Hamburg Towers siegen nach Krimi 67:60 gegen Chemnitz

Bilder: Andreas Grieß
Hamburg Towers, Sport

Die Hamburg Towers können auch ihr drittes Spiel in Serie gewinnen. Gegen den direkten Tabellenkonkurrenten aus Chemnitz entschieden die Basketballer am Samstag Abend das Spiel mit 67:60 für sich. Doch bevor die gesammelte Mannschaft wieder gemeinsam mit den Fans ausgelassen den Sieg feiern konnte, stand ein hart umkämpftes und bis in die Schlussminute spannendes Spiel an.

Schon die Ausgangssituation ließ auf ein enges Spiel hoffen. Beide Teams konnten bisher drei Spiele der noch jungen Saison gewinnen und traten mit dem Selbstvertrauen aus zwei Siegen in Serie gegeneinander an. Auch die bisherige Punkteausbeute beider Teams ließ auf etwa zwei gleich starke Mannschaften schließen.

Die Towers erwischten den besseren Start und führten nach schnellen Punkten von Koné und Ferguson früh mit 10:6. Beeindruckend im gesamten ersten Viertel war auf Hamburger Seite die geschlossene Mannschaftsleistung sowohl in der Offensive wie auch der Defense. Spektakulärstes Beispiel der Blockshot von Ferguson beim Dunkversuch der Chemnitzer in der siebten Spielminute. Nach acht Minuten gönnte Coach Attarbashi dem bis dahin starken Koné eine Verschnaufpause und brachte mit Travis Warech den mit Spannung erwarteten Neuzugang im Team der Towers. Der Deutsch-Amerikaner unterschrieb unter der Woche einen Zweimonatsvertrag und soll den verletzten Janis Stielow ersetzen.

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Debüt für Neuzugang Travis Warech

Die Towers beendeten das erste Viertel mit 19:14 und legten auch im zweiten Spielabschnitt stark los. Waren die Hamburger zu Spielbeginn im Rebound noch deutlich unterlegen, schien Attarbashi zur Pause die richtigen Worte gefunden zu haben. Unter dem Brett arbeiteten sie nun deutlich besser. Dafür wurden viele Punkte an der Linie liegen gelassen. Die Freiwurfquote von knapp 50 Prozent verhinderte eine höhere Pausenführung als den 36:25 Zwischenstand.

Auch in der Halbzeitpause schien Attarbashi das Team wieder gut eingestellt zu haben, begannen die Hamburger doch mit einigen schön herausgespielten Punkten und führten schnell mit 44:29. Doch plötzlich schlichen sich unnötige Fehler in das Spiel der Towers ein, die die Chemnitzer eiskalt ausnutzen konnten und durch einen 10:0 Lauf auf 44:39 aufholen konnten. Doch anstatt durch eine Auszeit den Lauf der Gäste zu stoppen, vertraute Attarbashi auf sein Team und wurde durch starke Aktionen von Warech belohnt. Ab jetzt konnte sich aber kein Team mehr vorentscheidend absetzen und es entwickelte sich das erwartete hart umkämpfte Spiel.

Szenen wie diese boten sich am Samstag häufiger: Keine Seite wollte einen Ball verloren geben

Szenen wie diese boten sich am Samstag häufiger: Keine Seite wollte einen Ball verloren geben

Das Abschlussviertel begann denkbar schlecht für die Towers: Zweimal reichten die 24 Sekunden Angriffszeit nicht aus und kurz danach bekam nach Michael Wenzl mit Stefan Schmidt auch der zweite Center im Team sein fünftes persönliches Foul und musste vom Feld. Die Chemnitzer konnten ihre Vorteile unter dem Brett allerdings nicht wie befürchtet nutzen, vielmehr hatten beide Mannschaften Mitte des Viertels mit vielen Fehlern und verworfenen Würfen zu kämpfen.

Auffällig war, dass die Towers auch in dieser schwierigen Situation als Team zusammen hielten und auf ihre Stärken vertrauten. Diese konnten sie zwar lange nicht nutzen, doch als Ferguson, der nun auf der Center-Position einsprang, beim Stand von 58:58 bei einer Restspielzeit von 1:40 Minuten an die Linie trat, begannen ganz starke 100 Sekunden der Hamburger: Erst trifft Ferguson sicher von der Linie, anschließend versenkt Roberson nach schnellem Assist von Kone für drei aus der Ecke. Dann behält auch Koné von der Linie die Nerven und verwandelt 20 Sekunden vor Schluss beide Freiwürfe zum 65:60 – die Vorentscheidung.

Zeigte einmal mehr ein starkes Spiel und wurde vor Xavier Roberson (Titelbild, 13 Punkte) mit 18 Zählern Topscorer; Bazoumana Koné

Bazoumana Koné zeigte einmal mehr ein starkes Spiel und wurde mit 18 Zählern Topscorer vor Xavier Roberson (Titelbild, 13 Punkte)

Kone, mit 18 Punkten, sieben Rebounds und sechs Assists stärkster Mann der Towers, war sich nach dem Spiel sicher, dass die lautstarke Unterstützung der Fans und die dazugewonnene Erfahrung der Mannschaft im Vergleich zu letzter Saison die Gründe waren, weshalb es schlussendlich zum Sieg reichte: „Letztes Jahr wäre es schwer geworden, da waren wir mental noch nicht so fit.“ Der Aufbauspieler mahnte aber auch, das Team sei sich zwischenzeitlich zu sicher gewesen und habe die Gäste so zurück ins Spiel gebracht.

Trainer Attarbashi hob nach dem Spiel die geschlossene Mannschaftsleistung in Offense wie Defense hervor. Ein kleines Sonderlob gab es für Neuzugang Travis Warech. Er habe sich schnell ins Team integriert, was der Trainer ausdrücklich nicht allein auf das rein Spielerische bezogen wissen wollte. Bereits kommende Woche laden die Towers am Sonntag gegen Hanau zum nächsten Heimspiel, zuvor geht es am Freitag noch nach Nürnberg.

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Über

Ingo kam erstmals 2010 zum Studium in unsere Stadt und antwortet mittlerweile auf die Frage, woher er komme, mit “Hamburg”. Durch seinen Job ist er momentan allerdings selten in Hamburg, wodurch er aber einen Blick “von außen” auf die Ereignisse bekommt. Seine Interessen an Politik und Sport finden sich auch in seinen Artikeln auf Elbmelancholie wieder.

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