Heim-Siegesserie gerissen! Hamburg Towers verlieren 67:75 gegen Kirchheim

Bilder: Andreas Grieß
Hamburg Towers, Sport

Die Hamburg Towers mussten am Samstagabend gegen den aktuellen Tabellendritten aus Kirchheim ran. Der Fünfte gegen den Dritten: Ein wahres Topspiel der ProA. Am Ende reichte es für die Towers nicht zum zehnten Heimsieg in Folge. Die Niederlage war nach Spielende jedoch nicht das einzige Gesprächsthema in der Inselpark-Halle. Vielmehr sorgte ein NBA-Star für Furore: Dennis Schröder! Der 22-jährige Point Guard der Atlanta Hawks ließ es sich nicht nehmen, seinen Kumpel Bazou Koné von der Seitenlinie aus anzufeuern.

Genau dieser Dennis Schröder war es auch, der Bazou Koné Mitte der Woche öffentlich mit der deutschen Nationalmannschaft in Verbindung brachte. Auch nach der Partie bekräftigte der 22-Jährige: „Wir brauchen in der Nationalmannschaft gute Point Guards. Er hat auf jeden Fall das Potential, dahin zu kommen. Momentan muss er nur noch an seiner Aggressivität in der Defensive arbeiten.“ Koné fühlte sich vom Ritterschlag seines Kumpels sehr geehrt: „Das war immer unser Traum als wir noch klein waren, irgendwann zusammen in der Nationalmannschaft zu spielen. Das wäre echt toll.“

Dennis _Schröder_Applaus

NBA-Star Dennis Schröder hielt es selten auf seinem Sitz

Bevor von der Nationalmannschaft geträumt werden durfte, stand für Bazou und Co. aber erst einmal das Match gegen die Kirchheim Knights an. Wie fast bei jedem Spiel konnte Towers-Coach Hamed Attarbashi auch an diesem Abend nicht auf seinen ganzen Kader zurückgreifen. Verletzungsbedingt fielen Réne Kindzeka, Jonathon William (Oberschenkelzerrung) und Kay Gausa (Kreuzbandriss Nummer drei) aus. Dagegen wieder mit im Boot: Steffen Kiese.

Ein Spiel auf Augenhöhe

Bis zur sechsten Spielminute teilten sich beide Mannschaften gleichmäßig die Punkte auf (6:6). Erst eine Minute vor Ende des ersten Viertels konnten sich die Hamburger einen kleinen Vorsprung von vier Punkten erarbeiten (13:9). Auffällig: Kirchheim ließ im ersten Viertel ungewohnt viele Punkte durch nicht verwandelte Freiwürfe liegen. Ganz im Gegensatz dazu Tower Anthony Canty! Mister Zuverlässig von der Freiwurf-Linie verwandelte während der Partie sechs von sechs Freiwürfen. Auch insgesamt zeigte er an diesem Abend wieder einmal eine souveräne Vorstellung vor dem Korb und war mit 12 erzielten Punkten der wurfstärkste Spieler der Towers.

Towers_Kirchheim_Canty

Banger Blick von Anthony Canty an die Anzeigetafel

Mit einem sechs-Punkte-Vorsprung ging es für die Towers in die nächsten zehn Minuten (16:10). Im zweiten Viertel zeigte sich über lange Strecken immer wieder das gleiche Bild: Die Towers zogen bis auf fünf, sechs Punkte davon. Kurze Zeit später kämpften sich die Gäste wieder ran und glichen aus. Drei Minuten vor dem Halbzeitton leisteten sich die Türme jedoch drei Unachtsamkeiten in zwölf Sekunden. Und diese wurden von den Gästen aus Kirchheim kaltschnäuzig ausgenutzt. Wie aus dem Nichts lagen die Gastgeber mit sechs Punkten hinten (24:30). Dank einer kämpferischen Leistung der Towers, zwei Freiwürfen von Anthony Canty und eines Dreiers von Janis Stielow konnte der Abstand bis zur Halbzeit auf drei Punkte verkürzt werden. Mit 31.34-Rückstand gingen die Hamburger in die Kabine.

