Hamburg Towers gegen Röhndorf: Towers-Sieg zum Nikolaus

Bilder: Andreas Grieß
Hamburg Towers, Sport

Die Hamburg Towers empfingen am Sonntagnachmittag den Tabellenletzten der ProA aus Röhndorf. Auf dem Papier eine scheinbar klare Angelegenheit für den Tabellenfünften aus Hamburg. Aber nur scheinbar, denn die Dragons Röhndorf zeigten über weite Strecken der Partie, dass in ihnen mehr steckt als der letzte Tabellenplatz. Am Ende setzten sich die Türme aber mit 89:74 durch.

Verschluderte Punkte

Die Towers gingen zwar nach wenigen Sekunden durch einen frech ausgekonterten Korbleger von Bazou Kone mit 2:0 in Führung, doch die Gäste aus Röhndorf ließen sich davon nicht wirklich beeindrucken. Kurze Zeit später lagen sie schon mit 2:5 vorne. Viele unkonzentriert und nicht mit letztem Willen ausgespielte Würfe prägten das Towers-Spiel des ersten Viertels. In der sechsten Spielminute fiel der 6:6-Ausgleich durch Anthony Canty. Danach fanden die Towers wieder in die Spur. In nur wenigen Sekunden bauten sie ihr Punktekonto aus. Besonders sehenswert: der Dreier von Bazou Kone zum 11:6.

Auch einige Flüchtlinge drückten ihre Sympathien für das Hamburger Team aus

Auch einige Flüchtlinge drückten ihre Sympathien für das Hamburger Team aus

In den letzten zwei Minuten fingen die Towers aber wieder an zu schludern. Die Partie drohte zu kippen. Plötzlich stand es 13:18 für Röhndorf. Auch bis zum Ende des ersten Viertels konnten die Hamburger den Rückstand nicht viel kleiner werden lassen. Sie lagen 15:20 zurück.

Zehn-Punkte-Führung und ein Alley Oop Dunk zum Ersten

Im zweiten Viertel zeigten die Towers eine muntere und konzentriertere Leistung. Das Ergebnis: Nach knapp zwei Minuten war der Rückstand bis auf einen Punkt geschrumpft. Und kurz danach gelang durch Xavier Roberson die 24:22-Führung. Die Towers lagen wieder vorne! Und diesmal ließen sie den Schlendrian nicht raus. Es gelang ein Spielzug nach dem nächsten. Drei Minuten vor der Halbzeitpause bauten die Towers ihr Führung bis auf zehn Punkte aus (36:26)! „Schuld“ daran war vor allem einer: Xavier Roberson.

Den Gästen gelang bis zur Halbzeitpause nur noch wenig. Sie kamen ledigleich durch Freiwürfe zu Punkten. Ganz im Gegensatz dazu glänzten die Towers durch gekonnt ausgespielte Spielzüge. Besonders sehenswert: der Alley Oop Dunk von Jonathon Williams zum 40:31. Mit einer 43:35-Führung gingen die Towers zur Halbzeit in die Kabine.

Acht Minuten Punkteflaute

Nach der Halbzeitpause zeigte sich Röhndorf von einer anderen Seite. Der Drang zum Korb war wieder da. Den Gästen gelang ein Punkt nach dem anderem. Der Vorsprung der Towers schmolz immer weiter. In der fünften Minute des dritten Viertels gelang den Dragons schließlich der 49:49-Ausgleich – und das hochverdient. Die Hamburg Towers hatten nach der Pause den Faden verloren. Fast kein Wurf wollte sitzen, der Ball wollte einfach nicht in den Korb. In der siebten Minute gingen die Gäste dann sogar mit 49:53 in Führung.

