Schöne Bescherung: Hamburg Towers verabschieden sich mit einem 70:63-Sieg gegen Trier in die Weihnachtsferien

Bilder: Andreas Grieß
Hamburg Towers, Sport

Im letzten Heimspiel des Jahres 2015 empfingen die Hamburg Towers am Samstagabend den Tabellenzehnten aus Trier. In einer sehr umkämpften und Foul-reichen Partie setzten sich Hamburgs Basketballer in den letzten 60 Sekunden schlussendlich gegen die Gladiators Trier mit 70:63 durch und feierten den sechsten Heimsieg in Folge. Es war das i-Tüpfelchen einer erfolgreichen Hinrunde.

In der mit 2.900 Zuschauern gut gefüllten Inselpark-Halle machten die Gäste aus Trier die ersten Punkte der Partie und gingen nach zwei Minuten mit 4:0 in Führung. In den ersten Minuten zeigten die Towers etwas Nerven. Die Pässe und Würfe wollten noch nicht richtig sitzen. Nach drei Minuten wachten die Spieler von Coach Hamed Attarbashi aber auf: Bazou Kone und Stefan Schmidt glichen durch jeweils einen Korbleger zum 4:4 aus.

In der fünften Minute gingen die Hamburger dann nach einem Korbleger von Jonathon Williams erstmals in der Partie in Führung (8:7). In den darauffolgenden Minuten zeigten die Towers über weite Strecken eine souveräne Leistung und bauten ihre Führung zwischenzeitlich sogar auf sechs Punkten aus. Aber auch die Gäste aus Trier spielten munter mit, was zur Folge hatte, dass sie wenige Sekunden vor Ende des ersten Viertels noch zum 16:16 ausglichen.

Die Gladiators Trier kämpften sich zurück

Im zweiten Viertel zeigten die Hausherren einen munteren Beginn. Innerhalb von eineinhalb Minuten bauten sie eine sieben-Punkte-Führung auf (23:16): erst ein Sprungwurf von Anthony Canty, dann ein Dunk von Bazou Kone und zu guter Letzt ein Dreier von Kapitän Rob Ferguson.

Kurze Zeit später zeigte sich dann aber plötzlich ein ganz anders Bild. Die Towers ließen die Gladiators Trier wieder ran kommen. Knapp fünf Minuten vor der Halbzeitpause war die Führung der Towers bis auf zwei Punkte geschmolzen (27:25). Dank eines überragenden Bazou Kone, der in dieser Partie mit 21 erzielten Punkten auch der absolute Top-Scorer der Towers werden sollte, bauten die Hamburger ihre Führung aber wieder auf sieben Punkte aus (36:27). Die Towers verabschiedeten sich mit einer 36:29-Führung in die Kabine.

Elf-Punkte-Führung der Towers

Wie schon im zweiten Viertel legten die Towers auch im dritten Viertel gut los. Nach einem Dreier durch Rob Ferguson und einen Korbleger von Jonathon Williams lagen sie nach zwei Minuten schon mit elf Punkten vorne (42:31). Doch die Partie entwickelte sich zunehmend zu einem ständigen Auf und Ab. Drei Minuten vor Ende des dritten Viertels fingen die Towers plötzlich wieder an zu Wanken. Dies nutzte Trier gekonnt aus und punktete vorne fleißig.

Vergeblich versuchten Bazou Kone und Co. ihr Punktekonto durch Dreier-Würfe wieder auf Vordermann zu bringen. Doch es war wie verhext: Kein Ball wollte in den Korb. Die Partie schien den Towers das erste Mal an diesem Abend zu entgleiten. Zwei Minuten vor Ende des dritten Viertels stand es nur noch 48:47 für die Towers. Die Gäste aus Trier kamen bis auf einen Punkt ran. Durch einen erfolgreich verwandelten Freiwurf gelang dann sogar der 48:48-Ausgleich. Es entwickelte sich eine hitzige Partie mit vielen Fouls. Beide Teams kämpften um jeden Ball.

