Da hat es uns doch glatt den ESC verhagelt

Bild: Andreas Grieß
Wochenrückblicke

Na, da hat es uns das Pfingstwochenende ja kräftig verhagelt – und auch die ESC Party auf der Reeperbahn. Also im wahrsten Sinne des Wortes. Nachdem wir tagelang schönes Wetter hatten und ganze Tierfamilien auf den Grillrosten landeten nun sowas. Regen, starker Wind und Hagelkörner so dick wie mindestens Erbsen. Don’t swallow my soul. Man könnte denken, wir sind in Hamburg. Ach sind wird? Na dann.

Man ist sich der Sache ja gar nicht mehr so ganz sicher. Denn gestern war der letzte Spieltag der Fußball-Bundesliga und die Stadt verharrte nicht an TV, Radio oder Liveticker in ängstlicher Schockstarre. Der HSV war bekanntlich bereits gerettet und mit dem Sieg gegen Augsburg gelang am 34. Spieltag sogar noch der Sprung auf Platz 10. Das Saisonziel wurde also trotz zwischenzeitlichem Zitterns klar erreicht. Aber der HSV wäre nicht der HSV, wenn es nicht dennoch etwas Drama gäbe. Kurz vor Saisonende musste Peter Knäbel noch seinen Rucksack packen. Der Didi macht das mit dem Sportdirektor-Sein nun wieder selbst. Und als solcher kann er verkünden, dass als erster Neuzugang Bobby Wood (bisher Union Berlin) für die kommende Saison feststeht. When strangers are coming.

Fest steht auch der Sieger des diesjährigen Eurovision Song Contest: Es ist die Ukraine. Damit sorgt der Wettbewerb für eine Menge Diskussionsstoff. Where is your mind? Die Russen wittern eine Verschwörung und ganz ins Absurde kann man diese Gedanken nicht verschieben. Dass der Siegersong von Jamala neben den Jury-Votes auch so viele Anrufer auf sich vereinen konnte, überraschte viele. Was bei all der unterschwelligen Feindschaft im neuen Punkt-Bekanntgabe-System aber völlig unterging, war die eigentliche Friedensbotschaft des Abends: Russlands Anrufer gaben der Ukraine die zweitmeisten Stimmen, das Televoting in der Ukraine gewann andersherum der russische Sänger. Humanity rise.

Im Elbmelancholie-Team gingen die meisten übrigens von einem Sieg Russlands oder Australiens aus – womit wir ja nicht ganz falsch lagen, ebenso wie mit unserem Geheimtipp Bulgarien. Deutschland wurde mal wieder Letzter. We’re not guilty. An dieser Stelle fordern wir übrigens mit Nachdruck Max Raabe als deutschen Akt im kommenden Jahr. Das ist dann wenigstens unterhaltsam. Hamburg erreichte hingegen einen guten Siebten Platz. Zumindest indirekt, lebt die armenische Sängerin Iveta Mukuchyan doch in Eimsbüttel. Und weil der ESC in diesem Jahr so politisch war, sorgte sie im Halbfinale dann auch noch für einen Skandal, als ihre Delegation die Fahne einen zwischen Armenien und Aserbaidschan strittigen Provinz in die Kamera zeigten.

Richten wir die Aufmerksamkeit auf ein gänzlich anderes Thema: auf Pakete. DHL will Kunden von Online-Versandhändlern künftig ermöglichen, auf zwei Stunden genau zu bestimmen, wann ein Paket geliefert wird. Mit anderen Worten: Wir können angeben, dass ein Paket vor der Arbeit, nach Feierabend oder wann auch immer ankommt. The happiest time. Das klingt gut, nur die Paketboten tun einem schon ein bisschen Leid. Ob der Plan überhaupt klappt, muss man abwarten. Zumindest gehört Hamburg zu den Regionen, in denen er starten soll.

Kommen wir zum Abschluss nochmal zurück zum Sport. Im Basketball laufen bereits die Vorbereitungen für die neue Saison. Diese Woche gab die Liga bekannt, dass die Hamburg Towers – wie erwartet – die ProA-Lizenz für die neue Spielzeit erhalten. Allerdings gibt es die nur mit Auflagen. Welche genau das sind, hat der Verein bislang nicht verraten.

Was wir diese Woche noch publizieren, wollen wir nicht ganz verraten. Nur ein Tipp: Ein Beitrag hat etwas mit Hexen zu tun! Wir wünschen jedenfalls wie gehabt einen guten Start in die neue Woche – und dank Feiertag sollte der auch gelingen. We could build a future where people are free to live and love.

PS: Dieser Wochenrückblick enthält traditionell Textzeilen des ESC-Siegersongs.

Über

Andreas kam 2010 zwei Monate für ein Praktikum nach Hamburg. Im Sommer 2012 kehrte er nach abgeschlossenem Studium zurück, um hier als Journalist zu arbeiten. Twitter: @youdazandreasgriess.de Redaktionsleiter von Elbmelancholie

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