Konzerte in Hamburg – Juli 2015

Bild: Pressefoto Julie Doiron, Fotograf: Aaron McKenzie Fraser
Musik und Konzerte

Von Kirsten Herrmann

Endlich wird nicht mehr nur darüber geredet, dass er kommt. Er ist da, der Sommer! Und was heißt das für uns Freunde der Live-Musik? Die Zeit der Open Airs und Festivals ist angebrochen. Und damit wir uns schon mal auf das im August nahende MS Dockville eingrooven können, findet am 4.7. zum dritten Mal das Daughterville statt. Das von Jugendlichen zwischen 14 und 18 Jahren selbstorganisierte Eintagesfestival lockt unter anderen mit der Elektro-Pop-Band Say Yes Dog und Rapper Kobito. Wem das nicht reicht, der kann sich in das etwa 70 Kilometer von Hamburg entfernte Hohenlockstedt begeben und dort vom 17.7 bis 19.7. dem mehr elektronischen Habitat Festival beiwohnen.

Mal ganz abgesehen von Open Airs und Festivals verlagern sich die Aktivitäten in der Stadt auch sonst eher in Richtung Outdoor, weshalb es sich mit dem Sommerloch ansonsten weiterhin verhält wie im Juni. Während die ersten zwei Wochen des Julis noch recht vollgestopft sind – bis zum 5.7. wird auch das Zirkuszelt im Schanzenpark noch das ein oder andere Konzert erleben -, sieht es gegen Ende des Monats recht ruhig aus an der Konzertfront.

1 – 5. Juli

Wer für den 1.7. keine Karten mehr für das ausverkaufte Konzert von Alternative-Countryrocker Ryan Adams im Docks bekommen hat, muss nicht traurig sein. Singer-Songwriter Garrett Borns aus Michigan, besser bekannt als BØRNS, spielt am selben Abend mit seiner bezaubernden und doch beschwingten Mischung aus Indie-, Pychedelic- und Elektro-Rock in der Molotow Skybar auf. Ansatzweise psychedelisch geht es auch am 2.7. mit der Band Landshapes im Molotow weiter. Die – man höre und staune – drei Londonerinnen und ein Londoner versprechen eine nahezu perfekte Komposition aus mitreißendem Gitarrensound und treibendem Gesang. Doch bei diesen drei starken Damen soll es nicht bleiben. Am 3.7. besteht im Zeichen der Frauenpower die Qual der Wahl zwischen den zarten, märchengleichen Songs der Kanadierin Julie Doiron in der Hasenschaukel und der ghanaischen Hamburgerin Y’Akoto, die es mit ihrer wahnsinnigen Soul-Stimme vom Debütalbum in 2012 auf die Freilichtbühne im Stadtpark geschafft hat. Als hätte er es geahnt, reißt der selbsternannte Swagger Money Boy am 4.7. im Übel und Gefährlich mit dem Arsch und seinen Texten, von denen man bis heute nicht weiß, wie ernst sie gemeint sind, ein, was die Damen am Vorabend aufgebaut haben. Muss man nicht mögen, könnte jedoch durchaus interessant werden.

6. – 12. Juli

Wenn wir bei tollen Frauen sind, darf Tess Parks, die im Jahr 2013 mit ihrem Album „Blood Hot“ den Durchbruch – zumindest in mein Herz – feierte, nicht fehlen. Die in Großbritannien lebende Kanadierin ist zurück und gemeinsam mit Anton Newcombe von der Band The Brian Jonestown Massacre bringt sie ihren hypnotischem Rock am 7.7. im Knust unter die Leute. Weil das zwar sehr schön ist, der Sommer doch aber vor allem lustig sein sollte, ist das Knust auch Tags drauf die richtige Adresse. Dort ist am 8.7. die argentinische Swing-Band Rosario Smowing zu Gast und sorgt für ordentlich Stimmung. Mindestens genauso schwungvoll, obwohl mittlerweile um einiges älter, macht am 10.7. das Orquesta Buena Vista Social Club den Stadtpark unsicher. Denn schwer aber schön wird es vorher bereits am 9.7. wieder mit den Indie-Rockern von Other Lives. Im Molotow Backyard spielen die drei aus Stillwater, Oklahoma, die 2012 noch mit Radiohead tourten und die musikalischen Anleihen an diese nicht verbergen können.

