Trauer

Bilder: Andreas Grieß
Wochenrückblicke

Es ist eine traurige Woche.

Am Freitagabend werden viele von uns sich wohl gefreut haben, dass die Arbeitswoche vorbei ist. Auf das Sofa setzen, gemütlich Fußball schauen und damit langsam ins Wochenende abgleiten. Doch noch während des Spiels schlug der Terror zu, dessen erste Zeichen wir mit einem Knall im Hintergrund während des Spieles vernahmen. Was dann an schrecklichen Nachrichten noch folgte, erschrak uns umso mehr.

Ebenfalls große Trauer, wenngleich aufgrund der Umstände doch ganz andere, erreichte uns am Dienstag mit dem Tod von Helmut Schmidt. Rund einen Monat vor seinem 97. Geburtstag verstarb der ehemalige Bundeskanzler und ehemalige Hamburger Innensenator hier in Hamburg. Bis zuletzt war er ein waschechter Hamburger und so berührt sein Tod hier die Menschen umso mehr. Viele legten Kerzen und Blumen an seinem Haus oder am Rathaus ab. Am Rathaus bildete sich mehrere Tage lang eine zeitweise meterlange Menschenschlange. Die Leute warteten geduldig, um sich in die Kondolenzbücher einzutragen.

Trauer_Hemlut_Schmidt1

Mittlerweile wurde auch ein Staatsakt angeordnet, der am 23. November in Hamburg stattfinden wird. Voraussichtlich im Michel. Diskutiert wird darüber hinaus, Hamburgs Flughafen nach Helmut Schmidt zu benennen. Der Vorschlag stößt bislang auf große Zustimmung. Beispiele dafür gibt es weltweit viele: Münchens Flughafen hat den Beinamen “Franz Josef Strauß”, in Paris lautet der Name “Charles-de-Gaulle” und New Yorks Hauptflugdrehkreuz heißt nach JFK.

Apropos Flughafen: Berlin und Flughäfen, das ist bekanntlich so eine Sache. Mittlerweile hat sich das auch bis zu den Produzenten der US-Serie Homeland herumgesprochen. Die drehen aktuell in Berlin neue Folgen. Eine Szene soll dabei am Flughafen spielen. Gedreht wurde am Pannenairport BBI. Doch da standen nicht genug Gepäckwagen zur Verfügung. Auch keiner der im Betrieb befindlichen Berliner Flughafen konnte welche entbehren. So sprang der Hamburger Airport ein – und lieh einige der Wagen. Leihgebühr: 1000 Euro für drei Tage,

Am Bahnhof Jungfernstieg, bzw. im Übergang zum Rathausmarkt wurde nun eine Treppe im Look einer Stadion-Laufbahn gestaltet. Hintergrund ist natürlich das anstehende Olympia-Referendum. Derweil geht der Kampf um Stimmen für oder gegen Olympia weiter und wird zunehmend mit härteren Bandagen geführt. Die Diskussionen werden hitzig, Plakate beider Seiten aufgehangen, aber auch bemalt, beklebt oder zerstört. Gefühlt hat sich fast jeder mindestens einmal irgendwo zum Thema zu Wort gemeldet, mitunter auch mit der Erkenntnis zu Beginn, dass man es nicht genau wisse. Das hält die gleichen Leute aber dennoch nicht ab, ausschweifend ihre Wahlempfehlung zum Besten zu geben. Andere dürfen in gehaltlosen Gastbeiträgen einiger Portale zum Besten geben, dass die Kampagne der jeweils anderen Seite gehaltlos sei. Demokratie kann echt ermüdend sein. Aber wir wollen sie nicht missen, die Ereignisse vom Freitag haben das einmal mehr klar gemacht!

Laufbahn_Jungfernstieg_Olympia

Nicht mehr missen wollen viele auch den Versanddienst von Amazon, auch wenn der immer wieder wegen der Arbeitsbedingungen in der Kritik steht. Was der Konzern diese Woche ankündigte, wird Kunden in Hamburg sicher gefallen, für die Mitarbeiter und Paketzulieferer aber vermutlich noch mehr Stress bedeuten. In 14 deutschen Metropolregionen, darunter Hamburg, bietet der Onlinehändler künftig eine Lieferung am Bestelltag an. Der Artikel muss dafür am Morgen gekauft werden und soll zwischen 18 und 21 Uhr beim Kunden ankommen. Für Prime-Kunden soll dieser Service ab einem Bestellwert von 20 Euro sogar kostenlos sein.

Kostenlos wird für die Besucher im kommenden Jahr auch die Social Media Week wieder sein. Für das Event, dass im Februar zum fünften Mal stattfindet, darunter auch wieder in Hamburg, eröffnete diese Woche die Einreichungsphase für Events. Wer also einen Workshop anbieten will, einen Vortrag halten oder eine Diskussionsrunde veranstalten, sollte in den kommenden Wochen seinen Vorschlag unterbreiten. Das finale Programm wird es dann kommendes Jahr geben.

Wir wünschen uns und euch allen eine friedliche, schöne Woche!

Über

Andreas kam 2010 zwei Monate für ein Praktikum nach Hamburg. Im Sommer 2012 kehrte er nach abgeschlossenem Studium zurück, um hier als Journalist zu arbeiten. Twitter: @youdazandreasgriess.de Redaktionsleiter von Elbmelancholie

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