Negativserie beendet! Hamburg Towers gewinnen gegen Vechta mit 82:74

Bilder: Andreas Grieß
Hamburg Towers, Sport

Nach drei Niederlagen in Folge sollte endlich wieder ein Sieg her: Im großen Nordderby gegen Rasta Vechta hatten es die Towers am Samstagabend in der InselParkhalle aber mit keinem geringeren als dem Tabellendritten – und großer Aufstiegsfavoriten – zu tun. Am Ende durften sich die Hamburg Towers trotzdem verdient „Derby-Sieger“ nennen. Und das vor allem dank einer überragenden Mannschaftsleistung.

Die Hamburg Towers gingen zwar beherzt in die Partie und erzielten die ersten Punkte des Spiels, doch schnell wurde klar: Dieses Spiel wird ein hartes Stück Arbeit sein. Nach nur wenige Sekunden bekamen die „Türme“ das Können des Tabellendritten aus Niedersachsen zu spüren. Nach fünf Minuten stand es schon 13:8 für Vechta. Die Hamburger bemühten sich zwar sehr, insgesamt agierten sie im ganzen ersten Viertel aber sehr nervös, hektisch und fahrig. Erst ein schön herausgespielter Dreier von Neuzugang Xavier Roberson – der am Samstagabend übrigens sein Heimdebüt feierte – brachte die Towers in der letzten Minute des ersten Viertels wieder näher an Vechta ran (15:17).

Schocksekunde bei Wenzl: Hält das Verletzungspech an?

Mit einem vier-Punkte-Rückstand (17:21) ging es für die Towers ins zweite Viertel. Doch auch da fand das Heimteam nicht ins Match. Der Rückstand wuchs in den ersten beiden Minuten des zweiten Viertels sogar auf zehn Punkte (17:27) an. Doch dann gelang es den Gästen vier Minuten lang nicht zu punkten, so dass die Towers wieder bis auf zwei Punkte herankamen (25:27). Drei Minuten vor der Halbzeit stand es 27:29.

Es folgte eine kleine Schrecksekunde: Michael Wenzl knickte um und lag auf dem Boden. Sollte er der Nächste auf der Verletztenliste der Towers sein? Denn neben den beiden Langzeitverletzten Anthony Canty und René Kindzeka mussten die Towers auch auf Janis Stielow (Rückenprobleme) verzichten. Doch bei Michael Wenzl gab es Entwarnung. Er musste zwar kurzzeitig verletzt ausgewechselt werden, konnte in der zweiten Halbzeit aber wieder weiterspielen.

Towers_Verletzung_Michael_Wenzl

Michael Wenzl bleibt verletzt am Boden

Der Schocksekunde zum Trotz: Plötzlich lief es rund bei den Towers. Und scheinbar wie aus dem Nichts gelang ihnen durch Xavier Roberson zwei Minuten vor Ende des zweiten Viertels sogar die 30:29-Führung. Damit hatten die lautstarken 350 mitgereisten Vechta-Anhänger – die ordentlich Stimmung in der mit 2.800 Zuschauern gut besuchten InselParkhalle machten – wohl nicht gerechnet. Nun war es ein Match auf Augenhöhe. Und: Vechta zeigte Nerven. Mit dem Halbzeitbuzzer traf Xavier Roberson dann auch noch mit einem Dreier zur 37:36-Halbzeitführung. Sollte das die Wende in der Partie sein?

Drei Dreier in Folge

Die Hamburger sprühten nach der Pause voller Selbstbewusstsein und bauten die Führung nach knapp zweit Minuten auf vier Punkte aus (41:37). Aber Vechta ließ nicht locker und glich in der vierten Minute des dritten Viertels zum 41:41 aus und ging wenige Sekunden später mit 43:41 in Führung. Doch auch dieses Mal kämpften sich die Towers zurück und holten sich mit einem Dreier von Jonathon Williams die Führung zurück (48:45). Es folgte ein Hin und Her. Die Partie wurde immer hitziger. Die Towers warfen sich nun in jeden Ball und drehten auf. Das Ergebnis: Drei Dreier in Folge! Erst Xavier Roberson und dann ein Dreier-Doppelpack von Steffen Kiese, wovon der zweite erneut mit der Pausensirene in den Korb pfefferte. 59:51 für die Towers!

Auch das Dance-Team der Hamburg Towers heizte die Derby-Stimmung an

Vechta gab sich jedoch weiterhin alles andere als geschlagen und kam im letzten Viertel nach knapp zwei Minuten bis auf zwei Punkte ran (61:59). Doch die Towers zeigten sich unbeeindruckt und sammelten in den nächsten Minuten weiter fleißig ihre Punkte (65:59). Zwei Minuten vor Schluss baute Jonathon Williams die Towers-Führung weiter aus. 73:64! Die Halle tobte und machte endgültig deutlich, dass ein Towers-Heimspiel anstand. Es folgte eine Schlussphase, in der die Hamburger endlich mal Nerven aus Stahl zeigten und letztlich durch eine beeindruckende Mannschaftsleistung verdient mit 82:74 gewannen. Die Negativserie war gerissen!

„Wir haben das Glück des Tüchtigen gehabt“

Sichtlich erleichtert zeigte sich Towers-Coach Hamed Attarbashi nach dem Match: „Ich fühle mich sehr gut. Ich habe mir im Vorfeld keine Sorge über den Leistungsstand der Mannschaft gemacht. Heute haben wir gut gekämpft und das Glück des Tüchtigen gehabt. Solch eine Intensität müssen wir jede Woche zeigen.“

Vincent Kittmann, der mit 14 Punkten hinter Jonathon Williams (18 Punkte) zweitbester Scorer bei den Towers war, lobte vor allem die Mannschaftsleistung: „Wir wollten intensiv spielen. Die Mitspieler haben mich heute gut gefunden. Doch das Spiel war noch weit davon entfernt, perfekt zu sein.“ Und Steffen Kiese ergänzte: „Das fühlt sich unglaublich an. Wir sind quasi explodiert. Wir haben gegen das beste Team der Liga gespielt – und gewonnen. Die Stimmung in der Halle hat uns einen richtigen Push gegeben.“

Ob die Towers diese „Intensität“ auch im nächsten Spiel zeigen werden? Wir werden sehen. Am kommenden Samstag (24.10.) müssen sie in Paderborn antreten. Am darauffolgenden Samstag (31.10.) steht um 19:30 Uhr gegen Chemnitz das nächste Heimspiel an.

Über

Nach dem Abschluss ihres Germanistik-Studiums baut sich die gebürtige Hamburgerin nun ein Standbein als freie Journalistin auf. Da ihr Herz für den Sport und insbesondere für den Fußball schlägt, schreibt sie bei Elbmelancholie vor allem über Themen rund um den Sport. @ElliHyra

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