13. – 19. Juli

Neben dem elektronischen Habitat Festival machen in dieser Woche vor allem die – man möchte fast sagen – Alt-HipHoper von Cypress Hill am 15.7. auf der Freilichtbühne im Stadtpark Stimmung. Das könnte nötig sein, wenn ihr euch einen Tag zuvor, am 14.7., von der abgefahren Klangkulisse von Soriah auf der MS Stubnitz habt verstören lassen. Hier könnten Sound und Location eine ganz besonders intensive Atmosphäre kreieren, die es auszutesten gilt. Das Wochenende könnt ihr euch anschließend von zwei ganz unterschiedlichen Konzerten einleiten lassen. Am 17.7. spielt der etwas abgedrehte Liedermacher Pascal van der Straaten einen Gig in der Pooca Bar. Viel wichtiger ist dabei aber sein Support. Die zwei jungen Damen von Lieblingsfarbe Schokolade erzählen mit ihren kurzen Anekdoten und zuckersüßen Liedern schöne, zarte, lustige, traurige, spritzige und echte Geschichten, denen man einfach lauschen muss. Konkurrenz kann ihnen da nur die Band We Walk Walls machen. Musikalisch zwischen Spaß-Indie á la FM Belfast und elektronisch angehauchtem Pop in MS MR-Marnier spielen sie ebenfalls am 17.7. im Molotow.

20. – 31. Juli

Und das war es auch schon fast mit der Live-Musik im Juli. Einen einzigen Knaller gibt es noch für diejenigen, die nicht am 22.7. mit Papa zu Blues-Legende Van Morrison in den Stadtpark gehen und so tun, als würde es sie nicht interessieren, obwohl sie es geil finden. Schlussstreich nämlich ist am 28.7. die englische Folk- und Soulsängerin Lianne La Havas. Um den Monat der Girl Power zu einem krönenden Abschluss zu bringen wird die 25-Jährige den Grünspan mit ihrer unglaublichen Stimme beschallen.

Go Girls Go!

Die genannten und weitere Konzerte in der Übersicht »

01.07. Pohlmanns Nachtschicht – Zirkuszelt im Schanzenpark
01.07. Børns – Molotow Skybar
01.07. Gretchen Peters – Rock Café St. Pauli
01.07. Ryan Adams – Docks (ausverkauft)
02.07. Wallis Bird – Zirkuszelt im Schanzenpark
02.07. Santana – Stadtpark (ausverkauft)
02.07. Skool + support: Stellar Stereo – Pooca Bar
02.07. Landshapes – Molotow
03.07. Doomtree + Remi – Molotow Club
03.07. Still in Search – Zirkuszelt im Schanzenpark
03.07. White Chalk – Nochtspeicher
03.07. Julie Doiron – Hasenschaukel
03.07. Y’Akoto – Stadtpark
03.07. Naked as we came – Astra Stube
03.07. Safi – 73/Kleiner Donner
03.07. Talk Shit And Die „Release Show“ – Pooca Bar
3./4. 07. Local Heros Halbfinale – MarX/Markthalle
04.07. The Age Of Sound, Monokulub, Blackberries – Zirkuszelt im Schanzenpark
04.07. Money Boy – Übel und Gefährlich
04.07. Daughterville Festival
04.07. Eruption of Corruption + support – Pooca Bar
04.07. The Scumbugs + Nixon Now – Molotow
05.07. Agnostic Front – Knust
05.07. The Acharis – MS Stubnitz
05.07. The Creepshow + Fightball – Molotow
06.07. Katchafire – Molotow
07.07. Tess Parks & Anton Newcombe – Knust
07.07. Nick Ferrio – Hasenschaukel
07.07. Juanes – Stadtpark
08.07. Rosario Smowing – Knust
08.07. Rhiannon Giddens – Mojo
08.07. Jan Sievers – Prinzenbar
09.07. Other Lives – Molotow Backyard
09.07. Atomic Vulture – Pooca Bar
10.07. Monsieur Periné – Nochtspeicher
10.07. Chsristian Steiffen – Salon Hansen (Lüneburg)
10.07. Orquesta Bueana Vista Social Club – Stadtpark
10.07. Joey Bada$$ – Übel und Gefährlich
10.07. Tramper – Molotow
11.07. Cynical Smile + support: The Wack Slacks – Pooca Bar
11.07. DYN – MOlotow
12.07. Criolo – Knust
13.07. Benefiz-Konzert für die Stiftung „Tapfere Kinder“ – Knust
14.07. Soriah – MS Stubnitz
15.07. Cypress Hill – Stadtpark
16.07. Gregor Meyle – Stadtpark
16.07. Troker – Pooca Bar
17.07. John Monday – Nochtspeicher
17.07. Pascal van der Straaten + support: Lieblingsfarbe Schokolade – Pooca Bar
17.07. We Walk Walls – Molotow
17. – 19.07. Habitat Festival
22.07. Van Morrison – Stadtpark
23.07. Siteless – Knust
23.07. Alex´s Hand (US) + support: Shetsou – Pooca Bar
24.07. We are Stereokid – Prinzenbar
24.07. Butler & Tewiice – Pooca Bar
25.07. Golden Kanine – Knust
25.07. My Friend The Immigrant + support: son turistas + Thank You George – Pooca Bar
26.07. The Tubes – Knust
26.07. Carus Thompson – MarX/Markthalle
28.07. Lianne La Havas – Grünspan
29.07. Get Dead + Shirley D. Pressed – Molotow

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Dieser Text wurde von einem Gastautor verfasst.

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