Olympia: Wer Sonntag dagegen war, muss ab sofort für etwas sein

Bild: Andreas Grieß
Olympia in Hamburg

Es ist entschieden: Hamburg ist mehrheitlich dagegen, sich für Olympia zu bewerben. Mehr Menschen sind denen gefolgt, die argumentierten, dass das Risiko für Hamburg zu groß sei, dass die Pläne für die Spiele und die Nachnutzung nicht gut seien, dass es bessere oder wichtigere Projekte gibt, denen man sich widmen könnte.

Es war nur ein Kreuz, doch es hatte große Folgen. Demokratie bedeutet jedoch nicht nur, hin und wieder über etwas abzustimmen, sondern auch Verantwortung zu übernehmen. Eines der Mottos der Olympia-Gegner war „etwas Besseres als Olympia“. Ab sofort ist es Zeit derjenigen, die sich gegen die Spiele engagiert haben und dagegen gestimmt haben, dieses „etwas Besseres“ in Formen zu gießen. Es ist Zeit für Konzepte.

Nun müssen die Wahlsieger Vorschläge erarbeiten, wie stattdessen der Spitzen- und Breitensport gefördert werden soll, vor allem in den Sportarten, die nicht Fußball heißen.
Nun müssen die Wahlsieger Vorschläge erarbeiten, wie die Stadtentwicklung gen Süden stattdessen ausfallen soll – vor allem ohne Bundeszuschüsse.
Nun müssen die Wahlsieger Vorschläge erarbeiten, welche Rolle Hamburg ohne Olympia im weltweiten Vergleich spielen soll.
Nun müssen die Wahlsieger Vorschläge erarbeiten, wie der Weltsport sich ohne aktives Mitwirken Hamburgs reformieren soll und ob Olympia in demokratischen Städten stattfinden soll.
Nun müssen die Wahlsieger Vorschläge erarbeiten, was Hamburg stattdessen mit den Geldern machen soll, die für Olympia zur Verfügung gestellt worden wären.

Das können andere Großprojekte sein. Das können eine Vielzahl von kleinen Initiativen sein. Aber es sollten mehr sein, als Halbsätze, sondern ausgearbeitete Konzepte. Es gab ein Konzept für Olympia und Stadtentwicklung, das von Sportverbänden, Parteien und weiteren Akteuren erarbeitet wurde. Es ist das gute Recht einer mündigen demokratischen Gesellschaft ein solches Konzept abzulehnen. Aber genauso, wie man das Votum akzeptieren sollte, sollte man die geleistete Arbeit anerkennen.

Kommen von denjenigen, die gegen das Olympia-Konzept waren, nun keine Alternativkonzepte, war das Votum keine Wahl für eine Alternative, sondern nur ein Faustschlag in die Magengrube all derer, die viel Arbeit in das Konzept gesteckt haben, all derer, die sich ehrenamtlich in Sportvereinen und Verbänden engagieren und all derer, die trainieren, weil sie von Olympia träumen.

Ich bin gespannt, ob es in Zukunft Vorschläge aus den Reihen der Wahlsieger geben wird. Und ich bin gespannt, ob ich dann über diese abstimmen dürfen werde. Aber in diesem Fall bin ich der Zukunftspessimist: Ich glaube nicht daran.

Über

Andreas kam 2010 zwei Monate für ein Praktikum nach Hamburg. Im Sommer 2012 kehrte er nach abgeschlossenem Studium zurück, um hier als Journalist zu arbeiten. Twitter: @youdazandreasgriess.de Redaktionsleiter von Elbmelancholie

17 Kommentare

  1. klar, gerne erarbeite ich als wahlsieger konzepte. gebt uns das gleiche finanzvolumen wie den olympia-leuten und wir planen mit sicherheit etwas sinnvolleres woruüber gerne auch abgestimmt werden kann! – und vielleicht ging es bei der abwahl von olympia ja nie so sehr um den spitzen- und breitensport, als viemehr die negativen folgen für alle normalen bürger!? *

    • Es ist ja nicht nur so, als arbeiten Leute mit einem Finanzvolumen an olympischen Ideen. Und vielleicht betreffen die negativen Folgen der Abwahl von Olympia auch mehr den Spitzen- und Breitensport als „die Olympia-Leuten“

