Polizei und Sicherheit in Hamburg – und mehr!

Wochenrückblicke

In der vergangenen Sommerwoche – noch nicht Sommerferienwoche! – war mal wieder allerhand los in Hamburg, einiges davon hat Platz in diesem Wochenrückblick gefunden. Die Themen beinhalten das Thema Polizei und Sicherheit in Hamburg, Flüchtlinge in Hamburg und, nennen wir es einmal „Sonstiges“.

Polizei und Sicherheit in Hamburg

Zum Thema Polizei in Hamburg fällt uns sofort die wohl eigenmächtige Aktion eines noch eher unerfahrenen und ungestümen Polizeibeamten ein, welcher mal eben das Obdachlosencamp unter der Kennedybrücke zwangsräumte. Eine Anordnung der zuständigen Hamburger Behörden lag nicht vor und auch die Auslegung als Wildcampen ist hier angesichts der bestehenden Duldung doch sehr kreativ.

Eine andere Information zur Hamburger Polizei erreichte uns in der letzten Woche ebenfalls: Sie erhält neue Sturmgewehre, die zum Glück nur für Spezialkommandoeinsätze in Betracht kommen sollen.  Angesichts der steigenden Terrorgefahr und der bislang als unzureichend empfunden Ausrüstung sind nun 150 neue Maschinenpistolen besorgt worden, 130 Sturmgewehre werden noch geliefert – und sollen nur für die Hände hoffentlich nicht eigenmächtig handelnder Spezialkräfte bestimmt sein.

Sicherlich vor Ort war Hamburgs Polizei in der zurückliegenden Woche auch hier, um wieder auf einen Praxiseinsatz zu kommen: Am gestrigen Samstagabend fand im Schanzenviertel eine Demonstration für den Erhalt des Schanzenhofes statt, genauer: des Programmkino „3001“.

Übrigens, die Frage, warum und ob Hamburg neue Polizisten braucht angesichts von Terrorbedrohung beantwortet Hamburgs Innensenator Andy Grote im Gespräch mit der Zeit. Ein kleiner Einblick: Es geht mehr um das Gefühl der Sicherheit, als um Tatsachen.

Noch mehr Menschen sorgen für die Sicherheit von uns Hamburger: Hamburgs Bombensucher. Wie berichtet wurde, gibt es für die 37 Mitarbeiter von der Gefahrenerkundung / Kampfmittelverdacht (GEKV) der Feuerwehr Hamburg die Beschäftigungsperspektive von noch 100 Jahren. Die Arbeit stützt sich stark auf Fotomaterial der Vogelperspektive aus der Kriegszeit, welches die Royal Air Force und die US Air Forces vor einigen Jahrzehnten verfügbar machte.

Eine Sicherheit der etwas anderen Art wird nun für den Bezirk Bergedorf geschaffen: Badesicherheit. Im Allermöher See, einem der viele Badeseen in diesem Teil Hamburgs, verunglückten in diesem Sommer zwei Flüchtlinge. Mit unter anderem Warnschildern, die bildhaft auf Gefahrenstellen hinweisen, deutlicher ausgeschilderten Nichtschwimmerbereichen, aber ebenfalls einem gezieltem Schwimmkursangebot soll dieser Gefahr entgegengewirkt werden.

Flüchtlinge in Hamburg

Die Volksinitiative „Hamburg für gute Integration“ steht bald am Ende der Verhandlungen mit den Regierungsfraktionen, doch eine Einigung zu Großunterkünften ist noch nicht gefunden. Morgen soll das Ergebnis vorliegen, wir sind gespannt. Ganz anders: Die einen diskutieren um die Verbesserung der Unterbringungssituation, die anderen setzen negative Ergebnisse des Asylverfahrens durch – und schieben ab. Laut dpa wurden im ersten Halbjahr 2016 2066 abgelehnte Asylbewerberber abgeschoben bzw. sind überwacht ausgereist. Die Zahl habe sich gegenüber dem Vorjahr vervierfacht.

Sonstiges

Diese Kategorie würfelt heute die verschiedensten Themen zusammen, beginnend mit dem Plan für ein neues Terminal für Kreuzfahrtschiffe im Hamburger Hafen. Der Ort: Steinwerder.

An diesem Wochenende gab es aber nicht nur eine Demonstration im Schanzenviertel, sondern auch tolle Veranstaltungen und Konzerte. So wurde der 4,4 Hektar große Lohsepark in der HafenCity feierlich eröffnet, dem Motto Spiel, Natur und Erinnerung folgend. Spiel und Natur sind selbsterklärende Inhalte, Erinnerung lehnt an den historischen Ort an, an dem jetzt der Lohsepark ist: der Hannoversche Bahnhof. Er galt als Deportationsbahnhof für Juden und Sinti und Roma zwischen 1940 und 1945. Jetzt erinnern ein Dokumentationszentrum mit Dauerausstellung, der Bahnsteig 2 des Bahnhofes und eine Fuge, die dem früheren Gleisverlauf nachempfunden ist.

Musikalischer Höhepunkt, jedenfalls in der Zahl der Ticketverkäufe, war das Konzert, welches Rihanna am Samstagabend im Volksparkstadion gab.  Ein Makel mag ihr Fotografierverbot sein, auf welches die Hamburger Morgenpost aussagekräftig reagierte: mit Nichts im Bild zur Story. Weniger showreiches Bühnenspektakel – und kein Verbot für Fotografen – fand beim HafenCity OpenAir statt, bei dem das NDR Elbphilharmonie unter freiem Himmel mit Sicht auf die Elbphilharmonie spielte. Stargast war die Cellistin Sol Gabetta.

Es wird gebaut und musiziert – und es wurde ein Babyrekord in den Hamburger Krankenhäusern aufgestellt. Im ersten Halbjahr 2016 gab es so knapp 12.300 Geburten.

Wir könnten euch jetzt noch mehr berichten, mehr zur Pfandring- und Urhaberrechtsdiskussion in Altona, zur Investition in den Hamburger Sport, hier vor allem bei der Integration, zu den Festlichkeiten zum Ende des Ramadan in der zurückliegenden Woche in Hamburg, zu Euroeyes als neuen Sponsor für die Cyclassics und in die Hamburger Meinungen und Stimmungen zum Integrationsgesetz und Nein heißt Nein! reinhorchen. Doch wir wollen euch lieber ein paar gemütliche, lesefreie letzte Wochenendstunden gönnen – damit ihr morgen erholt in die neue Woche startet!

Über

“Wenn Deutschland, dann Hamburg.” Am liebsten zumindest. Auch wenn es gerade nicht Deutschland ist, Hamburg ist das Zuhause im Herzen. Hier bei Elbmelancholie kann Inga über ihre Erlebnisse in der Hansestadt Hamburg und Gedanken zu den hiesigen Geschehnissen berichten. Stellvertretende Redaktionsleiterin von Elbmelancholie

Schreibe einen Kommentar


Captcha: Time limit is exhausted. Please reload CAPTCHA.