Beide Teams spielten auf Sieg

Die Towers gingen mit einer 49:48-Führung in die letzten zehn Minuten der Partie. Die Zuschauer in der Inselpark-Halle spürten, dass ihre Jungs ihren sechsten Mann brauchten. Doch die lautstarke Unterstützung der Halle half zunächst nur wenig. Trier ging nach einem unglücklichen Pass von Bazou Kone mit 50:49 in Führung. Jonathon Williams fand aber gleich im Gegenzug die richtige Antwort: Mit einem Korbleger brachte er die Towers wieder mit 51:50 in Front. Die Partie war nun ein ständiges Hin und Her. Beide Teams wollten den Sieg.

Knapp sechs Minuten vor Schluss sprintete Bazou Kone nach einem Steal zum Dunk und gleichzeitig auch zur 57:52-Führung für die Towers. Eine Minute später legte Stefan Schmidt, der an diesem Abend gegen seinen ehemaligen Klub spielen musste, mit zwei Freiwürfen nach und baute die Führung wieder auf sieben Punkte aus (59:52). Eine Minute vor Schluss führten die Towers dann schon wieder nur noch knapp mit einem einzigen Punkt. Dank starken letzten 60 Sekunden konnten sie sich in einer packenden Schlussphase letztendlich aber doch noch mit 70:63 durchsetzen.

„Wir müssen den Sack viel früher zu machen“

Towers-Coach Hamed Attarbashi, der über weite Strecken der Partei völlig außer sich an der Seitenlinie stand und entnervt mit den Armen fuchtelte, fand nach dem Sieg auch mahnende Worte: „Wir müssen unbedingt versuchen schlauer zu spielen. Wir hätten den Sack viel früher schon zu machen müssen.“ Trotzdem zog er eine positive Hinrundenbilanz: „Wir haben trotz der ganzen Verletzten eine sensationelle Hinrunde gezeigt. Jetzt müssen wir nur noch mehr die Automatismen einstudieren.“

Auch Top-Scorer Bazou Kone war nach dem Sieg positiv gestimmt: „Es war ein schöner Sieg zum Abschluss des Jahres. Es war zwar kein Glanzstück, aber wir haben gut gekämpft und die Köpfe nicht hängen gelassen.“ Vor allem für den Ex-Gladiator aus Trier, Stefan Schmidt, war es ein besonderes Spiel – nicht nur weil er vorzeitig mit fünf persönlichen Fouls das Spiel beenden musste: „Wenn du gegen deinen Ex-Klub spielst, ist das immer ein wichtiges Spiel. Es war sehr kampfbeton und mit vielen Fouls, so habe ich das auch erwartet.“

Nach dem Spiel verabschiedeten sich die Hamburg Towers in ihre verdienten Weihnachtsferien. Viel Zeit zum Ausruhen gibt es für die Spieler jedoch nicht. Am 26. Dezember steht wieder Training an und das nächste Spiel gibt es gleich zu Beginn des neuen Jahres. Am 2. Januar (19:30 Uhr) kommt zum Start der Rückrunde mit den Science City Jena der derzeitige Tabellenführer in die Inselpark-Halle nach Wilhelmsburg. Der Towers-Trainer wagte aber schon einen Blick nach vorne: „Der Januar wird ein sehr wichtiger Monat. Da spielen wir gegen alle, die da so unten in der Tabelle rumschwirren. Da können wir einen riesigen Schritt nach vorne machen.“

Über

Nach dem Abschluss ihres Germanistik-Studiums baut sich die gebürtige Hamburgerin nun ein Standbein als freie Journalistin auf. Da ihr Herz für den Sport und insbesondere für den Fußball schlägt, schreibt sie bei Elbmelancholie vor allem über Themen rund um den Sport. @ElliHyra

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