Laufen, surfen, Bahn fahren

Bild: Andreas Grieß
Wochenrückblicke

Hamburg hat nun Internet. Also so ein bisschen. Mit großen Brimbum wurde am Donnerstag “Moby Klick” angeschoben – zunächst an der Binnenalster. Wir hatten vor kurzem ja bereits von den Plänen geschrieben. Nun kann sich jeder vom neuen WLAN-Netz überzeugen. Wir werden die weitere Entwicklung gespannt verfolgen.

Spannend wird es auch zu sehen, wie es um das Bürgerbegehren “Hamburg für gute Integration” weiter geht, das uns ebenfalls schon mehrfach beschäftigte. Damit wollen Kritiker der aktuellen Flüchtlingspolitik in Hamburg dafür sorgen, dass es keine Großunterkünfte in Hamburg mehr gibt. Das Bezirksamt Hamburg-Nord hat das angestrebten Bürgerbegehren nun für unzulässig erklärt. Begründung: Das Begehren verstoße gegen einen Senatsbeschluss an die Bezirke, konkret den, entsprechende Unterkünfte zu schaffen. Die Initiatoren wollen gegen diese Erklärung nun rechtlich vorgehen.

Ein Präsident, der derzeit soweit wir wissen gegen niemanden in Deutschland rechtlich vorgeht, ist der aus Mexiko. Diese Woche kam Enrique Pena Nieto nach Hamburg. Während der Airport mit Videos und Bildern seines Dreamliners Werbung machte, nahm das Staatsoberhaupt mit drei Minister und einer 60-köpfigen Delegation an einer Wirtschaftkonferenz teil, die unter anderem von der Handelskammer veranstaltet wurde. Laut der unterhalten rund 300 Hamburger Firmen geschäftliche Kontakte mit Mexiko. Na dann es sich ja wohl gelohnt.

Olympia-Norm durch Anja Scherl beim Hamburg-Marathon

Die Woche stand aber durchaus auch im Zeichen des Sports. Am Sonntag lockte der Marathon einmal mehr Teilnehmer und Zuschauer auf und an die Strecke. Es siegten letztlich Tesfaye Abera in 2:06:58 Stunden und Meselech Melkamu in 2:21:54 Stunden. Beide kommen aus Äthiopien. Beste Hamburger wurden Mourad Bekakcha (Hamburger SV) in 2:26:32 Stunden und Mona Stockhecke (LT Haspa Marathon Hamburg) in 2:33:41 Stunden.

Die herausragende Leistung des Marathons kam aber von der Regensburgerin Anja Scherl, die in 2:27:50 Stunden dritte bei den Frauen wurde. Sie verbesserte ihre Bestzeit, die sie im Vorjahr in Hamburg aufgestellt hatte, um rund neun Minuten und qualifizierte sich damit aller Voraussicht nach für die Olympischen Spiele in Rio. Ach ja: Auch wir waren an der Strecke und haben über unseren Snapchat-Account (@elbmelancholie) einige Eindrücke festgehalten, die ihr hier noch einmal als Youtube-Video sehen könnt:

Video

Playoff-Niederlage und Saisonaus für die Hamburg Towers

Für weiteren Sport sorgten die Hamburg Towers. Nachdem die in der vergangenen Woche beim zweiten Playoff den Spielstand in der Serie noch auf 2:0 schrauben konnten, setzte es am Dienstag eine Niederlage. Freitag war daher erneut Gotha zu Gast im Inselpark. Und die Gäste konnten in der Schlussphase das Spiel zu ihren Gunsten wenden, dabei schien das Halbfinale schon zum Greifen nah. Das fünfte und somit entscheidende Spiel fand bereits heute statt – leider ohne glücklichen Ausgang für die Türme, die ihre 2-Spiel-Führung somit abgaben und für die die Saison damit nun beendet ist.

Die Kicker des HSV mühen sich derweil, doch noch in die Relegation zu kommen. Auswärts in Dortmund gab es eine Niederlage, so das weiter gebangt werden muss, auch weil die Konkurrenz zum Teil gewann. Und dann behauptete die englische Daily Mail auch noch, der HSV habe das hässlichste Vereinslogo der Welt.

Diskussionen um U5 und Bahnhof Altona

Nächster Halt: Neue Bahnhöfe. Für den Bau der U5 im Osten will die Hochbahn nun verstärkt die Bürger ins Boot holen. So soll ergründet werden, welche Positionen vor allem für die Bahnhöfe Bramfeld und Steilshoop die passenden sind. Wo der neue Bahnhof Altona hinsoll, steht bereits fest: nach Diebsteich. Wie der Bahnhof aussehen soll, darüber sind sich Stadt und Bahn aber nicht einig. Der Konflikt lässt sich vereinfacht auf folgende Positionen runterbrechen: Die Bahn will es möglichst billig und funktional, die Stadt oder genauer der Bezirk besteht auf einen Bau, der die Umgebung aufwerten soll. Nur gut, dass die Stadt zahlt…

In unserem letzten Beitrag über den neuen Bahnhof haben wir übrigens auch gefragt, wie der neue Fernbahnhof und der dann auf einen S-Bahn-Halt reduzierte, bisherige Bahnhof heißen sollen. Während sich die meisten für Hamburg-Altona oder Hamburg-West im Bezug auf den neuen Fernbahnhof aussprachen, gab es für den S-Bahn-Halt deutlich mehr Vorschläge, darunter Altona-Mitte, Altona Rathaus, Alt-Altona und Ottensen.

Wo wir gerade beim Thema Verkehr sind: Diese Woche veröffentlichte die Polizei die Unfallstatistik 2015. Demnach gab es vergangenes Jahr in Hamburg 67197 Verkehrsunfälle, 1494 mehr als 2014. Die Zahl der Verunglückten stieg um 213 auf 10123. Die Stadt hob aber einen positiven Aspekt besonders hervor: Die Zahl der Verkehrstoten in Hamburg sank auf 20. Seit Einführung der Verkehrsunfallstatistik im Jahr 1953 seien nie weniger Verkehrstote festgestellt worden. Innensenator Andy Grote ergänzte: „Besonders erfreulich ist, dass auch im Jahr 2015 kein Kind und kein Jugendlicher im Straßenverkehr tödlich verunglückt ist.“

Wir wünschen euch allen jedenfalls eine sichere und angenehme, neue Woche!

Über

Andreas kam 2010 zwei Monate für ein Praktikum nach Hamburg. Im Sommer 2012 kehrte er nach abgeschlossenem Studium zurück, um hier als Journalist zu arbeiten. Twitter: @youdazandreasgriess.de Redaktionsleiter von Elbmelancholie

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