Die Anschläge der letzten Woche

Bild: Andreas Grieß
Wochenrückblicke

Die vergangene Woche stand unter dem Motto „Anschlag“. Nein, nicht der Tastenanschlag, den wir aus unseren 10-Finger-Tipp-Kursen noch kennen, ist gemeint! Der andere, etwa der Brandanschlag, ist es. Doch glücklicherweise waren dies Anschläge unterschiedlichster Art, längst nicht nur diese der gewalttätigen Art und Weise. Der Anschlag auf ein Ponykarussell auf dem Dom war ein Thema, aber ebenfalls Meinungsanschläge der Bürger mittels (Kettensägen-)Protesten, ein Anschlag auf die Nerven der Hamburger Autofahrer, auf die Kulturzentren (Museen) unserer Stadt sowie auf Autos und Müll etwa in öffentlichen Grünflächen. Doch schauen wir uns diese Themen wie gewohnt etwas genauer an.

Ein Anschlag fand bereits in der vorangegangenen Woche statt, doch er wurde erst in dieser Woche stärker diskutiert: Vier Männer hatten die Ponys auf dem Ponykarussell des Hamburger Doms erschreckt und damit zum scheuen gebracht, zwei Kinder sind leicht verletzt worden. Seit dieser Woche hat das Ponykarussell nun wieder geöffnet und der Betrieb ging trotz Einwänden von Tierschützern wie gewohnt weiter.

Ganz aktuell findet noch in der Nähe des Bahnhofs Dammtor eine Kundgebung für „Frieden in der Türkei“ nach den jüngsten Anschlägen in Istanbul und Ankara und eine Gegendemonstration aus der Richtung der Schanze statt. Die befürchteten Anschläge gewaltsamer Art oder Krawalle, zumindest nennenswerte, gab es bislang noch nicht.

Anschläge auf Flüchtlingsunterkünfte gab es viele in diesem Jahr in ganz Deutschland. Zum Glück war dies keines der Themen, die eine Flüchtlingsunterkunft in Hamburg in den Fokus der Öffentlichkeit rückten. Es war vielmehr eine geplante Unterkunft in Blankenese, gegen die sich Anwohner durch Blockaden zu wehren versuchten. Linke Aktivisten demonstrierten dagegen wiederum mit einem Protest mit Kettensägen, da für die Unterkunft Bäume gefällt werden müssen. Desweiteren schaffte es die Initiative des Bürgerbegehrens gegen Massenunterkünfte wie auch ein legionellenbedingter Umzug von 600 BewohnerInnen einer Erstaufnahme in Bergedorf in die Medien.

In der vergangenen Woche gab es Autoanschläge in Winterhude, denn lauter PKWs der Marken Mercedes, BMW, Audi und Porsche wurden in einer Nacht mit Anarchiezeichen und anderen Farbschmierereien versehen. Hinzu kam, dass ein Mercedes in Flammen stand und gänzlich ausbrannte. Viele dachten sicherlich wie Andreas, dass dies eine Filmkulisse sei. Wer erwartet schon so etwas so nah der eigenen Haustür? Dieser Mercedes hätte so auch gut zu den Filmdreharbeiten in der Handelskammer Hamburg gepasst: Bewaffnete stürmten diese in der vergangenen Woche.

Der FC St. Pauli bekam übrigens zwei Bienenvölker, die fortan den „Ewald-Bienen-Honig“ produzieren werden. Die Farbe braun-gelb passt wirklich super, doch gab es bereits Kritik an der Einführung der Monarchie am Millerntorstadion wie auch an der Gefahr von Bienenstichen. Doch bemerkenswerter ist doch vielmehr die Aussage: Bienen sind bekanntlich vom Aussterben bedroht, will der St.Pauli uns so etwas sagen? Hat er Angst vor einem Abstieg, einer Pleite? Wissen wir etwas nicht? Immerhin, der St.Pauli verlor 4:3 auswärts gegen Freiburg. Der  HSV verlor ebenfalls 1:2 gegen Darmstadt.

Eingangs schrieb ich es schon, die Nerven der Autofahrer hatten zu leiden. Gleich zwei große Baustellen starteten in der vergangenen Woche: Zum einen wird die Fahrbahn der Köhlbrandbrücke erneuert, was jeweils einspurige Fahrbahnen pro Richtung bis September bedeutet; zum anderen haben die Arbeiten zur Grundsanierung der Fahrbahn auf der A39 begonnen.

Am Samstag gab es mit der Langen Nacht der Museen eine wunderbare Chance, die Kulturlandschaft unserer Hansestadt zu erkunden und gerade auch mal das Museum um die Ecke zu erkunden, weil es ja „auf dem Weg liegt“ und man immer schon mal neugierig, aber halt nicht neugierig genug war. Wir hoffen, einige von euch konnten diese Gelegenheit nutzen. Und wenn nicht, wartet ihr auf nächstes Jahr oder schaut dann doch einfach so mal vorbei.

Ein herumstehender, ausgebrannter Mercedes, den muss jemand nun wegräumen und die Straße reinigen. Diese „Entsorgung“ des PKWs gehobener Klasse fällt jedoch sicher nicht unter die Aktion „Hamburg räumt auf“ der Stadtreinigung Hamburg. An dieser Aktion, die bereits seit 16 Jahren im Frühjahr stattfindet, konnten sich alle interessierten Bürger, Vereine und Gruppen mit Voranmeldung beteiligen, um Parks und öffentliche Flächen zu reinigen. So wurde auch in der Alster getaucht und Einkaufswagen sowie Fahrräder ans Tageslicht gebracht. All diese Fahrräder hätten sich sicherlich auch gut auf einer der geplanten oder schon teils umgesetzten Fahrradstraßen gemacht, doch nun sind sie nur noch etwas für den Schrottplatz…

Zu guter Letzt: In der vergangenen Woche wollten wir eure Meinung zu dem neuen Namen für den Bahnhof Altona wissen. Also, den neuen und den alten Bahnhof. Bitte helft uns und schickt uns eure Vorschläge! Wir freuen uns darauf und wünschen euch nun einen schönen letzten Abend in dieser Woche.

Über

“Wenn Deutschland, dann Hamburg.” Am liebsten zumindest. Auch wenn es gerade nicht Deutschland ist, Hamburg ist das Zuhause im Herzen. Hier bei Elbmelancholie kann Inga über ihre Erlebnisse in der Hansestadt Hamburg und Gedanken zu den hiesigen Geschehnissen berichten. Stellvertretende Redaktionsleiterin von Elbmelancholie

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