Worte, Erklärungen und viele Boote

Bild: Andreas Grieß
Wochenrückblicke

Mitte der zurückliegenden Woche gab Olaf Scholz eine der, wenn nicht die wichtigste Regierungserklärung seiner Amtszeit ab. Das Thema: Natürlich die Flüchtlingssituation. In der mit Spannung erwarteten Rede blieb der Bürgermeister meist im Allgemeinen. Er nahm zu Beginn Bezug auf Hamburgs ersten gewählten Nachkriegs-Bürgermeister Max Brauer. Tenor: Die Stadt hat schon größere Probleme in den Griff bekommen. Zudem dankte Scholz allen Helfern und betonte erneut, dass Olympiabewerbung und Flüchtlingshilfe kein Widerspruch seien. Der Bürgermeister gab das Ziel aus, Obdachlosigkeit zu vermeiden, weshalb weiter Massenunterkünfte nötig seien. Im Dezember soll es zudem zu einem Forum kommen, bei dem verschiedene Helfergruppen einander austauschen und die weiteren Schritte diskutieren können. So sagte Scholz:

“Wir erleben gerade überall – in der Verwaltung, bei den Hilfsorganisationen, bei den Ehrenamtlichen – eine Durchhaltefähigkeit über Wochen und Monate, die beeindruckt und die wir in den kommenden Jahren weiterhin benötigen werden. Wir werden daher am 18. Dezember zum ersten Mal das Forum Flüchtlingshilfe veranstalten, um diesen breiten Resonanzraum gesellschaftlicher Unterstützung noch besser zu fassen.”

Kritik kam, wenig überraschend, von den Oppositionsparteien. Die Linke forderte stärkere dezentrale Unterbringung. Die CDU forderte mehr Einsatz des Bürgermeisters und die FDP gab zu Protokoll, dass sich Olaf Scholz erst viel zu spät überhaupt zum Thema äußere.

Unter anderem um die Flüchtlingspolitik ging es auch beim Deutschlandtag der Jungen Union. Der fand vom Freitag bis Sonntag in Hamburg statt. Zu Gast waren unter anderem Kanzlerin Merkel, sowie der Generalsekretär der CSU, Andreas Scheuer. Merkel wurde dabei freundlicher empfangen als noch vor einigen Tagen von ihren Parteifreunden im Osten. Kritik an ihrer Politk, verbunden mit dem Wunsch nach einer strikteren Asyl-Politik, wurde vom Unions-Nachwuchs dennoch geäußert. Die JU beschloss die sogenannte “Hamburger Erklärung”. Dazu erklärte der Bundesvorsitzende Paul Ziemiak, man unterstütze ausdrücklich den Kurs der Bundeskanzlerin in der Flüchtlingskrise. Gleichzeitig forderte Ziemiak jedoch auch eine Obergrenze für Asylbewerber.

Kommen wir zu etwas ganz anderem: Am Samstag fand zum 32. Mal die “Alsterglocke” statt. Mehr als 500 Segler aus verschiedenen norddeutschen Segelclubs waren dabei. Etwa 80 Boote nahmen an einem Staffellauf auf der Außenalster teil. Die Segler verabschieden sich in Hamburg damit traditionell in den Winter.

Noch lange nicht in die Winterpause verabschieden sich die Fußballer. Nach der Länderspielpause standen am Wochenende wieder Liga-Spiele an. Der HSV empfing zum zweiten Mal Hakan Çalhanoğlu als Gegner. Als sich der Mittelfeldspieler mit seinen Leverkusener Vereinskollegen aufwärmte, um als Einwechselspieler zum Einsatz zu kommen, bewarfen ihn HSV-Fans mit Bechern, so dass die Ersatzspieler die Seiten zum Aufwärmen wechseln mussten. Im eigentlichen Spiel war weniger los: Es fielen keine Tore. Deren sechs gab es dafür beim Spiel des FC St. Pauli bei Union Berlin. Nach mehrfachen Führungswechsel hatten schlussendlich die Berliner das letzte Wort und erzielten in der Nachspielzeit den 3:3-Ausgleich.

Einen durchaus überraschenden Sieg gab es hingegen für die Hamburg Towers. Nach drei sieglosen Spielen in Folge empfingen die Basketballer in Wilhelmsburg Rasta Vechta, die wie im Vorjahr mit einer Vielzahl an Fans anreisten. Die Niedersachsen haben sich im Sommer deutlich verstärkt und gelten als Aufstiegskandidat. In der Inselparkhalle gab es für sie dennoch wieder nichts zu holen. Mit einer guten Mannschaftsleistung schafften die Hamburg Towers den 82:74-Derbysieg.

Man scheint in Wilhelmsburg wohl wieder auf dem richtigen Weg zu sein, nachdem Trainer Attarbashi zuletzt noch viele sprichwörtliche Baustellen ausmachen musste. Eine tatsächliche Baustelle gibt es dafür in Eimsbüttel. Die Osterstraße wird umgebaut. Für die Neugestaltung selbiger fand am Donnerstag ein symbolischer Spatenstich statt. In zwei Bauabschnitten wird voraussichtlich bis Mitte 2017 gebaut.

Bis zur Fertigstellung vergeht also noch einiges an Zeit. Apropos Zeit: Am kommenden Wochenende wird die Uhr wieder umgestellt. Genießt also die kommende Woche, die für viele wohl die letzte des Jahres ist, in der man im Hellen von Arbeit, Universität oder Schule zurückkommt!

Über

Andreas kam 2010 zwei Monate für ein Praktikum nach Hamburg. Im Sommer 2012 kehrte er nach abgeschlossenem Studium zurück, um hier als Journalist zu arbeiten. Twitter: @youdazandreasgriess.de Redaktionsleiter von Elbmelancholie

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