Hamburg Towers gewinnen auch das zweite Playoffs-Spiel gegen Gotha

Bilder: Andreas Grieß
Hamburg Towers, Sport

Nach dem 77:72-Auswärtssieg im ersten Playoffs-Spiel am Freitagabend in Gotha, konnten die Hamburg Towers am Sonntagnachmittag vor heimischer Kulisse nachlegen. Aufgrund der beiden verletzten Center Michael Wenzl und Stefan Schmidt (beide Kreuzbandriss), müssen die Towers die Playoffs ohne einen richtigen Center bestreiten. Personelle Ausfälle, von denen sich die Towers überraschender Weise nicht beeindrucken lassen. Ganz im Gegensatz: Dank einer herausragenden Mannschaftsleitung und einem wieder einmal beeindruckend auftrumpfenden Bazou Koné, konnten die Hamburger auch das zweite Playoffs-Spiel gegen Gotha mit einem 84:81-Sieg für sich entscheiden.

Die Spieler von Trainer Hamed Attarbashi fanden in den ersten Spielminuten gut in die Partie. Bereits nach kurzer Zeit lagen sie mit 7:2 vorne. Vor allem offensiv spielten die Türme in den ersten Minuten stark auf. Mit einem Dreier von Bazou Koné und zahlreichen Sprungwürfen wirbelten die Hamburger vor dem Korb der Rockets Gotha munter herum. Nach sechs Minuten kamen die Gäste jedoch immer besser ins Spiel, erzielten einen Treffer nach dem anderen und kamen somit auch immer näher an die Hamburger ran (13:12). In der siebten Spielminute gingen die Gäste sogar nach einem Dreier von Rudi-Völler-Sprössling Marco Völler mit 15:13 in Führung. Am Ende des ersten Viertels lag Gotha sogar mit sechs Punkten vorne (26:20).

Gothas Kapitän Marco Völler

Gothas Kapitän Marco Völler

Hamburg Towers drehen auf

Auch im zweiten Viertel machte Gotha da weiter, wo sie angefangen hatten. Trotzdem ließen die Towers nicht ihre Köpfe hängen und verkürzten ihren Rückstand nach zwei Minuten bereits auf drei Punkte. Fünf Minuten vor der Halbzeitpause gelang der Ausgleich: Bazou Koné mit einem Sprungwurf zum 32:32. Jonathon Williams erzielte nur wenige Sekunden später die 34:32-Führung für die Towers. Erstmals seit der dritten Spielminute lagen die Hamburger wieder vorne. Doch die Freude währte nicht lange – das Spiel wurde zu einem ständigen Hin und Her. Beide Mannschaften schenkten sich nichts. Jeder Ball wurde hart umkämpft. Symbolisch dafür, ein starker Block von Jonathon Williams knapp zwei Minuten vor der Halbzeit. Eine Minute vor dem Halbzeit-Buzzer gelangen den Towers zwei super Aktionen hintereinander. Das Resultat – eine zwischenzeitliche vier-Punkte-Führung. Und mit der solcher ging es für die Towers in die Kabine (45:41).

Nach der Halbzeit drehte vor allem einer so richtig auf: Bazou Koné. Der 22-jährige Pointguard war mit 30 erzielten Punkten der absolute Topscorer des Nachmittags. Gleich zu Beginn des dritten Viertels erzielte er zwei Korbleger hintereinander – vier wichtige Punkte für die Gastgeber, denn auch Gotha punktete fleißig. Und auch die nächsten Towers-Punkte erzielte Koné. Nach seinem Sprungwurf stand es 53:45 für die Türme. Somit erarbeiteten sich die Towers nur drei Minuten nach der Halbzeitpause  einen Acht-Punkte-Vorsprung. Ein zauberhafter Dreier von Bazou Koné brachte kurze Zeit später eine zwölf-Punkte-Führung (59:47).

Erzielte satte 30 Punkte: Bazou Koné

Erzielte satte 30 Punkte: Bazou Koné

Innerhalb von drei Minuten schmolz dieser Vorsprung aber auf die Hälfte runter. Knapp drei Minuten waren im dritten Viertel noch zu spielen. Und auch in den verbleibenden Minuten kamen die Gäste aus Gotha Punkt für Punkt immer näher ran, bis der Vorsprung der Towers lediglich drei Punkte betrug (64:61). Sollten die Towers am Ende doch noch Nerven zeigen?

