CSCL Pacific Ocean

Was diese Woche in Hamburg alles hohe Gravitationswellen schlug

Bilder: Andreas Grieß, Jessic Klepgen
Wochenrückblicke

Schon wieder eine Woche um? Höchste Zeit für den Wochenrückblick. Und was sollen wir sagen? Sie schwimmt wieder: Die CSCL Indian Ocean wurde am Dienstag von einem Dutzend Schleppern befreit und konnte so doch noch in den Hamburger Hafen einlaufen. Nachdem das Schiff dort untersucht wurde, durfte es in der Nacht zum Freitag seine geplante Weiterfahrt antreten. Auf dem Weg zurück nach China begegnete die Indian Ocean dann ihrem Schwesterschiff Atlantic Ocean. Das ebenfalls rund 400 Meter lange und 60 Meter breite Containerschiff machte planmäßig und ohne Komplikationen in Waltershof fest, neben der mit 366 mal 48 Metern auch nicht gerade kleinen MSC Aurora. Im Bild oben ist übrigens ein weiteres Schwesterschiff der beiden CSCL-Schiffe zu sehen: die Pacific Ocean, die im vergangenen Jahr Hamburg besuchte und passenderweise auch das Februar-Bild unseres Elbmelancholie-Kalenders schmückt – als ob wir es gewusst hätten…

Wo wir gerade beim Hafen sind: Der gab am Mittwoch die Kerndaten für das abgelaufene Jahr bekannt. Demnach ging der Containerumschlag um 9,3 Prozent zurück und erreichte noch 8,8 Millionen Standardcontainer. Der Marktanteil in Sachen Containerumschlag an der Nordsee reduzierte sich auf 21,6 Prozent. Hamburgs Hafen ist damit nun nicht mehr der zweit- sondern der drittgrößte Containerhafen Europas. Vor ihm stehen Rotterdam (Niederlande) und neuerdings auch Antwerpen (Belgien).

Auch neuerdings einen Abgeordneten weniger hat die Bürgerschaftsfraktion der AfD in Hamburg. Ludwig Flocken ist aus der Fraktion ausgetreten und wird vorerst fraktionslos weiter im Parlament vertreten sein. Damit kam er wohl einem Rauswurf zuvor. Innerhalb der ohnehin zerstrittenen Fraktion wurde Flocken mangelnde Zusammenarbeit vorgeworfen. Womöglich war Flocken selbst der AfD zu rechts. Als Abgeordneter fiel er zuletzt durch fragwürdige kleine Anfragen auf, in denen er die Vorkommnisse von Silvester etwa als „schwere, ausgedehnte rassistische Ausschreitungen“ gegenüber Deutschen bezeichnete oder forderte, dass Hamburg seine Städtepartnerschaft zu St. Petersburg nutzen solle, um einen angeblichen Konfrontationskurs der Bundesregierung zu unterbinden. Letztere Anfrage wurde vom Senat als “zumindest in der Nähe eines Missbrauchs” betitelt, was Flocke nicht abhielt, nun erneut eine ähnliche Anfrage zu stellen. Ganz so genau nahm er es mit den Fakten darin aber nicht, so dass er als Antwort lesen durfte: „Anders als vom Fragesteller angenommen war der Erste Bürgermeister von 1953-1957, Kurt Sieveking, nicht Mitglied der SPD, sondern der CDU.”

Goldener Pudel abgebrannt

In der Nacht zum Sonntag brannte es erneut in Hamburg. Dieses Mal war es jedoch kein Wohngebäude, das in Flammen aufging, sondern der Golden Pudel Club. Das Gebäude des Clubs sollte eigentlich im April zwangsversteigert werden. Nun geht die Feuerwehr von einem Totalschaden aus.

Goldener_Pudel_abgebrannt

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Und dann war da ja noch das: Am Donnerstag machte eine Meldung die Runde, die das Verständnis von der Welt, in der wir leben, nachhaltig verändern könnte. Was die Fachleute dort zu Papier brachten, war zwar schon lange angenommen und theoretisch diskutiert worden, die Anwendung in der Praxis galt aber selbst für Experten lange Zeit als unwahrscheinlich. Die Rede ist selbstverständlich von der Einführung des Videobeweises in der Bundesliga. Ab kommender Saison soll ein weiterer Assistenzschiedsrichter vor einem Monitor hocken und so besonders schwere Fehlentscheidungen verhindern. Dass diese Meldung kurz nach der Bekanntgabe des Nachweises von Gravitationswellen (das sind nicht die Dinger, die dafür sorgen, dass Arjen Robben bereits in der Nähe anderer Masse zu Fall kommt), ist jedoch reiner Zufall. Außerdem heckt die Liga laut Bild aus, weniger Geld an die Zweitliga-Vereine auszuschütten und womöglich die besten Teams erst später in den Pokal eingreifen zu lassen.

Gemischte Bilanz für Hamburgs Sportler

Höchste Zeit also für die Hamburger Kicker, sich nach oben zu orientieren. Gegen den Tabellenführer aus Leipzig hatte der FC St. Pauli Freitag die Chance, wichtige Punkte im Aufstiegsrennen zu ergattern und schaffte es tatsächlich als 1:0-Sieger vom Platz zu gehen. Auch der HSV hatte am heutigen Sonntag mit Gladbach eine schwere Aufgabe zu meistern. Nachdem die Rothosen zunächst in Rückstand gerieten, schafften sie es, dass Spiel zu drehen. Mit dem 3:2-Sieg sicherten sie sich wichtige Punkte. Und auch die Hamburg Towers wurden vor eine Herausforderung gestellt. Mit den Kirchheim Knights kam der Tabellendritte zu den Basketballern in den Inselpark, in dem die Towers seit neun Spielen ungeschlagen waren. Diese Serie riss nun – und das ausgerechnet unter den Augen eines NBA-Stars.

Schwere Aufgaben hat Hamburgs Sport allgemein vor der Brust. An dieser Stelle sei noch einmal auf unsere kommende Diskussion zu Sportmarketing bei der Social Media Week verwiesen. In den Bezirken formt sich aktuell Protest gegen Kürzungen beim Sportstättenbau, wie der NDR berichtet. Hintergrund: Die Gelder für Asche- und Kunstrasenplätze sollen von vier auf zwei Millionen Euro pro Jahr halbiert werden. Auch die Sanierung von Umkleiden ist davon betroffen. Der NDR zitiert Harburgs CDU-Fraktionsvorsitzender Ralf-Dieter Fischer: “Nachdem die Olympia-Bewerbung gescheitert ist, müssen wir daran gehen, die Sportstätten trotzdem zu sanieren. Wir haben nicht 50 Jahre Zeit dafür.”

Zeitlich nicht gerade up-to-date ist bekanntlich auch die Infrastruktur in Deutschland, wenn es um freie WLAN-Netze geht. Doch da könnte Hamburg nun einen Schritt nach vorne machen. Die Hamburger Hochbahn plant alle U-Bahnstationen und alle ihrer Buslinien mit WLAN ausstatten. Die Nutzung soll kostenlos sein. Bereits im Frühjahr könnte eine Testphase beginnen.

Wir wünschen eine gute, neue Woche!

Über

Andreas kam 2010 zwei Monate für ein Praktikum nach Hamburg. Im Sommer 2012 kehrte er nach abgeschlossenem Studium zurück, um hier als Journalist zu arbeiten. Twitter: @youdazandreasgriess.de Redaktionsleiter von Elbmelancholie

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