Marathon, HSV und Bombenfund – die Woche in Hamburg

Wochenrückblicke

Was für eine Bombenstimmung in Hamburg: Diese Woche hat es einige Highlights in Hamburg gegeben, insbesondere im Sport. Der Hamburg Marathon feierte seinen 30. Geburtstag und der HSV konnte mit 3:2 gegen Augsburg endlich wieder gewinnen. Doch auch in anderen Bereichen gab es Erfolge: Auf der A7 zwischen Kaltenkirchen und Schnelsen-Nord wurde bewiesen, dass Bauprojekte in Hamburg auch im vorgesehenen Zeitplan abgeschlossen werden können. Und in der Hafencity gab es in der Woche auch Bombenstimmung im Wortsinn. Es wurde eine amerikanische Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg gefunden.

Sonntag, pünktlich um 9:00 war es wieder so weit: Zum nunmehr 30. Mal wurde der Countdown zum Start des Hamburg Marathons herunter gezählt. 1985 von Wolfgang Kucklick ins Leben gerufen, entwickelte sich der Marathon schnell zu einer festen Größe im Hamburger Kalender der Großveranstaltungen. Auch wir sind seit einigen Jahren in unterschiedlichen Funktionen immer dabei. Egal ob als Zuschauer, Streckenposten, Läufer auf der Marathondistanz oder wie an diesen Sonntag als Team-Elbmelancholie in der Staffel: Das Marathonfieber packt uns doch jedes Jahr aufs Neue.

Bei typischem Hamburger Schietwetter – andere würden sagen, perfektem Läuferwetter, machten sich 15.279 Läufer auf den Weg, die 41,195 km in Angriff zu nehmen. Getragen von zahlreichen Bands sowie vielen tausend anfeuernden Zuschauern an der Strecke, erreichte der Kenianer Lucas Rotich in 2:07:17 Stunden als erster das Ziel. Bester Deutscher wurde Julian Flügel in 2:14:51 Stunden. Nach 2:25:41 Stunden folgte mit Meseret Hailu (Äthiopien) die erste Frau – dicht gefolgt von der deutschen Serienmeisterin Sabine Mockenhaupt, die nach 2:32:38 Stunden als Sechste wieder an den Messehallen ankam. Die besten Hamburger – und damit auch zeitgleich Hamburger Meister – wurden Mourad Bekakcha bei den Männern in 2:26,49 Stunden und Andrea Diethers, die in 2:44:24 Stunden deutlich unter den angepeilten magischen drei Stunden als insgesamt 15. Frau die Ziellinie überquerte. Ach ja, und ganz in eigener Sache: Nach 3:05:36 Stunden erreichte auch das Team-Elbmelancholie das Ziel und sicherte sich damit unter über 1.000 mixed-Staffelteams Platz Sieben.

HSV schöpft wieder Hoffnung

Doch nicht nur bei den Marathon-Läufern war die Freude über das Erreichte hinterher groß, auch die Fußballer des HSV konnten sich nach langer Durststrecke wieder über drei Punkte freuen. In seinem zweiten Pflichtspiel als Trainer der Hamburger hat Bruno Labbadia seine Mannschaft perfekt auf die Augsburger eingestellt und eine klare Richtung vorgegeben: Ein Tor mehr als der Gegner machen! Nachdem gerade das Tore-Schießen zuletzt zum Problem wurde, ließen sich das Pierre-Michel Lasogga sowie Ivica Olic dieses Mal nicht zweimal sagen und katapultierten den HSV mit ihren Toren auf Platz 16. Nicht so erfolgreich war der Spieltag für den FC St. Pauli, der mit 1:2 in Heidenheim zum wiederholten Male den Platz als Verlierer verließ und nun die Tabelle der zweiten Bundesliga anführt – von unten.

Während die Fußballer noch einige Spiele vor sich haben, konnten die Basketballer der Hamburg Towers ein erstes Saisonfazit ziehen. Nachdem sie in der ersten Playoff Runde gegen den späteren Aufsteiger aus Würzburg ausgeschieden sind, freut sich Sportchef Marvin Willoughby immer noch über die Bombenstimmung bei Heimspielen, war die Inselparkhalle in Wilhelmsburg doch bei zwölf Spielen ausverkauft. Insgesamt traten die Towers zu 16 Spielen vor heimischem Publikum an. Nachdem auch die sportlichen Ziele in der ersten Saison erreicht wurden, wird mittelfristig weiterhin der Aufstieg ins Basketballoberhaus angestrebt, wie Willoughby dem NDR verriet.

Europaabgeordnete äußern sich zum Umgang mit Flüchtlingen

Trotz aller sportlichen Ereignisse ist noch mehr los gewesen in der schönsten Stadt der Welt. In der Nacht zum Sonntag war die A7 zwischen Kaltenkirchen und Schnelsen-Nord gesperrt, weil gleich drei Brücken dem geplanten Ausbau der Autobahn im Weg standen. In dieser Nacht wurde bewiesen, dass auch in Hamburg Bauarbeiten noch im geplanten Zeitfenster fertig gestellt werden können. Zumindest fast – es gab eine Stunde Verspätung. Das befürchtete Verkehrschaos blieb dennoch aus.

Anfang Mai gibt es wieder die Europawoche in Hamburg. Vom 02. bis 10.05. ist ein breites Angebot an Veranstaltungen zu den unterschiedlichsten Themen rund um die Europäische Union geplant. Schon am Montag trafen sich die Hamburger Europaabgeordneten Knut Fleckenstein (SPD), Jan Philipp Albrecht (Grüne) und Gesine Meißner (FDP) mit interessierten Bürgern im Museum für Kunst und Gewerbe, um über ihre Arbeit im Europäischen Parlament zu berichten. Im Schatten der jüngsten Ereignisse mit Flüchtlingen im Mittelmeer gab es einen regen Austausch über die Möglichkeiten, weitere Katastrophen vorzubeugen. Dabei wurde über die Parteigrenzen hinweg eine ehrliche Diskussion auf nationalstaatlicher Ebene vermisst, wie die Flüchtlings- und Asylpolitik in der EU zukünftig gestaltet werden solle. Sowohl das Europäische Parlament als auch die Europäische Kommission hätten in der Vergangenheit viele Reformvorschläge erarbeitet, die allesamt von den nationalen Regierungen abgelehnt worden seien.

Abschließend kommt wieder die Bombenstimmung ins Spiel. Am Mittwoch wurde bei Bauarbeiten einmal mehr eine alte Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg in der Hafencity entdeckt. Die ca. 500 Pfund schwere amerikanische Bombe musste vor Ort entschärft werden, weshalb vorsorglich die Elbbrücken gesperrt werden mussten. Doch schon nach kurzer Zeit konnte Entwarnung gegeben werden.

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Über

Ingo kam erstmals 2010 zum Studium in unsere Stadt und antwortet mittlerweile auf die Frage, woher er komme, mit “Hamburg”. Durch seinen Job ist er momentan allerdings selten in Hamburg, wodurch er aber einen Blick “von außen” auf die Ereignisse bekommt. Seine Interessen an Politik und Sport finden sich auch in seinen Artikeln auf Elbmelancholie wieder.

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