sonntag die Crailsheim Merlins.

Schon Montag kann der FC St. Pauli versuchen, zuhause den Weg nach oben in der Tabelle anzutreten, wobei die Kiezkicker selbst bei einem Sieg mit drei Toren Unterschied noch Tabellenschlusslicht bleiben würden. In der Woche schied der Zweitligist im Pokal gegen Hertha raus. Der HSV gewann gegen Halle und zog ins Achtelfinale ein. Dort wartet Köln als Gegner. Gegen die ging es Sonntag bereits in der Liga, wo es eine 0:3-Niederage setze. Der HSV ist damit ebenfalls Tabellenletzter.

Egal ob die Uhren nun auf Geisterstunde stehen oder nicht, so spuken derzeit in Deutschland – oder zumindest in Deutschlands Medien – die Horrorclowns herum. Diese Woche gab es auch eine Clown-Attacke in Hamburg. War ja irgendwie zu erwarten. Kein Horrorclown war bei der Messer-Attacke an der Alster im Oktober beteiligt, bei der ein 16-Jähriger starb. Nun hat sich der selbsternannte Islamische Staat zu der Tat bekannt. Die Bundesanwaltschaft prüft. Das Bekenntnis sollte man aber auch nicht zu hoch hängen. Der IS bekennt sich zuletzt ja zu fast allem – quasi als eine Art Öffentlichkeitsarbeit.

Wir wünschen dennoch eine sichere und angenehme neue Woche

Über

Andreas kam 2010 zwei Monate für ein Praktikum nach Hamburg. Im Sommer 2012 kehrte er nach abgeschlossenem Studium zurück, um hier als Journalist zu arbeiten. Twitter: @youdazandreasgriess.de Redaktionsleiter von Elbmelancholie

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