In der Halle war es nun mucksmäuschenstill. Doch Travis Warech beendete die Durststrecke mit einem Freiwurf. Endlich wieder ein Lebenszeichen der Towers! Es war der erste Towers-Punkt nach sage und schreibe acht Spielminuten!! Die Halle spürte, dass die Mannschaft ihre Unterstützung brauchte. Lautstark feuerten sie ihre Jungs wieder an. Diese ließen sich von der Stimmung anstecken. Und plötzlich gelangen wieder die Spielzüge. Erst ein Korbleger durch Anthony Canty, dann ein Dunk durch Michael Wenzl und schließlich ein Korbleger durch Travis Warech. Die Towers kamen bis zum Ende des dritten Viertels durch eine geschlossenen Mannschaftsleitung bis auf zwei Punkte an die Dragons aus Röhndorf ran (56:58).

Ein Allay Oop Dunk zum Zweiten

Die letzten zehn Minuten beginnen. Nach zwei Minuten gelang Stefan Schmidt durch einen Korbleger der 58:58-Ausgleich für die Türme. Nun war für die Towers wieder alles drin. In der dritten Minute gingen die Towers auch endlich wieder in Führung (61:60). Jonathon Williams legte nur wenige Sekunden erneut mit einem wunderbaren Alley Oop Dunk nach (63:62). Dazu Bazou Kone nach dem Spiel: „Wenn die es nicht merken, versuchen wir den Spielzug natürlich wieder.“ Und die Towers hatten nicht genug: Xavier Roberson legte mit einem Dreier nach. Es waren noch sechs Minuten zu spielen und die Towers lagen mit vier Punkten vorne (66:62). Die Erwartung bei den 2.600 Zuschauern in der Inselpark-Halle in Wilhelmsburg stieg.

Impressionen vom Spiel gegen die Dragons Rhöndorf

Rhöndorf versuchte sich immer wieder ran zu kämpfen, machte aber die Treffer nicht. Vier Minuten vor Ende bauten die Towers ihren Vorsprung weiter auf zehn Punkte aus (72:64). Die Gäste schienen geschlagen. Die Towers bauten ihre Führung weiter aus. 12 Punkte. 13 Punkte. Drei Minuten vor Schluss sogar 14 Punkte. Röhndorf war endgültig geschlagen. Den Gästen gelang nichts mehr. Die Towers spielten sie in den letzten Minuten schwindelig. Eine Minute vor Schluss zogen die Towers dann sogar mit 18 Punkten (87:69) davon. Am Ende gewannen sie mit 89:74. Und das – trotz der zwischenzeitlichen Hängepartie – hochverdient. Topscorer bei den Towers waren Jonathon Williams (23 Punkte) und Xavier Roberson (22 Punkte).

Trotz des Sieges war Towers-Coach Hamed Attarbashi nicht vollkommen zufrieden: „Unsere Körpersprache heute war schlecht. So ist das eben im Basketball. Wenn du kurz schwächelst, fallen die Gegner wie Hyänen über dich her. In den letzten Minuten war jeder Wurf für Rhöndorf eine Pest. Da haben wir gezeigt, dass wir zu Hause ein Macht sein können.“

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Nach dem Sieg wurde mit dem Fans gefeiert

Auch Bazou Kone bemängelte vor allem die fehlende Körpersprache: „Wir sind mit dem Sieg zufrieden. Aber nicht mit der Art, wie wir gewonnen haben. Unsere Körpersprache war heute nicht da. Wir mussten unsere Favoritenrolle beweisen. Damit taten wir uns sehr schwer.“

Am nächsten Samstag müssen die Towers in Gotha gegen die OeTTINGER Rockets ran. Attarbshi erwartet dort eine völlig andere Partie: „Das wird ne schwere Kiste für uns. Es ist mental aber besser gegen Gotha zu spielen, als zu Hause gegen den Tabellenletzten.“ Das nächste Heimspiel in der Inselpark-Halle steht dann am 19.12. (um 19 Uhr) gegen die Gladiators Trier an. Danach dürfen die Hamburgern in die wohlverdiente Weihnachtspause.

Über

Nach dem Abschluss ihres Germanistik-Studiums baut sich die gebürtige Hamburgerin nun ein Standbein als freie Journalistin auf. Da ihr Herz für den Sport und insbesondere für den Fußball schlägt, schreibt sie bei Elbmelancholie vor allem über Themen rund um den Sport. @ElliHyra

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