Wie soll der neue Bahnhof Altona heißen?

Bild: Andreas Grieß
Debatte

Dass der Fernbahnhof Altona verlegt werden soll, dürfte mittlerweile jeder in Hamburg mitbekommen haben. Ende 2023 soll das neue Gebäude fertig sein, dessen Kosten noch nicht feststehen. So richtig festgelegt haben sich die Verantwortlichen auch auf den Namen des neuen Bahnhofs nicht – oder genauer gesagt der neuen Bahnhöfe. Denn während der neue, verschobene Fernbahnhof an der Stelle des jetzigen S-Bahnhofs Diebsteich entstehen wird, bleibt beim bisherigen Bahnhof Altona immerhin ein S-Bahn-Halt bestehen, der ebenfalls einen Namen braucht.

Mark Spörrle griff diese Woche in seinem Newsletter Elbvertiefung die Namensdebatte auf, die offenbar viele Hamburger bewegt. Wie soll der neue Bahnhof Altona heißen? Wie wird der neue Bahnhof Altona heißen? Nachfolgend an dieser Stelle daher fünf mögliche Namen pro Bahnhof – sortiert von wahrscheinlich bis total aus der Luft gegriffen.

Fünf mögliche Namen für den neuen Fernbahnhof in Altona

  1. Hamburg-Altona
    Die wohl bevorzugte Variante und zugleich die realistischste. Außerhalb Hamburgs kennt man den Namen immerhin als Fernbahnhof-Station und Altona hat als Namen die nötige Fallhöhe, anders als das bestehende „Diebsteich“ oder ein einschränkendes „Altona-Nord“. Der mögliche Nachteil: In den Fahrplänen wird gar nicht betont, das Hamburg einen neuen Bahnhof hat.
  2. Hamburg-West
    Dieser Name ist bislang öffentlich kaum diskutiert worden und entspricht auch nicht der klassischen Hamburger Namensgebung. In anderen Städten ist eine solche Namensgebung für Fernbahnhöfe aber durchaus üblich (vgl. z.B. Berlin Südkreuz, Berlin Ostbahnhof, Frankfurt Südbahnhof). Die Namensgebung wäre also vor allem für Auswärtige sinnvoll. Hamburger werden zu Recht anmerken, dass westlich von Altona noch viel Hamburg kommt. Der alte Bahnhof Altona könnte so aber weiter Altona heißen.
  3. Hamburg-Diebsteich
    Die Option der konsequenten Nicht-Umbenennung. Kann man machen. Aber irgendwie erscheint der Name Diebsteich als nicht sexy genug für einen Fernbahnhof. Bei einer passenden kriminellen Szene um den Bahnhof herum, könnte sich der Name aber schnell einprägen.
  4. Hamburg-Altona (Fernbahnhof)
    Vergleichbar zur Variante eins, mit dem hässlichen Zusatz (Fernbahnhof), der nötig würde, wenn es künftig zwei Bahnhöfe Altona gibt. Wer macht sowas verwirrendes? Eine Stadt, die in Barmbek die U3 in drei verschiedene Richtungen fahren lässt und Stationen den Namen nach gerne mal in andere Stadtteile legt, als sie eigentlich sind. Also Hamburg.
  5. Helmut-Schmidt-Bahnhof Hamburg
    Ganz ehrlich: Es ist ein Running-Gag, dass sowas, wie zuletzt in der Elbvertiefung, immer Leute vorschlagen, ja?! Oder will das wirklich jemand? Auf dem Helmut-Schmidt-Flughafen ankommen, dann mit dem Gedenkzug Helmut-Schmidt zum Helmut-Schmidt-Bahnhof fahren, um die neue Wohnung zu beziehen für das Studium an der Helmut-Schmidt-Universität?

Fünf mögliche Namen für den alten, dann nur noch S-Bahnhof in Altona

  1. Altona-Süd
    Das ist irgendwie so der Kompromissvorschlag, der meist die Runde macht. Der Bahnhof darf weiter Altona heißen, bekommt aber das einschränkende, für einen S-Bahnhof passende, enger lokalisierende „Süd“ hinzugestellt. Einzig: Ist der Unterschied für unsere vielen Touris wirklich explizit genug?
  2. Paul-Nevermann-Platz
    Ein nahe liegender Name, der zudem in der Form im HVV bislang nicht verwendet wird. Allerdings macht er den Bahnhof nun wirklich sehr, sehr, sehr, sehr, sehr, sehr lokal. Das passt natürlich zu einer S-Bahn-Durchgangsstation, aber von der einstigen Bedeutung des Bahnhofsstandorts bleibt dann nicht viel übrig. Alternativ böte sich die Variante Max-Brauer-Allee an, die es bereits als Busstation gibt, für die aber sonst weitestgehend das Gleiche gilt.
  3. Neue Mitte Altona
    Wenn der Bahnhofswechsel durch ist, sollte auch die neue Mitte bereits weitere Fortschritte gemacht haben. Was jedoch dagegen spricht: Der Bahnhof liegt eben nicht in der Neuen Mitte.
  4. Ottensen
    Jetzt wird es wirklich gaga: Man benennt den Bahnhof statt nach dem Stadtteil östlich des Bahnhofs nach dem, westlich des Bahnhofs. Ottensen käme endlich seine Rache für die jahrelange Verklärung, die entstand, wenn Zugezogene den Bahnhof verließen und in eine Bar oder auf den Weihnachtsmarkt in Ottensen gingen und sich in Altona wähnten. Allerdings: Ein Bahnhof Ottensen ist bereits in Planung. Er soll 2020 den Dienst aufnehmen und wird etwa zwischen Altona und Diebsteich liegen.
  5. Altona (Regionalbahnhof)
    Die erste Version dieses Namens sieht keine Umbenennung des bestehenden Bahnhofs vor. In diesem Szenario gibt es zudem die Möglichkeit, dass beide Bahnhöfe Altona heißen und lediglich durch einen Namenszusatz unterschieden werden sollen. Das ist wie eben schon erwähnt hässlich und eher unwahrscheinlich. Und es ist hier nur die unwahrscheinlichste Variante, weil den S-Bahnhof wohl keiner nach Helmut Schmidt benennen will. Obwohl…

Und was meint ihr, wie sollen die Bahnhöfe heißen? Hier könnt ihr eure Vorschläge einreichen. Wenn einige gute oder spaßige Ideen zusammen kommen, kommen wir da nochmal drauf zurück!

Über

Andreas kam 2010 zwei Monate für ein Praktikum nach Hamburg. Im Sommer 2012 kehrte er nach abgeschlossenem Studium zurück, um hier als Journalist zu arbeiten. Twitter: @youdazandreasgriess.de Redaktionsleiter von Elbmelancholie

1 Kommentar

  1. Was für die Varianten…

    We need to keep it simple:
    1. Wahl:
    Fernbahnhof: HH-Atona
    S-Bahnhof: HH-Ottensen

    2. Wahl:
    Fernbahnhof: HH-Altona Nord
    S-Bahnhof: HH-Altona Süd

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