Sehr starkes drittes Viertel der Towers

Dass die Türme ihr Selbstvertrauen nicht verloren hatten, zeigten sie gleich in den ersten Sekunden der zweiten Halbzeit. Erst ein Sprungwurf von Kapitän Rob Ferguson, dann ein Korbleger von Bazou Koné und gleich im Anschluss wieder Rob Ferguson mit einem Korbleger. Nach nur einer Minute war das Spiel wieder gedreht: Die Towers lagen mit 37:34 vorne. Zwar kamen die Gäste zwischenzeitlich wieder bis auf zwei Punkte ran (45:43), aber die Jungs von Hamed Attarbashi ließen sich davon zu diesem Zeitpunkte nicht beeindrucken. Im Gegenteil: Innerhalb von zwei Minuten bauten Sie ihren Vorsprung bis auf elf Punkte aus (54:45)! Bei diesem Zwischenspurt riss es sogar NBA-Star Dennis Schröder aus dem Hocker. Dieser resümierte nach der Partie: „Das dritte Viertel haben die Towers wirklich sehr, sehr stark gespielt.“

Towers_Kirchheim_Kone

Bazou Koné kam am Samstag auf 10 Punkte, 4 Assists und 3 Rebounds.

Mit einem vier-Punkte-Vorsprung ging es in die letzten Zehn Minuten. Das Spiel wurde immer packender. Beide Mannschaften gingen nun aufs Ganze. Jeder einzelne Towers-Punkt riss die 3.100 Zuschauer von den Sitzen. Sieben Minuten vor Ende vergrößerte Stefan Schmidt die Führung mit einem Freiwurf zum 61:55. Doch Kirchheim spielte weiter munter mit und kam immer näher ran. Zweieihalb Minuten vor Ende gingen die Gäste durch einen Dreier mit 63:66 in Führung. Waren die Towers geschlagen? Der Tabellendritte punktete nach Belieben. Und den Towers gelangen vor dem Korb keine zwingenden Aktionen mehr. Knapp zwei Minuten vor Ende erarbeiteten sich die Gäste einen Vorsprung von fünf Punkten (70:65). Und diesen ließen sie sich dann auch nicht mehr nehmen. Am Ende verloren die Towers trotz einer spielerisch hochklassigen und kämpferischen Leistung mit 67:75.

„Andere Mannschaften wären hier untergegangen“

Towers Coach Hamed Attarbashi war nach dem Spiel sofort klar, wieso es an diesem Abend nicht für einen Sieg gereicht hatte: „In den letzten sieben, acht Minuten hatten wir weniger Führung auf dem Platz. Kirchheim hat das gut verteidigt. Sie haben viel Energie gezeigt. Sie stehen nicht ohne Grund auf dem dritten Tabellenplatz. Andere Mannschaften wären hier untergegangen. In der Einstellung meiner Spieler kann ich überhaupt nichts bemängeln.“ Anthony Canty sah es ähnlich: „Wir haben zum Schluss als Mannschaft keine guten Entscheidungen mehr getroffen. Kirchheim konnte zu leicht punkten. Es war ein knappes Spiel. Leider haben wir die freien Würfe, die wir hatten, nicht ausgenutzt.“

Dennis _Schröder_Crowd_nach_Spiel

Großer Andrang bei Dennis Schröder nach dem Spiel

Am Freitag müssen die Hanseaten in Chemnitz ran. Canty warnte: „Das wird ein ganz, ganz schwieriges Spiel in Chemnitz. Nach der Niederlage heute ist jedes Spiel doppelt so wichtig für uns.“ Auch Koné findet mahnende Worte: „Wir haben jetzt super schwere Spiele vor uns. Da müssen wir aufpassen, dass wir in der Tabelle nicht nach unten rutschen.“

Towers-Coach Attarbashi versuchte die Heimpleite positiv zu betrachten: „Wir müssen das so sehen. Wir haben jetzt zu Hause verloren, dann können wir nun Auswärts gewinnen. Wir drehen das ganze einfach mal um.“ Zu wünschen wäre es, schließlich liegt der letzte Auswärtssieg mehr als drei Monate zurück. Und Auswärtspunkte hätten die Türme auch bitter nötig, schließlich sind sie nach der Niederlage gegen Kirchheim auf den maximal sechsten Tabellenplatz abgerutscht. Der nächste Gegner Chemnitz liegt mit nur einem Sieg weniger als Hamburg auf dem neunten Tabellenplatz, der nicht für die Playoffs reicht. In der Inselparkhalle geht es dank Doppelspieltag schon am kommenden Sonntag (17:00 Uhr) gegen den Tabellenvorletzten Bayer Giants Leverkusen weiter.

Weitere O-Töne der beiden Trainer zum Spiel, sowie unter anderem zur Verletzung von Kay Gausa im Video von der Pressekonferenz nach dem Spiel:

Video

Über

Nach dem Abschluss ihres Germanistik-Studiums baut sich die gebürtige Hamburgerin nun ein Standbein als freie Journalistin auf. Da ihr Herz für den Sport und insbesondere für den Fußball schlägt, schreibt sie bei Elbmelancholie vor allem über Themen rund um den Sport. @ElliHyra

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