Die Woche des 1. April

Bild: Andreas Grieß
Wochenrückblicke

Wieder ist eine Woche um. Es war eine, in der ein neuer Monat begann. Und wie so oft, ist der erste Tag eines neuen Monats einer, an dem Änderungen eintreten. Doch dazu gleich mehr.

Diese Woche hat die Gesellschaft für deutsche Sprache die Liste der häufigsten Vornamen von im vergangenen Jahr geborenen Kindern veröffentlicht. Überraschungen sind keine dabei. Der beliebteste Frauenname in Deutschland war Sophie (beziehungsweise Sofie), vor Marie und Sophia (Sofia). Bei den Männernamen liegt Maximilian vorne, gefolgt von Alexander und Elias. In Hamburg gibt es in den Top 3 bei den Frauennamen keine Abweichung vom Bundestrend. Bei den neugeborenen Jungen liegt hier jedoch Alexander vor Maximilian. An dritter Stelle folgt in unserer Stadt der Name Henry, der bundesweit nicht so beliebt ist. Doch schon 2014 wählten Hamburgs Eltern diesen Jungennamen am dritthäufigsten. Eine Helmut-Welle gab es bislang nicht.

Grüne Wellen sind in Hamburg auch nicht garantiert. Aktuell gibt es 1.765 Ampeln in Hamburg, wie FDP-Bürgerschaftsabgeordnete Wieland Schinnenburg vom Senat erfragte. Er wollte auch wissen, wie es um deren Vernetzung steht. Nicht gut genug, so urteilt der Oppositionspolitiker.

Genug Punkte dürfte aber der HSV nach seinem 3:0-Sieg gegen Tabellenschlusslicht Hannover auf dem Konto haben. 34 Zähler weißt die Tabelle aus – 7 mehr als der Relegationsplatz. Es scheint, als funktioniere der Klassenerhalt dieses Jahr ohne Relegation. In Liga 2 blieb der FC St. Pauli torlos gegen Union Berlin, womit der Kiezclub wohl endgültig den Anschluss an die Aufstiegsplätze verloren hat.

Eine Meldung berührte diese Woche nicht nur Musikfans: Roger Cicero ist tot. Der Jazzmusiker gehörte lange Jahre fest zum Hamburger Musik-Inventar. Der breiteren Öffentlichkeit wurde er sicher durch seinen Auftritt beim Eurovison Song Contest („Frauen regier’n die Welt“) bekannt. Wie diese Woche bekannt wurde, verstarb er kurz vor Ostern in Folge eines Hirnschlags. Er wurde gerade einmal 45 Jahre alt.

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Wie eingangs erwähnt, startete diese Woche auch ein neuer Monat. Das bedeutet nicht nur, dass es sich wieder lohnt, viele tolle Konzerte, Ausstellungen und Sportveranstaltungen in den Kalender einzutragen. Es bedeutet auch, dass die meisten Mietverträge im Schanzenhof ausliefen. Viele der langjährigen Mieter mussten raus. Bereits seit Wochen oder gar Monaten tobt daher der Unmut. Seitens der linken Szene ist von Verdrängung und Kommerzialisierung die Rede. Und so wurde die Schlüsselübergabe auch etwas angespannt, blieb aber verhältnismäßig friedlich. Am Donnerstagabend kam es dann aber doch noch zu einem größeren Polizeieinsatz und Ausschreitungen im Viertel. Ob nun in den kommenden Wochen Ruhe einkehrt, wird spannend zu beobachten sein.

War sonst noch was? Ach ja: Der 1. April an sich. Der Tag, an dem alle versuchen, krampfhaft lustig zu sein und mit Falschmeldungen die Presse und die Leser hinters Licht zu führen. Einmal Lügenpresse mit scharf, bitte! Neben vielen anderen sahen sich auch die Hamburg Towers berufen, eine Woche vor den Playoffs einen rauszuhauen und vermeldeten: “Hamed Attarbashi bei Coach Clininc in Nicaragua – Benka Barloschky vertritt ihn in den ProA-Playoffs.” In die wichtigsten Spiele der Saison ohne Headcoach zu gehen, das klingt nicht zwingend nach einem Scherz, sondern nach Selbstaufgabe. Und die ist angesichts der unklaren Frage, ob man wirklich Aufsteigen könnte, wenn man dürfte, und dem Umstand, dass beide Center verletzt sind, leider nicht ganz ausgeschlossen.

Das Ganze ist demnach eher weniger zum Lachen und auch nicht gerade ein PR-Coup, um auf die Spiele hinzuweisen, sondern eher eine erneute Erinnerung daran, dass Hamburgs Sport noch viele offene Baustellen hat. Also lieber dunken, als joken, liebe Towers- Freitag gibt es auswärts die erste Gelegenheit dafür, Sonntag dann in Wilhelmsburg. Ach und um eines noch klarzustellen: Es ist nicht so, dass wie Benka den Job nicht zutrauen würden. Aber wer soll denn dann an der Seitenlinie rumhüpfen und an der Grenze zum technischen Teamfoul balancieren? Eben!

Über

Andreas kam 2010 zwei Monate für ein Praktikum nach Hamburg. Im Sommer 2012 kehrte er nach abgeschlossenem Studium zurück, um hier als Journalist zu arbeiten. Twitter: @youdazandreasgriess.de Redaktionsleiter von Elbmelancholie

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