Internationale Konferenz für Geflüchtete und Migranten: Rund 1500 Voranmeldungen, Crowdfunding läuft noch

Bild: Frederik Röh
Debatte

Am letzten Februar-Wochenende, also vom 26. bis zum 28.02.2016, findet in Hamburg die selbstorganisierte Internationale Konferenz für Geflüchtete und Migranten 2016 statt. Auf Kampnagel werden Geflüchtete und Migraten aus verschiedenen Ländern zusammen kommen und miteinander über verschiedene Themen diskutieren. Zur Finanzierung läuft aktuell noch eine Crowdfunding-Kampagne.

Themenschwerpunkte der Veranstaltung sind der Vorankündigung zufolge unter anderem die Bereiche Fluchtgründe, Abschiebung, neue verschärfte Gesetze gegen Geflüchtete, die Zustände an den EU-Außengrenzen und bisherige Erfolge der politischen Refugee-Kämpfe. Aber auch verschiedene Formen des Rassismus gegen einzelne Flüchtlingsgruppen sollen besprochen werden, ebenso wie die Verquickung von Sexismus und Rassismus in der Debatte nach den Übergriffen in der Silvesternacht. Ziel sei es, konkrete Ideen zu entwickeln, wie die Lebensbedingungen von Geflüchteten und Migranten und Migratinnen in Europa verbessert werden können.

Mit der Konferenz werde eine Möglichkeit geschaffen, geflüchteten und Migraten gehör zu verschaffen, betont Abimbola Odugbesan, einer der Organisatoren der Konferenz: „Es gibt einen riesigen Diskurs über Flüchtlinge in den Medien und in der Gesellschaft, aber unsere Meinungen gehören bislang nicht dazu. Das wollen wir ändern“, so Odugbesan.

Organisatoren aus Deutschland und Frankreich

Wie wir von der Kampnagel Kulturfabrik, die nicht der Veranstalter der Konferenz ist, aber die nötigen Räumlichkeiten stellt, erfahren, haben sich etwa 1100 Flüchtlinge und 300 Aktivisten aus Hamburg, Deutschland aber auch anderen Ländern angemeldet. Deshalb habe man die offene Anmeldung auch erst einmal gestoppt. Ziel sei es nicht eine Informationsveranstaltung durchzuführen, sondern vielmehr eine Art Netzwerktreffen. Verschiedene Migrantengruppen, die sonst wenig miteinander reden, aber durchaus gemeinsame Ziele haben, sollen hier ihre Erfahrungen austauschen können:

Initiatoren und Organisatoren des internationalen Treffens auf Kampnagel sind verschiedene Flüchtlingsinitiativen und Einzelpersonen aus Deutschland und Frankreich, die von Hamburger Aktivistinnen und Aktivisten unterstützt werden. Zu den Organisatoren gehören unter anderem Lampedusa in Hamburg, das Bündnis Recht auf Stadt – never mind the papers! und der Flüchtlingsrat Hamburg. Bereits im August 2015 haben politisch aktive Geflüchtete aus Berlin, Hannover und Hamburg zusammen eine landesweite Konferenz in Hannover abgehalten, an die das Treffen auf Kampnagel nun anknüpfen soll.

Crowdfunding-Kampagne soll Refugees die Anreise ermöglichen

Finanziert wird die Konferenz durch die Unterstützung verschiedener Stiftungen und Organisationen. Das werde aber allein nicht reichen, so die Veranstalter. Bis zum 25. Februar läuft deshalb zusätzlich eine Crowdfunding Kampagne auf nordstarter.org. Dort wollen die Organisatoren zusätzliche 15.000 Euro sammeln. Mehr als 9.000 Euro davon sind bereits zusammen gekommen. Das Geld soll unter anderem für die Anfahrtskosten für Refugees aus Deutschland und Europa mit dem öffentlichen Nahverkehr verwendet werden, sowie für die Verpflegungskosten während der Konferenz. Da Personen mit vielen verschiedenen sprachlichen Hintergründen anwesend sein werden, kommen auch Kosten für Technik für Simultanübersetzung sowie Dolmetscher hinzu.

Und wenn die Crowdfunding-Kampagne scheitert? Die Konferenz werde dennoch stattfinden, verrät man uns. Allerdings laufe man dann Gefahr, das einige der Aktivisten auf den Kosten sitzen bleiben oder es nicht möglich sei, die An- und Abreise für finanziell schwache Teilnehmer aus anderen Regionen zu stemmen.

Doch nicht nur finanziell sind die Organisatoren noch auf der Suche nach Unterstützung, wie man uns mitteilt. Aktuell suche man vor allem Übersetzerinnen und Übersetzer für Englisch in alle Sprachen, insbesondere zu Arabisch, Farsi, Romanese, Somali und Tigrinya. Dringend würden zudem private Schlafplätze gesucht. Ideal seien solche, an denen die Gastgeber die Menschen unterstützen könnten, vor allem, damit sie sich in Hamburg zurecht finden. Potentielle Helfer sollen sich per E-Mail an Koordinationsgruppe der Konferenz wenden.

Über

Andreas kam 2010 zwei Monate für ein Praktikum nach Hamburg. Im Sommer 2012 kehrte er nach abgeschlossenem Studium zurück, um hier als Journalist zu arbeiten. Twitter: @youdazandreasgriess.de Redaktionsleiter von Elbmelancholie

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