74:65 – Towers gewinnen intensives und kampfbetontes Spiel gegen Nürnberg

Bilder: Andreas Grieß
Hamburg Towers, Sport

Nach dem zweiten Auswärtssieg in Folge am vergangenen Wochenende in Hanau, ging es für die Hamburg Towers Freitagabend wieder in der heimischen Inselpark-Halle weiter. Mit Nürnberg musste gegen einen direkten Playoffs-Konkurrenten gepunktet werden. Lediglich vier Zähler trennten die beiden Teams vor der Partie. Dass es auf Seiten beider Mannschaften um zwei ganz wichtige Punkte ging, zeigte die hohe Intensivität der Partie. Am Ende setzten sich die Türme vor allem Dank einer kämpferischen Leistung durch.

Die Hamburger, die auf ihren Kapitän Robert Ferguson verzichten mussten (Magen-Darm), fanden nur schwer in die Partie. Zwar gingen sie nach wenigen Sekunden durch einen Korbleger von Jonathon Williams mit 2:0 in Führung, wenige Minuten später verloren die Towers jedoch immer mehr den Faden. Zwei Minuten vor Ende des ersten Viertels lagen sie bereits mit acht Punkten zurück (9:17). Xavier Roberson konnte zwischenzeitlich mit einem Dreier zum 14:17 verkürzen. Doch zum Ende des ersten Viertels bauten die Gäste aus Nürnberg ihren Vorsprung wieder auf sieben Punkte aus (14:21). Für Stimmung sorgten zu diesem Zeitpunkt nur die mitgereisten Fans aus Nürnberg. Und Towers-Coach Hamed Attarbashi, der wild gestikulierend und aufgebracht an der Seitenlinie stand. Zufriedenheit sah anders aus.

Starkes zweites Viertel der Towers

Im zweiten Viertel zeigten die Hamburger ein anderes Gesicht. Nach gut zwei Minuten erweckte Jonathon Williams die Halle mit einem Dreier wieder zum Leben und verkürzte zum 19:21. In der dritten Minute des zweiten Viertels drehten die Towers die Partie. Mit einem Dreier gelang Bazou Koné die 22:21-Führung. Plötzlich lief es bei den Hausherren – was auch vor allem an der schwachen Leistung der Nürnberger lag, die in diesem Viertel so gar nicht ins Spielen kamen. Ganz im Gegensatz zu den Towers. Diese lagen knapp zwei Minuten vor der Halbzeitpause bereits mit elf Punkten vorne (34:23). Sogar mit einer Dreizehn-Punkte-Führung ging es für die Towers in die Halbzeitpause (40:27). Jonathon Williams zählte mit 17 erzielten Punkten zum wurfstärksten Towers-Spieler der ersten Halbzeit – untypisch für das Team, dass sonst meist viele Spieler mit ähnlich hohen Punktwerten aufweist.

Topscorer des Abends: Jonathon Williams erzielte in der ersten Halbzeit 17 Punkte. In der zweiten Hälfte konnte er nur noch mit einem Dreier punkten

Topscorer des Abends: Jonathon Williams erzielte in der ersten Halbzeit 17 Punkte, in der zweiten kamen lediglich drei Zähler dazu

Auch im dritten Viertel ging es bei den Towers munter weiter. Bazou Koné und Stefan Schmidt bauten die Führung bis auf siebzehn Punkte aus (45:28). Drei starke Minuten der Nürnberger reichten aber aus, um den Rückstand bis auf sieben Punkte zu verkürzen. Hamed Attarbashi stand hilflos an der Seitenlinie, konnte teilweise nicht mehr hinschauen – was auch an der teilweise fragwürdigen Leistung der Schiedsrichter lag, die die Nürnberger wieder zurück ins Spiel und die Towers aus dem Konzept brachten. Vier Minuten vor Ende des dritten Viertels kamen die Gäste sogar bis auf vier Punkte an die Towers ran (46:42). Drei Dreier in Folge ließen die Türme aber wieder aufatmen: Vincent Kittmann (zwei Dreier) und Bazou Koné (ein Dreier) bauten die Führung bis zum 54:46 aus.