  2. Want some cheese with your whine?

    Es ging uns Olympiagegnern nie darum der Stadt Hamburg die 1,2Mrd und dem Bund die restlichen 6Mrd zu ersparen. Uns ist es auch egal, dass wir durch diese Veranstaltung eine korrupte Organisation und menschenverachtende Großkonzerne unterstützen würden. Ein neuer Stadtteil für die Bonzen, nachdem die Hafencity schon so gut angelaufen ist? Sowas stört uns doch nicht und dafür zahlen wir genauso gerne, wie für Ole von Beust Geldverbrennungsplast! Dass Hamburg für Touristen noch attraktiver wird, ist natürlich auch für den Durchschnittsbürger, der wenig bis keine eigenen Hotels besitzt total vorteilhaft.

    Das war nicht unser Beweggrund! Uns ging es ausschließlich darum euch den Spaß zu nehmen und einfach mal dagegen zu sein und deshalb ist es nur richtig, dass wir uns jetzt für euch ein neues Konzept ausdenken.

    Ironie beiseite. Ein paar Olympiaprofiteure versuchen die Spiele nach Hamburg zu holen, um die eigenen Interessen zu vertreten. Der durchschnittliche sportbegeisterte Pöbel konnte von der Springerpresse mobilisiert werden und nun, nachdem jeder dagegen gestimmt hat, der in der Lage ist weiter zu denken, als von der Couch zum Klo, regt ihr euch auf, seid schlechte Verlierer und spielt die beleidigte Leberwurst.
    Warum soll ich mir Gedanken dazu machen, wie Spitzen- und Breitensport gefördert werden soll? Mich interessiert weder Spitzen-, noch Breitensport. Aber wenn du unbedingt einen Vorschlag brauchst: Baut Bolzplätze, Spielplätze und Turnhallen. Das ist billiger, nachhaltiger und es haben viel mehr Menschen etwas davon. Man könnte Sportvereine besser fördern, Kindern, Jugendlichen und auch Erwachsenen aus einkommensschwachen Familien den Sport subventionieren und auch das HVV Ticket bezahlen, damit sie diese Angebote nutzen können. All das wären sinnvollere Dinge, für die man 1,2Mrd € ausgeben könnte, anstatt eine Veranstaltung nach Hamburg zu holen, die uns 2 Wochen unterhält und mit einer Hafencity 2 und einer elitären Autospur dem einfachen Pöbel von seinen Steuergeldern einen Tritt ins Gesicht verpasst.

    • Man unterstützt aber nicht nur diese Großkonzerne. Die gehen nun einfach in eine andere Stadt. Bremsen kann man sie nur bei sich selbst. Aber darum geht es ja gar nicht, sondern um den zweiten Teil. Dich interessieren weder Breiten- noch Leistungssport? Sehr schade. Das zeigt mir nur, wie wichtig für eben beides Großereignisse sind, um Menschen zu erreichen. Wenn du den vielen menschen, die hier tätig sind, aber sagts. Brauch ich nicht will ich nicht, dann stell ihnen doch einen alternativen Lebensentwurf entgegen. Mit mehr Sportplätzen und Turnhallen ist ein Anfang gemacht. Aber setzt sich wirklich jemand für sie ein? Und wie gesagt: Es ist nur ein Anfang.

  3. Hallo Andreas,

    du redest davon, dass mit viel Mühe ein großartiges Konzept erarbeitet worden wäre. Dem kann ich so leider nicht zustimmen. In einer Stadt wie Hamburg, die mit der Elbphilharmonie gerade ihr großes finanzielles Debakel erlebt hat, hätte jedem Politiker klar sein müssen, dass ein Finanzkonzept in Blei gegossen sein muß. Es ist also nicht darum gegangen, oben dem Sport die Förderung nicht gönnt. Nur der erfahrene Bürger glaubt politischen Absichtserklärung für die finanzielle Seite solcher Projekte eben nicht. Nicht einmal der Bundeszuschuss von 6,2 Mrd war bis zum gestrigen Referendum zugesagt. Wäre es da nicht sinnvoll gewesen, wenn Sportsenator Neumann und Bürgermeister Scholz den Leuten in Berlin auf die Füße treten, anstatt hier von einer Champagnerparty zur nächsten zu wandern? Ich bedaure die gestrige Entscheidung für die vielen Engagierten ebenfalls. Nur was wir gestern erlebt haben, ist das Ergebnis von Politikerversagen. Politiker die sich am Tag danach auch noch hinstellen und öffentlich Sätze wie „wer das Volk fragt, der muss die Antwort auch ertragen“ kundtun. (O-Ton Michael Neumann bei NDR Info) Was sind das für Demokraten die dort in der Bürgerschaft sitzen?Der Souverän, dessen Interessen sie vertreten sollen, wird als lästig empfunden. Jungs ihr habt es einfach nicht geschafft euren Arbeitgeber von euren Plänen zu überzeugen. Entweder weil der Plan schlecht war oder ihr die ihn nicht vernünftig erklärt habt. Von daher möge man diesem Senat bitte keine Mittel zur Verfügung stellen. Jeder Cent würde sinnlos vergeudet.