Hektische Schlussphase mit Happy End

Mit einer 68:63-Führung ging es für beide Mannschaften in die letzten zehn Minuten. Und diese sollten es in sich haben. Zwei Minuten lang gelang es den Towers nicht, Punkte zu erzielen. Ganz im Gegensatz dazu die Gäste, die wieder bis auf drei Punkte an die Towers rankamen (68:65). Steffen Kiese erlöste die Zuschauer in der Halle schließlich mit einem Sprungwurf zum 70:67. Nur wenige Sekunden später legten Rob Ferguson mit zwei Punkten und Bazou Koné mit einem Dreier nach (75:67).

Doch Gotha wollte sich nicht geschlagen geben. Die Führung der Towers war zwei Minuten vor Spielende wieder auf drei Pünktchen geschrumpft. Doch wieder war es Bazou, der vorne Punktete (82:77). In der Schlussphase wurde jeder Ballgewinn von den 3.400 Zuschauern in der somit ausverkauften Inselpark-Halle frenetisch gefeiert. Auch wenn es in den letzten Sekunden noch etwas hektisch wurde, ließen sich die Towers ihren Sieg nicht mehr nehmen und gewannen am Ende mit 84:81.

Gothas Headcoach Chris Ensminger gibt sich noch nicht geschlagen

Gothas Headcoach Chris Ensminger gibt sich noch nicht geschlagen

Gotha-Coach Chris Ensminger war trotz der zweiten Playoffs-Niederlage kämpferisch: „Wir haben heute nicht gut zusammen gespielt. Mit 81 Punkten muss man eigentlich gewinnen. Wir stehen jetzt mit dem Rücken zur Wand. Am Dienstag müssen wir Charakter zeigen und werden bis zur letzten Sekunde kämpfen. Die Saison ist noch lange nicht fertig.“

„Wir müssen einfach Eier haben und die Würfe machen“

Auch Towers-Coach Hamed Attarbashi ist sich trotz des zweiten Sieges im zweiten Spiel bewusst, dass seine Towers im nächsten Spiel gegen Gotha keinen Freifahrtschein bekommen werden: „Ich bin mit dem Wochenende sehr zufrieden. Heute hatten wir das Glück des Tüchtigen“, so der Headcoach. Und weiter: „Wir spielen momentan ohne richtige Positionen, sondern vor allem mit viel Herz. Wir müssen einfach Eier haben und die Würfe machen.“ Beim nächsten Spiel in Gotha wollen sein Team erneut gewinnen: „Und wenn es dort nicht klappt, wollen wir am kommenden Freitag gewinnen und das Duell für uns entscheiden. Alles was jetzt kommt ist für uns ein super Bonbon.“

Klare Worte fand Attarbashi auch für den Topscorer des Nachmittags: „Ein Spieler wie Bazou gehört in die BBL. Ich will BBL-Spiele von Bazou im Fernsehen schauen. Ich freue mich schon darauf. Denn dort gehört er hin.“ Bazou Koné selbst dazu nach dem Spiel: „Natürlich gibt es das ein oder andere Angebot aus der ersten Basketball-Liga. Ich versuche das aber jetzt noch auszublenden. Momentan konzentriere ich mich nur auf die Playoffs und die Hamburg Towers.“

Einige der verletzten Towers-Asse feuerten von der Bank aus ihr Team an.

Einige der verletzten Towers-Asse feuerten von der Bank aus ihr Team an.

Viel Zeit zum Grübeln wird der 22-Jährige ohnehin nicht haben. Morgen reisen die Towers nach Gotha. Das dritte Playoffs-Spiel findet schon am Dienstagabend in Gotha statt. Bei einer Niederlage der Towers würden die Playoffs am kommenden Freitag um 20 Uhr in der Inselpark-Halle in die nächste Runde gehen. Bei einem Towers-Sieg in Gotha wäre dieses Spiel nicht notwendig und Hamburg im Halbfinale.

Über

Nach dem Abschluss ihres Germanistik-Studiums baut sich die gebürtige Hamburgerin nun ein Standbein als freie Journalistin auf. Da ihr Herz für den Sport und insbesondere für den Fußball schlägt, schreibt sie bei Elbmelancholie vor allem über Themen rund um den Sport. @ElliHyra

Schreibe einen Kommentar


Captcha: Time limit is exhausted. Please reload CAPTCHA.