Mit einer sieben-Punkte-Führung (56:49) ging es für die Towers in den letzten Spielabschnitt. Und dieser sollte es in sich haben. Bereits nach einer Minute kamen die Gäste wieder bis auf drei Punkte an die Towers ran. Knapp sieben Minuten vor Ende ging Nürnberg sogar mit 57:56 in Führung. Die Partie schien den Towers zu entgleiten. Fünf Minuten ohne Punkte für die Towers – das gab es schon lange nicht mehr. Doch dann riss Xavier Roberson die 2.800 Zuschauer in der Inselpark-Halle mit einem Dreier zur 59:57-Führung von den Sitzen – darunter die HSV-Spieler Sakai, Gregoritsch, Djourou und Müller. Die darauffolgenden Minuten wurden zur absoluten Nervenschlacht. Beide Mannschaften schenkten sich nichts. Ein Zweikampf folgte auf den nächsten. Knapp zwei Minuten vor Ende der Partie legte Xavier Roberson mit seinem nächsten Dreier nach. Nun lagen die Towers mit 71:63 in Führung. Am Ende ließen sich die Hamburger diesen Vorsprung nicht mehr nehmen und siegten mit 74:65.

Nürnbergs Mauricio Marin blickt der Niederlage ins Gesicht

Nürnbergs Mauricio Marin blickt der Niederlage ins Gesicht

„Wir waren heute nicht vom Glück gesegnet“

Lobende Worte fand Hamed Attarbashi nach der Partie vor allem für die Defensivarbeit seiner Mannschaft: „Am Ende hat die Mannschaft gewonnen, die mehr Herz gezeigt hat. Wir haben unfassbar gut gereboundet. Wir haben hinten unheimlich geackert und uneigennützig gespielt. Und am Ende bringt uns Xavier nach Hause. So kann man schon mal spielen.“ Einen Seitenhieb in Richtung Schiedsrichter konnte sich Attarbashi nach dem Spiel aber nicht verkneifen: „Wir waren heute nicht vom Glück gesegnet.“

Vor allem Michael Wenzl und Stefan Schmidt, die beide schon früh mit vier Fouls „vorbelastet“ waren, bekamen dies zu spüren. Schmidt nach der Partie: „Ich wollte unbedingt zu Ende spielen und musste in den letzten Minuten vorsichtig spielen. Aber ich habe es geschafft.“

Michael Wenzl (l.) und Stefan Schmidt (r.) waren schon früh mit vier Fouls "vorbelastet"

Twin Towers: Michael Wenzl (l.) und Stefan Schmidt (r.) waren in diesem Foul-reichen Spiel sehr gefragt. Im zweiten Viertel standen die beiden Center streckenweise sogar gleichzeitig auf dem Feld,

Saisonsieg Nummer 16. bringt die Towers wieder einen Schritt Richtung Playoffs. Coach Attarbashi blickt selbstbewusst nach vorne: „Wir wollen uns Platz fünf oder sechs nicht mehr nehmen lassen.“ Das sollte zu machen sein. Schließlich stehen die Towers nach dem Sieg gegen Nürnberg mit 32 Punkten auf dem fünften Tabellenplatz. Der Abstand zu einem Nicht-Playoff-Platz beträgt schon acht Zähler. Am kommenden Wochenende steht ein Doppelspieltag an: Freitag müssen die Hamburger bei Tabellenschlusslicht Röhndorf ran. Am Sonntag geht es um 17 Uhr dann im letzten Heimspiel vor den möglichen Playoffs gegen keinen geringeren als den aktuellen Tabellendritten aus Gotha weiter.

Über

Nach dem Abschluss ihres Germanistik-Studiums baut sich die gebürtige Hamburgerin nun ein Standbein als freie Journalistin auf. Da ihr Herz für den Sport und insbesondere für den Fußball schlägt, schreibt sie bei Elbmelancholie vor allem über Themen rund um den Sport. @ElliHyra

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