    • Da hast du sicherlich recht. Gerade die Finanzierungsfrage war diletantisch, wobei ich beim BMI manchmal nicht weiß, ob da nicht Kalkül hinter steckt. Ganz so pessimistisch, dass jeder Cent vergeudet wurde, wäre ich jedoch nicht. Es gab immerhin einen Dialog zu vielen wichtigen Themen. Umso wichtiger ist jetzt, dass er nicht mit dem Votum verebbt, sondern weiter über Stadtentwicklung, Sportförderung, Barrierefreiheit gesprochen wird. Sonst wäre alles wirklich verschenkt gewesen.

  4. Das klingt ja beinahe, als wäre Hamburg ohne Olympia dem Untergang geweiht …

    Im Übrigen: Ein glaubwürdiges Finanzierungs- und Verkehrskonzept für Olympia fehlte. Die Angst herrschte vor, dass die Preise und Mieten durch Olmypia weiter steigen würden, wie sie das in anderen Olympia-Städten automatisch tun. Dass sich Leute hier bereichern, die nichts mit Hamburg oder dem Gemeinwohl zu tun haben. Es war ein Votum gegen Korruption und Verarschung.

    Und weshalb sollten die Nein-Sager jetzt Stadtentwicklungskonzepte vorlegen? Klingt ja beinahe, als wäre Olympia alternativlos gewesen. Und weshalb wurde die Bürger nicht VORHER gefragt?

    Nein, dieses Nein ist und war das gute demokratische Recht der Hamburger Bürger. Feierabend. Soll sich die Profiteure doch was anderes ausdenken. Wir haben von solchen Großprojekten die Schnauze voll. Und ganz andere Probleme.

    • Naja, wurde nicht vorher gefragt? Vor dem Referendum haben einige der nolympia-leute doch noch gesagt, es sei ZU FRÜH zum Abstimmen…
      Ja, es gab Gründe für ein nein und ja, es wurde einige Arbeit nicht gut genug gemacht. Das stelle ich nicht in Abrede. Aber es war ein ja/nein Votum. Kein Plan A oder Plan B Votum. Nachdem der Senats-Plan abgelehnt wurde, muss nun diskutiert werden, wie die Stadt sich in verschiedenen Aspekten stattdessen entwickeln soll und es ist doch nur sinnvoll, wenn sich daran nicht nur diejenigen beteiligen, deren Vorschlag abgelehnt wurde (der Senat). Genau das meine ich, wenn ich sage, dass man nun auch „für“ etwas sein muss.

      Ein Wort noch zu den „Profiteuren“: Die einen haben sich schon etwas anderes ausgedacht: Einfach eine andere Stadt. Die anderen, der Sport in D zum Beispiel, braucht jedoch dringend etwas anderes. Denn er wurde quasi als „Kolleteralschaden“ mit geschädigt.

      • Kannst Du bitte die letzten vier Zeilen erläutern? Abgesehen davon, dass Du an keiner einzigen Stelle irgendwo sinnige Rückschlüsse ziehst und Dich auf Fakten stützt, zeigen diese vier Zeilen, dass Du einfach nur versuchst irgendwas Gescheites „zu Papier“ zu bringen und dabei nicht mal merkst, dass alle sehr klugen Kommentare hier Dich von vorne bis hinten mit Argumentationen zerlegen und Du Dich dabei völlig lächerlich machst und bloß stellst.

