Bittere Niederlage der Hamburg Towers in der allerletzten Sekunde

Bilder: Andreas Grieß
Hamburg Towers, Sport

Für die Towers stand am heutigen Sonntag gegen die MLP Academics aus Heidelberg das dritte Spiel der noch jungen Basketball-Saison an. Beide Teams waren mit jeweils einem Sieg (die Towers im Auftakt gegen Essen) und einer Niederlage in die Saison gestartet. Bei den Towers sollte sich die nächste Niederlage anreihen, und zwar eine ganz, ganz bittere… Nach einer über weite Strecken verschlafenen ersten Hälfte reichte es für die Towers trotz zwei couragierter Aufholjagten in den beiden letzten Vierteln am Ende ganz knapp nicht für einen Sieg.

Grund für die Niederlage war vor allem die erste Halbzeit: Die Towers fanden nur sehr schwer ins Spiel und fanden ihren Rhythmus in den ersten Minuten kaum. Weiter verletzt fehlten die Neuzugänge und Aufbauspieler Anthony Canty und Xavier Robertson, sowie Rene Kindzera. Trotz einer beherzten Defense-Leistung der fitten Spieler gerieten die Hamburger früh in Rückstand und lagen nach dem ersten Viertel völlig verdient mit 18:27 zurück.

Erster Acht-Punkte-Rückstand für die Towers

Auch im zweiten Viertel konnten die Towers den Abstand zu Heidelberg nicht so recht verkleinern. Die Gäste aus Heidelberg spielten ihre Spielzüge souverän zu Ende. Ganz im Gegensatz zu den Towers – diese schienen immer einen Schritt zu spät zu kommen. Da halfen auch die Motivationsrufe von Coach Hamed Attarbashi von der Seitenlinie nicht viel. Zur Halbzeit lagen die Gäste von MLP Academics Heidelberg mit acht Punkten vorne (46:38).

Towers Neuzugang Jonathon Williams zeigte eine starke Leistung und erzielte 15 Punkte

Towers-Neuzugang Jonathon Williams zeigte in der Partie gegen Heidelberg eine starke Leistung und erzielte 15 Punkte

In der zweiten Hälfte zeigten die Towers eine ganz andere Körpersprache. Da war er endlich – der Zug zum Korb. Plötzlich waren der Wille und die Kampfesstärke der „Türme“ wieder da. Dank zwei Freiwürfen Bazou Kones in der zweiten Minute des dritten Viertels und einem Dreier des zuletzt etwas formschwachen Robert Ferguson, der heute wieder zurück zu alter Stärke fand und mit 17 Punkten der Top-Scorer der Hamburger wurde, kamen die Towers bis auf drei Punkte an Heidelberg ran. Nun stand es nur noch 45:48! Sollte das etwa die Wende im Spiel sein? Die Mannschaft schien endlich aus ihrem Dornröschen-Schlaf aufzuwachen. Und mit ihr auch die 2.300 Zuschauer. Die Halle feuerte ihre Jungs frenetisch an, war aber auch im zweiten Saisonspiel wieder deutlich nicht ausverkauft.

Der starke Jonethan Williams brachte die Towers in der vierten Minute des dritten Viertels auf einen Punkt an Heidelberg heran. Die Gäste schienen in eine Schockstarre zu verfallen. Nichts gelang ihnen mehr. In nur fünf Minuten war die mühsam herausgespielte Führung Heidelbergs bis auf einen Punkt geschrumpft. Und die Towers machten weiter Druck, gingen in der fünften Minute dank eines Korblegers von Center Stefan Schmidt sogar mit 52:51 in Führung. In den darauffolgenden Minuten zeigten die Teams ein Match auf Augenhöhe.

Zweiter Acht-Punkte-Rückstand für die Towers

Die Mannschaften gingen mit 60:60 ins letzte Viertel. Nach nur kurzer Zeit erholten sich die Heidelberger und erzielten wieder einen Punkt nach dem anderen. Die Towers schienen mit der Tempoverschärfung der Gäste nicht klar zu kommen und ließen sie nach nur drei Minuten erneut mit acht Punkten davonziehen (68:60). Konnten die Towers ein zweites Mal einen Acht-Punkte-Rückstand aufholen? Ja, sie konnten. Wieder zeigten die Towers viel Moral und kämpften sich drei Minuten vor Schluss Punkt für Punkt an die Gäste ran. Durch zwei Korbleger von Forward Jonathon Williams war der Rückstand auf zwei Punkte geschrumpft. Nur noch 70:68. Zwei Minuten vor Schluss folgte der 70:70-Ausgleich durch Robert Ferguson. Das Match war wieder völlig offen!

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Nachwuchsspieler Louis Olinde stand aufgrund der verletzungsbedingten Ausfälle von Anthony Canty, Xavier Robertson und Rene Kindzera im Kader, wurde von Coach Attarbashi jedoch nicht eingesetzt.

Eine Minute vor Schluss brachte Janis Stielow mit einem Dreier die Führung zum 73:72. Was folgte, war ein Auf und Ab der Gefühle: Zwanzig Sekunden vor Schluss ging Heidelberg mit 73:74 in Führung. Die Towers hatten noch 20 Sekunden Zeit um die erste Heimniederlage abzuwenden. Zehn Sekunden vor Schluss erzielte Bazou Kone zwei Punkte durch einen Sprungwurf. Die Towers führten wieder mit einem Punkt 75:74. Doch dann kamen die bitteren acht letzten Sekunden, in denen Heidelberg den letzten Angriff einleitete und Heidelbergs Bryan Smithson den Ball in allerletzter Sekunde mit einem Dreier zum 77:75-Sieg abschloss. Die InselPark Arena in Wilhelmsburg war mucksmäuschenstill.

„Mein Herz stand still“

Coach Hamed Attarbashi war die Enttäuschung ins Gesicht geschrieben: „Wir haben eine überragende zweite Halbzeit gespielt. Das war einzigartig. Eine Sekunde weniger und wir hätten gewonnen. Aber so ist der Sport nun einmal. Einfach nur bitter.“ Auch die Spieler waren sichtlich enttäuscht. Jonathon Williams: „Unser Comeback in der zweiten Halbzeit war großartig. Als der Schlussbuzzer ertönte, stand mein Herz still.“

Drei Spiele: ein Sieg und zwei Niederlagen – ein optimaler Saisonstart sieht anders aus. Janis Stielow nach dem Match: „Das war nicht der Start, den wir uns erhofft haben. Aber momentan ist noch nicht die Zeit, um auf die Tabelle zu gucken. Das macht man erst am Ende und die Saison ist noch lang.“

Die nächste Gelegenheit, um wieder einen Sieg einzufahren, hat das Team am 11. Oktober in Leverkusen gegen die Bayer Giants Leverkusen. Das nächste Heimspiel steht dann am übernächsten Samstag (17. Oktober) am 19:30 Uhr im sicher emotionsgeladenden Derby gegen keinen geringeren als den aktuellen Tabellenführer RASTA Vechta an.

Über

Nach dem Abschluss ihres Germanistik-Studiums baut sich die gebürtige Hamburgerin nun ein Standbein als freie Journalistin auf. Da ihr Herz für den Sport und insbesondere für den Fußball schlägt, schreibt sie bei Elbmelancholie vor allem über Themen rund um den Sport. @ElliHyra

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