Interview mit den Olympia-Unterstützern des MiWuLa: „Bei Olympia geht es derzeit nur um Fakten, Fakten, Fakten.“

Bild: Miniatur Wunderland
Olympia in Hamburg

Frederik und Gerrit Braun, sowie Stephan Hertz kennen die Hamburger als die Köpfe hinter dem Miniatur-Wunderland. Doch seit einiger Zeit fallen Sie nicht nur mit ihren Aktionen für die Attraktion in der Speicherstadt auf, sondern auch als begeisterte Werber für Olympia in Hamburg. Sie betreiben die Facebook-Seite „Olympia in Hamburg“, vertreiben Aufkleber, Briefmarken und T-Shirts mit dem Olympia-Logo und organisieren auch größere Events, wie das olympische Fackelfeuer um die Alster. Wir haben bei Frederik Braun nachgefragt, warum sie dieses Engagement an den Tag legen und wie ihre Eindrücke von der Stimmung in der Stadt aktuell sind.

In Sachen Werbung für Olympia seid ihr so ziemlich die Taktgeber. Warum seid ihr so Olympia-begeistert?

Für mich ist das eine Jahrhundertchance. Dabei steht bei mir persönlich nicht mal die riesen Gewinnchance für Hamburg im Vordergrund. Nein, für mich sind es die Emotionen, die ich damit verbinde. Live dabei zu sein, wenn vor meiner Haustür die besten 10.000 Sportler der Welt um Medaillen kämpfen und mit uns in unsere Stadt leben, erzeugt bei mir Gänsehaut. Dazu hat Sport und ein solchen Ereignis eine magische Kraft der Verbindung. Gerade in der heutigen Zeit etwas unbezahlbares, um Brücken zu bauen, statt Gräben zu graben.

Vor kurzem habt ihr in eurem Olympia-Shop unter anderem Stadtteil-Aufkleber und Automagneten aufgenommen und über Facebook geschrieben, dass ihr innerhalb von 48 Stunden rund 1000 Magnete bzw. Aufkleber für Autos verkauft habt, ebenso wie 1500 Stadtteilaufkleber und weitere Dinge mit dem „Feuer und Flamme“-Logo. Ist das in euren Augen viel? Und was sagt es über die Stimmung in Hamburg?

Das ist unglaublich viel und völlig unerwartet. Nur per Aufruf bei Facebook. Und es ist nicht gratis, sondern kostet Geld. Wir haben schon viele tolle Aktionen jeglicher Art mit dem Wunderland gemacht, aber so eine Masse an Bestellungen haben wir nur annähernd bei den Briefmarken erlebt. Derzeit ist keine echte Stimmung in der Stadt, da es nur um Fakten Fakten Fakten geht. Ich habe das Gefühl, dass bei 95% der Hamburger das Thema Olympia gerade schlummert. Das wird sich ändern und zum Referendum hin wieder einen Höhepunkt haben. Wo ich hinkomme, sind die deutliche Mehrheit für Olympia in Hamburg und man sieht oft genug dieses Funkeln in den Augen, wenn man zusammen über die Bilder spricht, die man im Kopf hat…

Apropos Stimmung: Werdet ihr wegen eures Engagements eigentlich von Olympia-Gegnern angegriffen?

Nein, bisher überhaupt nicht. Aber warum sollte man auch jemanden angreifen, nur weil er eine andere Meinung hat. Es gibt oft kritische Kommentare bei Facebook von Skeptikern, aber in der Regel entsteht daraus ein Dialog zwischen beiden Seiten. Sicher auch mal emotional, aber bisher ohne persönliche Angriffe.

Arbeitet ihr in irgendeiner Form mit der Stadt beziehungsweise der offiziellen Bewerbungs-GmbH zusammen?

Nein, die Stadt hält sich allerdings auch komplett aus der „Bewerbung“ der Spiele raus und hat immer auf die Bürger der Stadt gezählt. Allerdings hatte man mich kurzfristig gefragt, ob ich am 21.3. bei der DOSB Mitgliederversammlung etwas zu den Emotionen in der Stadt sagen kann. Das habe ich gerne getan und war einer der bewegendsten Momente in meinen Leben. Zur Bewerber GmbH hatte ich bisher noch keinen echten Kontakt. Mit den anderen Initiativen wie Prolympia oder Feuer und Flamme haben wir regen Kontakt.

Eingangs sagte ich bereits, dass ihr in Sachen Olympia-Werbung die Taktgeber seid. Anders interpretiert könnte man auch sagen, dass ohne euch nicht viel in Sachen Pro-Olympia-Werbung außerhalb von Verbänden und Politik geschehen würde, oder?

Hmmm, schwer zu sagen. Ich denke bis zur DOSB Entscheidung im März war es tatsächlich so. Allerdings sind wir auch ungefragt ziemlich vorgeprescht und haben irgendwie den Nerv getroffen. Da mussten Verbände und Politik eigentlich nur zusehen wie gut es sich entwickelt. Ob jetzt noch etwas von denen kommt weiß ich nicht genau. Aber ich halte es auch nicht für so wichtig, da die vielen privaten Aktionen in Hamburg aus den Herzen der Hamburger kommen und daher viel glaubwürdiger sind, als eine Partei jemals in den Augen der Menschen sein kann.

Was habt ihr noch bis zum Referendum geplant?

Kleines und Großes. Wir wollen unbedingt noch ein ganz großes Zeichen setzen. Das werden wir wohl am 25.10. oder etwas später machen. Wir wollen alle Hamburger aufrufen, an einen bestimmten Ort in den Olympischen Farben zu kommen um riesengroße, eventuell sogar auf Satellitenbildern sichtbare Olympische Ringe zu bilden. Da stricken wir derzeit im Hintergrund ganz viel dran und können hoffentlich bald genaues sagen.

Über

Andreas kam 2010 zwei Monate für ein Praktikum nach Hamburg. Im Sommer 2012 kehrte er nach abgeschlossenem Studium zurück, um hier als Journalist zu arbeiten. Twitter: @youdazandreasgriess.de Redaktionsleiter von Elbmelancholie

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