#hamburglove

Bilder: Inga Zimmermann
Stadtgefühl

Anfang Januar diesen Jahres habe ich meinen Erstwohnsitz in Berlin angemeldet. Meine Freunde wissen, wie dies für mich war. Wirklich alle, die in dieser Zeit mit mir geredet haben, wissen es. Warum? Ich habe es lautstark verkündet: „Ich will nicht nach Berlin. Ich will in Hamburg bleiben. Hamburg ist mein Zuhause.“ Ich gebe zu, ich mag etwas übertrieben haben. Ich habe lediglich den Wohnsitz in einer anderen deutschen Stadt angemeldet und habe nun auch meine Möbel und den restlichen Krams dort – aber wohnen tue ich gerade aus beruflichen Gründen gar nicht in Deutschland. Ich verlasse Hamburg also nicht wirklich, wenn ich ja nicht wirklich woanders in Deutschland hinziehe, oder?

#hamburglove: Mein einziges "Selfie" in meinem Instagram-Account.

#hamburglove: Mein einziges „Selfie“ in meinem Instagram-Account.

Es ist schon komisch, dass ein Umzug plötzlich so emotional ist – emotional wegen der Stadt und nicht nur der Menschen, die mir lieb sind. Insbesondere, seitdem ich in Hamburg wohnte, sah ich die typische (Ur-)Hamburger-Attitüde mal mehr, mal weniger kritisch. Dieses Denken, Hamburg sei die schönste Stadt der Welt und es komme nichts über sie. Dieses Denken, welches darin endet, dass viele Ur-Hamburger die Stadt kaum zu verlassen scheinen, denn was sollen sie denn schon Besseres sehen? Okay, ich übertreibe etwas und das ist sehr subjektiv empfunden meinerseits. Von außen bzw. als zugezogener Hamburger fühlt man sich natürlich schnell in der Defensive, denn andere Städte mögen ihren Charme haben und bescherten mir gute Zeiten. Aber so erlebte ich es oft: Ausbildung, Studium, Praktikum, Arbeit in Hamburg. Vielleicht eine kurze Zwischenstation woanders, aber dann ging es schnell wieder zurück in die Hansestadt.

Ich hätte nie gedacht, dass mir so etwas so schwer fallen würde. Ich bin jetzt schon sehr oft umgezogen und das nicht nur innerhalb Deutschlands. Doch nie habe ich so lange irgendwo gewohnt, wie in Hamburg (sehen wir mal von den Kindertagen ab). Nirgends anders hatte ich meinen ersten Job, meine erste eigene Wohnung (nein, keine WG!) und auch Elbmelancholie. Doch es ist vor allem die Stadt, die mich hier so wohlfühlen lässt. Ich kenne mich hier aus und es gibt so viele tolle Orte, die einfach wunderbar sind, um die Zeit zu verbringen. Der Stadtpark. Die Alster. Die Landungsbrücken. Das viele Wasser überhaupt. Und alles andere.

Hamburg schafft es einfach, zu überzeugen. Warum dem so ist? Es muss mehr sein als die Architektur, das maritime Flair, das kulturelle Angebot, die wirtschaftliche Situation, das gute Geschäftsklima und die Menschen. Doch was es genau ist, konnte mir niemand so richtig beantworten. Nicht umsonst bezeichnen wir sie als die schönste Stadt der Welt, denn die Stadt ist wirklich wunderschön und das Lebensgefühl ist wunderbar. Es regnet auch gar nicht so oft, wie immer behauptet wird – auch wenn dies wahrscheinlich Ansichtssache wie auch eine Sache der Gewohnheit ist. Hamburg ist mein Zuhause geworden und wird es – vorerst – auch bleiben. Meine Heimat ist da, wo ich herkomme. Mein Zuhause dort, wo ich mich wohlfühle – wo mehr als meine Wohnung und meine Meldeadresse sind. (Glücklicherweise gibt es aber immer auch die Menschen, die mich überall zuhause fühlen lassen.)

 

Über

“Wenn Deutschland, dann Hamburg.” Am liebsten zumindest. Auch wenn es gerade nicht Deutschland ist, Hamburg ist das Zuhause im Herzen. Hier bei Elbmelancholie kann Inga über ihre Erlebnisse in der Hansestadt Hamburg und Gedanken zu den hiesigen Geschehnissen berichten. Stellvertretende Redaktionsleiterin von Elbmelancholie

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