        • Da ich jetzt nicht weiß auf welchem Gerät du unterwegs bist und was demnach die letzten vier Zeilen sind, gehe ich mal vom letzten Absatz der Kommentars, auf den du antwortest, aus:
          Mark schrieb, die „Profiteure“ sollen sich etwas anderes ausdenken. Darauf verweise ich dass es mehrere Profiteure von Spielen gibt. Das sind sicher unter anderem die oft – mitunter zurecht – kritisierten Verbände und Sponsoren. Die trifft das nein aus Hamburg jedoch nicht, weil sie die Spiele nun immernoch in Paris, Rom, LA oder Budapest austragen können. Die anderen Profiteure wären zB Baufirmen hier gewesen, allen voran aber viele Sportler und „abseitigere“ Sportarten. Auch sie wurden „getroffen“, obwohl, so die Aussage vieler nein-Votierer, ihnen kein „nein“ galt.

  5. Andreas Grieß, du widersprichst dir selber.
    „Es war ein Ja/Nein-Votum. Kein Plan A oder Plan B-Votum“ – du verhältst dich aber, als wäre es Letzteres. Aus deinem Eintrag lässt sich weiterhin kaum verhohlene Wut und Enttäuschung herauslesen, ebenso wie der (in Ermangelung eines besseren Wortes und weil du es offensichtlich so verwenden wolltest) „Seitenhieb“ im letzten Absatz.
    Natürlich ist es unwahrscheinlich, dass du über jeden kleinen Plan zur Verbesserung der Infrastruktur der Stadt Hamburg abstimmen darfst. Du tust jedoch so, als sei das Gang und Gebe bzw. als sei es unüblich gewesen, über den Olympia-Plan abzustimmen. Das ist jedoch beides Schwachsinn. Das Ergebnis hat mehr als irgendetwas anderes deutlich gemacht, wie wichtig dieses Votum war, denn es fiel sehr knapp aus und es ging um sehr viel Geld. Die Meinung der Bevölkerung war gespalten und um eine demokratische Entscheidung treffen zu können, wurde sie befragt. Und die Bevölkerung hat entschieden. Das ist ja eigentlich das Tolle an einer Demokratie, wie du sie zwischen den Zeilen lobst, dass das Volk wichtige Entscheidungen mitbestimmen kann, nur erfordert das von den „mündigen“ Bürgern auch, zu akzeptieren, wenn offensichtlich nicht die Mehrheit ihrer Meinung war.
    Fakt ist, dass auf den Wahlzetteln nicht stand „Ich bin für Olympia“ und „Ich habe einen besseren Plan“. Natürlich behaupten das einige von sich, aber um gegen Olympia zu sein, braucht man keinen besseren Plan, man kann auch ganz schlicht und ergreifend dagegen sein. Aufgrund der Tatsache, dass Hamburgs knapp 37 Milliarden Euro Schulden nicht noch größer werden müssen, zum Beispiel.
    Weiterhin sind die Vorwürfe, die jetzt von den Ja-Wählern kommen, zwar menschlich gesehen nachvollziehbar (jeder hat gern Recht…), jedoch in höchstem Maße anstrengend und vor Allem undemokratisch, denn ihr versucht damit, jemandem seine Meinung schlechtzureden, unmittelbar, nachdem dieser sie eindeutig geäußert hat. Irgendwann muss auch Schluss sein.
    Ich habe gesehen, dass du Leichtathletik betreibst und mir ist klar, dass die wenigsten Sportler Verständnis dafür haben, doch es gibt Menschen, die interessieren sich einfach nicht für Sport und es hier so darzustellen, als hätte Olympia daran etwas geändert, ist verblendet. Ich wünsche den Hamburgern Sportlern dennoch, dass sich andere Wege auftun, euren Sportarten mehr Leben (und Geld) einzuhauchen, diese Aufgabe ist jedoch nicht die derer, die das nicht interessiert und das sollte sie (in eurem Interesse) auch nicht sein.
    Grüße

    • Wenn es nun einen Plan B gäbe bräuchte ich ja nicht nach einem rufen. Der „Seitenhieb“ soll eigentlich nur zeigen, dass es zum Ablehnen auch dazu gehört, anzuerkennen, dass man jemanden damit etwas – demokratisch legitimiert – untersagt. Wer nichts zur Abstimmung stellt, muss das nicht. Im übrigen ist es nicht üblich, dass über Olympia abgestimmt wird. keine der anderen Kandidatenstädte macht das. Und können wir über die Fußball-EM abstimmen? ich denke nein. Und dennoch finde ich es richtig, das abgestimmt werden durfte.

