Sport und Schlager, Kunst und Drogen

Bilder: Jessica Klepgen, Andreas Grieß
Wochenrückblicke

Grillen, Freibad, Eis – all das stand diese Woche eher nicht auf der Tagesordnung. Eine Woche bevor in Hamburg die Sommerferien starten, will sich die Sommer- und Urlaubsstimmung nicht wirklich breit machen. Wobei das Wetter in einem ja erst recht die Lust wecken kann, in die Ferne zu fliegen. Und aus St. Pauli flüchteten am Samstag auch so wieder einige Anwohner, denn ein besonderes Großevent lockte Besucher. Ja, es war wieder Zeit für den Schlagermove!

Wer sich sonst diese Woche vor die Tür wagte, der tat das häufig, um Pokémon zu jagen. Das Augmented-Reality-Game Pokémon Go startete am Mittwoch auch in Deutschland. Wir haben es bereits ausprobiert, die Videos dazu findet ihr hier. Doch nicht nur Elbmelancholie jagte Pokémon. Egal, mit wem wir sprachen, überall gab es Spieler und auf den Straßen begegneten einem auch ständig Pokémon-Jäger aller Altersklassen. Naja, und das Netz – das Netz ist ohnehin voll damit. Schauen wir, wie lange der Hype anhält.

Reale Kunst lockte die Besucher hingegen ins Millerntor Stadion. Keine Fußball-Kunst – die Kicker testeten in den Kitzbühler Alpen gegen Borussia Dortmund und unterlagen 2:3. Vielmehr gab es in der diesjährigen Millerntor Gallery Kunst in Form von zum Beispiel Bildern zu sehen. Von Donnerstag bis Sonntag öffneten die Türen – zum nunmehr sechsten Mal. Die Einnahmen gingen größtenteils an Viva con Aqua.

Eine Einigung gab es zwischen Senat und der Bürgerinitiative gegen große Flüchtlingsheime. Der Kompromiss, den beide Seiten ausgehandelt haben, sieht unter anderem vor, dass ab 2019 keine Folgeunterkunft mehr als 300 Personen beherbergen soll. Alle ab nun geplanten Unterkünfte sollen von Beginn an auf diese Maximalkapazität ausgelegt werden. Dafür sollen mehr Unterkünfte möglich sein, als von der Initiative zunächst gefordert, um im Fall von wieder steigenden Flüchtlingszahlen reagieren zu können. Der Kompromiss wurde in der Bürgerschaft mit den Stimmen der Regierungsparteien und der Linken angenommen. CDU und AfD enthielten sich, die FDP stimmte dagegen. Die Opposition kritisierte die Art des Zustandekommen des Kompromisses. Vor allem, dass bereits einen Tag nach der Einigung über die 100-Seiten-Initiative abgestimmt wurde. Mit dem Bürgerschaftsbeschluss ist nun aber eine Volksabstimmung wohl erst einmal vom Tisch.

Einigungen gab es auch bei den Hamburg Towers. Mit Justin Raffington verkündeten die Towers einen weiteren Neuzugang. Der in Hamburg geborene Center-Spieler kommt aus Trier in den Inselpark. Damit starten die Towers mit zwei neuen Centern in die kommende Saison. Nummer Zwei, Enosch Wolf, wurde bereits vor einigen Tagen vorgestellt. Hinzu kommt als dritter Spieler für die Position im Verlauf der Spielzeit Stefan Schmidt, der bereits vergangenes Jahr in Hamburg spielte, aber noch verletzt ist. Mit drei Centern gibt es für Coach Hammed Attarbashi dann eine Menge Auswahl. Verzichten muss er dafür auf Helge Baues, der vergangene Saison aushilfsweise auf dieser Position spielte. Er wechselt zu Ligakonkurrent Dresden Titans. Und auch der bereits erwartete Abgang von Starspieler Bazoumana Koné wurde diese Woche offiziell verkündet. Er spielt in der nächsten Spielzeit in der ersten Liga bei den MHB Riesen Ludwigsburg.

Erstklassigen Sport gab es am Wochenende auch beim Triathlon zu sehen. Die Profis waren in der Mixed Team WM und auf der Sprintdistanz zu sehen. Für die Jedermänner gab es Rennen über die Sprintdistanz und die olympische Distanz – als Einzelrennen und als Staffeln. Hinzu kamen die Deutschen Meisterschaften im Paratriathlon. Im kommenden Jahr soll es laut Sportsenator Grote erstmals auch einen Ironman in Hamburg geben. Die Sieger dieses Wochenendes sind bei den Männern Mario Espola aus Spanien und bei den Frauen Katie Zaferas aus den USA. Anders als bei der Fußballeuropameisterschaft siegten die Elite Mixed Staffel aus Frankreich. Auf unserer Facebookseite gibt es ein paar Fotos des Wettkampfes.

Für viele ist Sport ja eine Droge. Aber auch tatsächliche Drogen spielen in Hamburg weiter eine Rolle, jedoch eine geringere als früher, wie diese Woche bekannt wurde. Laut der Schüler- und Lehrerbefragung zum Umgang mit Suchtmitteln greift Hamburgs Nachwuchs nämlich seltener zu Drogen. Demnach trinken die Hamburger später in ihrem Leben und seltener Alkohol als früher. Noch deutlicher fällt der Rückgang bei Tabak aus. Auch Cannabis und andere illegale Drogen erreichten 2015 Tiefstände. Anders sieht es beim Glücksspiel aus: Hier steigt die Zahl der involvierten Jugendlichen. Das Gleiche gilt für Computerspiele. Pokémon Go wird da wohl nicht für einen Rückgang sorgen, womit wir wieder beim Anfang wären. Was liegt da näher als euch einen guten Start in die kommende Woche und allen Schülern einen guten Start in die Schulferien zu wünschen!

Über

Andreas kam 2010 zwei Monate für ein Praktikum nach Hamburg. Im Sommer 2012 kehrte er nach abgeschlossenem Studium zurück, um hier als Journalist zu arbeiten. Twitter: @youdazandreasgriess.de Redaktionsleiter von Elbmelancholie

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