99:86 – Hamburg Towers gewinnen zweites Heimspiel in Folge

Bild: Andreas Grieß
Hamburg Towers, Sport

Nach der überwundenen Magen-Darm-Grippe-Welle, die zum Spielausfall am vergangenen Wochenende in Heidelberg führte, wollten die Hamburg Towers am Sonntagnachmittag im Spiel gegen das Tabellenkellerkind ETB Wohnbau Baskets Essen wieder Vollgas geben. Es sollte über lange Strecken eine Partie auf Augenhöhe sein. Vor allem in den beiden ersten Vierteln wirken die Towers zerfahren und glücklos. Erst nach der Halbzeitpause legen sie einen Gang zu und dürfen sich am Ende von den 2.738 Zuschauern in der Inselparkhalle für ihren zweiten Heimsieg in Folge feiern lassen.

Die Euphorie ging dabei früh los: Die Hamburg Towers starten nach nur wenigen Sekunden mit einem Dreier von René Kindzeka in die Partie. Insgesamt ist es aber ein eher unglücklicher Start für die Attarbashi-Jungs. Viele ungewohnt unkonzentrierte Versuche lassen Towers-Coach Hamed Attarbashi schon nach wenigen Minuten verzweifeln. Und als wäre das nicht genug, kommt auch noch jede Menge Pech beim Abschluss hinzu. Vor allem Justin Raffington scheitert viele Male unglücklich am Korb. So liegen die Hamburger nach knapp vier Minuten bereits mit 6:11 zurück. Kurze Zeit später drehen die Towers aber die Partie. Mit nur drei gelungenen Angriffen und einem 9:0-Punkte-Lauf gelingt die zwischenzeitliche Führung zum 15:11.

Mit einem 23:23 geht es ins zweite Viertel. Nun spielen die Towers ihre Aktionen und Angriffe deutlich kontrollierter und durchdachter zu Ende, was sich auch auf der Punkteanzeige sichtbar macht. Denn nach fünf Minuten trifft Lars Kamp mit einem Dreier zum 35:30. Und nun beginnt auch die Zeit von Anthony Canty an diesem Abend. Mit einem Dreier meldet er sich das erste Mal deutlich zu Wort und es sollten noch viele Punkte folgen. Bis zur Halbzeitpause ist der 25-Jährige mit bis dato 11 Punkten wurfstärkster Hamburger. Mit einem Buzzer-Beater von Landsdowne zum 50:41 gehen beide Mannschaften in die Halbzeitpause.

Anthony Canty – Topscorer des Abends

Auch nach der Pause halten die Towers ihre Führung über lange Zeit beständig hoch. Auch wenn die Essener mit gekonnten Angriffen immer wieder ran kommen, ist es wieder vor allem Anthony Canty, der mit seinen Würfen den Punktestand der Towers immer weiter ausbaut. Kein Wunder also, dass der Point Guard mit 27 Punkten mit Abstand der wurfstärkste Towers-Spieler an diesem Nachmittag ist. Knapp Fünf Minuten vor Ende des dritten Viertels führen die Türme immer noch souverän mit 63:55. Die Gäste aus Essen lassen jedoch nicht locker und kommen zwei Minuten später wieder bis auf zwei Punkte ran (65:63). Wenige kurze unachtsame Minuten bringen die schon fast abgeschriebenen Ruhrpottler wieder ins Spiel zurück. Doch Kapitän Rob Ferguson sorgt kurz vor Ende des dritten Viertels mit einer kämpferischen Leistung und einem Korbleger zur 71:63-Führung für etwas Entspannung im Gesicht von Trainer Hamed Attarbashi.

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Mit einer neun-Punkte-Führung (74:65) geht es für die Towers in die letzten zehn Spielminuten. Und dank eines furiosen Starts in eben diese letzten zehn Minuten bauen die Gastgeber ihren Vorsprung nach nur kürzester Zeit bis auf 12 Punkte aus (79:67). Die Basketballer von Wohnbau Baskets Essen punkten jetzt fast nur noch durch Freiwürfe – und auch das möchte nicht mehr so recht klappen. In den letzten Minuten brauchen Canty und Co. die Zeit nur noch souverän runter zu spielen. Am Ende steht ein ungefährdeter Sieg der Attarbashi-Jungs, die vor allem in den letzten beiden Vierteln einen Zahn zugelegt und das Tabellenkellerkind aus Essen ihre spielerische Qualität aufgezeigt haben.

„Noch nie 99 Punkte erzielt“

Towers-Coach Hamed Attarbashi fand nach dem Spiel nur lobende Worte für seine Mannschaft: „Eigentlich waren die Viertel alle ziemlich ausgeglichen. Das Spiel hat sich erst in den letzten Minuten entschieden. Wir haben heute unfassbar gut getroffen. Noch nie in der jungen Geschichte dieses Vereins haben wir jemals 99 Punkte in einem Spiel erzielt.“

Topscorer Anthony Canty fand nach dem Spiel dagegen auch kritische Worte: „Wir haben uns sehr stark auf Essen vorbereitet, deshalb können wir eigentlich nicht zu 100 Prozent mit unserer Leistung zufrieden sein. Vor allem wenn man zu Hause 86 Punkte bekommt. Das ist einfach zu viel. Trotzdem war nicht alles schlecht, was wir in der Defensive gemacht haben. Vor allem Mario Blessing hat super gearbeitet, was auch dazu geführt hat, dass ich heute so gut punkten konnte. 27 Punkte sind für mich eine Rekordausbeute. So viele habe ich noch nie geschafft.“

Richtig viel Zeit zum Ausruhen bleibt den Towers nach dem Spiel aber nicht. Bereits am Donnerstag müssen die Hamburger nach Heidelberg, um dort das ausgefallene Spiel vom letzten Wochenende nachzuholen. Nur zwei Tage später steht das nächste Auswärtsspiel in Baunach an. Das nächste Heimspiel in der Inselparkhalle gibt es dann  am 04. November (19:30 Uhr).

Über

Nach dem Abschluss ihres Germanistik-Studiums baut sich die gebürtige Hamburgerin nun ein Standbein als freie Journalistin auf. Da ihr Herz für den Sport und insbesondere für den Fußball schlägt, schreibt sie bei Elbmelancholie vor allem über Themen rund um den Sport. @ElliHyra

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