Statt alleine gucken: Wo gibt es in Hamburg Public Viewing zur EM?

Bild: Andreas Grieß
Sport

Wie hat es die österreichische Trainerlegende Ernst Happel einmal gesagt: „Ein Tag ohne Fußball ist ein verlorener Tag.“ Um solch „verlorene“ Tage müssen wir uns in den nächsten Wochen nicht sorgen. Heute Abend um 21 Uhr startet die Europameisterschaft in Frankreich. Statt wie bisher drei Wochen, dürfen die Fußball-Fans sich dieses Mal auf vier EM-Wochen freuen. Denn erstmals werden 24 statt wie bisher 16 Teams am Turnier teilnehmen.

Von EM-Stimmung ist in Hamburg bislang noch nicht besonders viel zu spüren und vor allem zu sehen. Nur vereinzelnd lassen sich die in den letzten Wochen und Monaten stark leidgeprüften sportbegeisterten Hamburger zu schwarz-rot-goldenen Autofähnchen hinreißen. Ob die fehlende Begeisterung auf die negativ Schlagzeilen rund um den Hamburger Spitzensport zurückgeht? Schließlich haben Hamburgs Sportfans einen Tiefschlag nach dem anderen einstecken müssen. Leider hat es auch bei dieser EM kein HSV-Spieler ins Team der deutschen Nationalmannschaft geschafft. Immerhin haben es mit Albin Ekdal (Schweden), Zoltan Stieber (Ungarn) und HSV-Kapitän Johan Djourou (Schweiz) drei HSV-Profis zur EM nach Frankreich geschafft.

Großes Public Viewing auf dem Heiligengeistfeld

Aber bis zum ersten Spiel der deutschen Nationalmannschaft am Sonntag um 21 Uhr sind ja auch noch ein paar Tage Zeit. Und bis dahin wird die EM-Stimmung sicherlich noch überschwappen. Dafür wird vor allem das Public Viewing sorgen. Denn wie immer heißt EM-Zeit natürlich gleichzeitig auch Public-Viewing-Zeit. In ganz Hamburg laden wieder viele unterschiedliche Lokale und Orte zum kostenlosen gemeinsamen Fußball-gucken ein. Und da ist für jeden etwas dabei.

Wer auf ein dichtes Treiben und Jubeln mit tausenden von Menschen steht, ist beim Public Viewing auf dem Heiligengeistfeld richtig. Dort findet mit ca. 50.000 Fans traditionell die größte Fußball-Party Hamburgs statt. Mit dem Deutschland-Ukraine-Spiel am Sonntag um 21 Uhr beginnt das Fußballfest auf dem Heiligengeistfeld. Übertragen werden auf der 120 Quadratmeter großen LED-Leinwand allerdings nur alle Spiele mit deutscher Beteiligung (und an Deutschland-Spieltagen ausgewählte, weitere Begegnungen). Der Einlass beginnt drei Stunden vor Spielbeginn.

Kleinere Alternativen in St. Pauli und Winterhude

Wer auf ein Public Viewing mit bis zu 50.000 Leuten keine große Lust hat, kann zum Spielbudenplatz pilgern. Dort geht es eine Nummer kleiner zur Sache. Hier werden auf rund 20 Flachbildschirmen alle Begegnungen der EM übertragen. Public Viewing noch eine Nummer kleiner? Auch kein Problem. Fußball im kleineren Kreis gibt es zum Beispiel im Grünen Jäger. Das kleine Haus am Pferdemarkt ist gerade bei den Studenten ein gern besuchter Ort zum Fußball gucken. Doch nicht nur im Haus, sondern auch draußen im Biergarten werden die Spiele auf sieben Großleinwänden übertragen.

Eine gemütliche Biergarten-Atmosphäre bietet das Landhaus Walter im Stadtpark. Auch hier werden alle EM-Spiele auf einer 15 Quadratmeter großen LED-Wand gezeigt. Platz ist insgesamt für bis zu 5.000 Fußball-Fans. Bei Regen bieten Zelte bis zu 800 Menschen einen trockenen Unterschlupf. Wer die Fußball-EM mit ein bisschen bayrischem Flair – mit einer Maß, einem Hendl oder einer Brezn – verfolgen möchte, der kommt um die beiden Hofbräuhäuser (an der Alster und am Speersort) nicht herum. Auch hier werden alle Top-Spiele der EM live gezeigt.

Public Viewing mit Strand-Atmosphäre

Fußball und Strand? Auch das gibt es in Hamburg. Zum einem lockt das Public Viewing von StrandPauli mit Strand-Atmosphäre. Mit Elbblick, Sand, Strandliegen und Cocktails kann man sich die Spiele so richtig gemütlich anschauen und nebenbei auch noch in Urlaubs-Stimmung kommen. Auch hier, direkt an den Landungsbrücken, werden alle Spiele mit deutscher Beteiligung übertragen. Ab dem Achtelfinale werden alle Spiele live gezeigt. Feeling wie am Stand gibt es für Fußball-Fans auch im Central Park, dem Beachclub direkt in der Schanze.

Bei diesen ganzen Angeboten bleibt nur zu hoffen, dass die deutsche Nationalmannschaft so lange wie nur möglich (am besten natürlich bis zum Finale am 10. Juli) im Turnier bleibt. Ansonsten werden wohl viele Steh- und Sitzplätze beim Public Viewing frei bleiben.

Über

Nach dem Abschluss ihres Germanistik-Studiums baut sich die gebürtige Hamburgerin nun ein Standbein als freie Journalistin auf. Da ihr Herz für den Sport und insbesondere für den Fußball schlägt, schreibt sie bei Elbmelancholie vor allem über Themen rund um den Sport. @ElliHyra

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