      Du schreibst: „Irgendwann muss auch Schluss sein“. Ja. Aber doch nicht direkt nach dem Referendum. Stellst du dir so eine Demokratie vor? „Wollen wir heute chinesisch Essen?“ Nein!“. Ende der Diskussion. Nicht die Frage: „Was essen wir denn dann?“

      Was du am Ende schreibst ist sehr richtig. Und auch deshalb frage ich ja nach den Konzepten der Nein-Sager. Wie soll man ihr nein verstehen? Als nein an Sportförderung? Als Nein an Sportgroßveranstaltungen generell? Oder wollen wir z.B. eine Schimm-WM? Du wirst doch verstehen können, dass die Verantwortlichen in den Vereinen/Verbänden darauf Antworten wollen und nicht wieder Monatelang zT ehrenamtlich planen werden um dann ein Nein um die Ohren zu bekommen. Genau diese Gefahr sehe ich nämlich, wenn es nun keinen Dialog gibt. Dass sich von den Pro-Aktivisten viele nicht mehr engagieren werden.

      Damit abschließend: Genau das fordere ich doch mit dem Kommentar. Das deutlich darüber gesprochen wird „Was wollt ihr dann?“. Denn sonst sind die „Kolleteralschäden“ des abgelehnten Konzepts eben, dass uns viel Engagement, Schwung und auch Vielfalt verloren geht.

  6. Was für ein undurchdachtes Kommentar. Es gibt absolut keinen Grund jetzt Vorschläge zur Förderung des Breitensports zu liefern, das war ganz sicher nicht mit „etwas Besserem“ gemeint. Und an Vorschlägen vieler Verbände und auch der politischen Parteien, welche gegen Olympia Stimmung gemacht haben, mangelt es ganz sicher nicht. Vorschläge zur sinnvolleren Verwendung von Ressourcen welche für Olympia vorgesehen waren. Der Bau von Sozialwohnungen, die aktive Förderung der Integration von Flüchtlingen in die Hamburger Gesellschaft oder aber ein Ausbau der Infrastruktur des öffentlichen Nahverkehrs Stichwort Baierrefreiheit, die Liste lässt sich fortführen. Angesprochene Konzepte sind die alltäglichen Versäumnisse der Stadt Hamburg. Mit einer Vermutung hat der Autor allerdings Recht, ganz sicher wird aus den Vorschlägen der Olympiagegner kein Konzept für ein olympiaähnliches Ungetüm erarbeitet werden. Denn genau gegen diese Art von Veranstaltungen haben sich die Organisationen unter Zustimmung der Wähler ja ausgesprochen.

    • Och, einige der Contra-Agumente waren doch explizit, dass der Breitensport nicht profitiere. Nun also doch ein Anti-Sport-Votum im generellen? Barrierefreiheit des Nahverkehrs bzw. Barrierefreiheit generell war ein zentraler Punkt des Olympia-Konzeptes. Das Flüchtlings-Argument zählt nicht ganz. Die Gelder sind ab 2017 angedacht gewesen. Das hilft den Flüchtlingen jetzt überhaupt nicht

  7. Das Ergebnis in Hamburg war auch ein klares Zeichen und Signal. Die Wähler waren mutig, und haben gezeigt, dass es ein „Weiter so“ eben nicht gibt, dass es Reformen braucht (und nicht nur Versprechungen beim IOC).

    Statt der verbuddelten 1,3 Milliarden Euro allein in der OlympicCity für Sportstätten ohne Bedarf nach den Spielen, wächst nun Druck, dass zukünftige Spiele nachhaltig und ohne Gigantismus ausgetragen werden. Davon profitiert dann auch mittel- und langfristig der Breitensport (eben weil er das Geld bekommen könnte, das bisher für den Gigantismus, teure Bewerbungsprozesse bei Olympia ausgegeben wurde).

  8. Pingback: Wohin mit dem "freigewordenen Geld"? - Speersort 1 - ZEIT ONLINE

  9. Guter Beitrag, denn: Etwas zu schlecht finden und dagegen stimmen ist legitim. Nur brauchen wir konstruktive Kräfte in der Stadtentwicklung, die Stimmung darf daher nicht lethargisch oder enttäuscht bleiben, es müssen neue Projekte mit neuem Optimismus angeschoben werden. Die Olympiagegner sollten sich da mit einbringen. Vielleicht kommt etwas dabei heraus, zu dem mehr Hamburger ja sagen.

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