Konzerte in Hamburg – Januar 2015

Foto: Miss Kenichi by Antje Taiga Jandrig
Musik und Konzerte

Frohes neues Musikjahr euch allen, auf 12 Monate voller musikalischer Highlights von Lieblingsbands und Neuentdeckungen, Geheimtipps und Hypes.
Das neue Jahr könnt ihr ganz gemächlich angehen lassen, euch von den Feiertagen erholen und die Ohren noch mal leerpusten lassen. Der Januar dümpelt sich ganz langsam ein, bringt einige erst kürzlich dagewesene Künstler zurück nach Hamburg (Lasse Matthiessen, Life In Film, Talking To Turtles, Honig, The Marble Man, The Dope,…) und nimmt erst gegen sein Ende an Fahrt auf.

Alle vorgeschlagenen Künstler (außer Festival Line-Ups) könnt ihr euch in der Playlist anhören:

1. – 18. Januar

Am 4.1. treffen sich die in München beheimatete Band Lali Puna und das südkoreanische Mädchentrio Trampauline zu einem (Elektro-)popkulturellen Austausch im Knust. Bevor die beiden Bands einige wenige Termine in Deutschland spielen und später in Korea und Japan touren werden, haben sie bereits Beats, Stimmen und Texte ausgetauscht und bei Lali Punas Label Morr Music zwei wunderschöne Stücke in Kooperation veröffentlicht.
Der Monat schleppt sich ein wenig unmotiviert dahin, bis es sich wieder lohnt, die Ohren unter den Wintermützen hervorzukramen: Am 14.1. könnt ihr euch mit den filigran schwebenden, düster schimmernden Songs der Künstlerin Katrin Hahner alias Miss Kenichi im Kleinen Donner auf Sinnsuche begeben. Die Konzertreihe Knust Acoustics holt euch am selben Abend zu einer bestuhlten Wintersession nach drinnen vor die zwei Bühnen ins Knust, auf denen insgesamt sechs Künstler auftreten werden, darunter Kollektiv22, Max Prosa und Tom Klose. Der Vorverkauf der limitierten Tickets erfolgt in drei „Spenden“-Stufen, von denen zwei (9 € und 12 €) noch verfügbar sind.
Der Eintritt zum Nachmittagskonzert des 24-jährigen Briten James Bay am 17.1. in der Superbude St. Pauli kostet euch nur ein Stück Kuchen. Dazu bekommt ihr außer Kaffee auch noch einen frisch preisgekürten Singer/Songwriter serviert, der mit seinen tollen Songs und eindringlicher Stimme in Großbritannien bereits Konzerthallen ausverkauft. Am Abend sind dann eure Entscheiderqualitäten gefragt. Im Molotow könnt ihr euch am temperamentvollen Surf-, Rock- und Garage-Sound der vier Spanierinnen Deers aufheizen. Wer den klaren, kühlen Klang des Nordens bevorzugt, kommt mit dem isländischen Folk Pop-Ensemble Rökkurró auf seine Kosten. Das Sextett um die dominierend hohe Stimme von Hildur Kristín Stefánsdóttir entschied sich, es auf dem dritten Studioalbum mit englischen statt isländischen Texten zu versuchen. Ob und wie das funktioniert, erfahrt ihr im Kleinen Donner. Im Mojo Club könnt ihr euch vom ebenfalls sehr folkigen, aber frohgesinnt tanzbareren Sound von Keston Cobblers’ Club aus Großbritannien hin- und mitreißen lassen.
Auch am 18.1. habt ihr die Wahl: Im Hafenklang wird Jens Friebe, der „klügste und schönste deutsche Pop-Hedonist“ (Joachim Hentschel) aus seinem im September 2014 bei Staatsakt erschienenen Album „Nackte Angst Zieh Dich An Wir Gehen Aus“ melancholische, deutschsprachige Stücke zwischen Wortwitz und schlechter Laune vortragen. Im Uebel & Gefährlich gibt’s (ausge)kühl(t)en Synthie-Pop der britischen Electroclash-Pioniere Zoot Woman. Im 19. Jahr ihres Bestehens veröffentlichte die Band im August 2014 ihr viertes Studioalbum „Star Climbing“, das die deutsche Presse zu sehr kontroversen Kritiken animierte.

19. – 25. Januar

Stars aus Montréal sind (m)eine Lieblingsband. Seit nunmehr sieben Alben – das aktuelle trägt den Titel „No One Is Lost“ und erschien Ende Oktober 2014 – erschaffen sie wohlig-anschmiegsame Pop-Songs, die oft genug als Trost-, manches Mal gar Heilmittel gegen das, nun ja, Lost-Sein in allerlei Alltagssituationen funktionieren. Am 21.1. spielen die Kanadier im Knust. Wem das zu plüschig ist, dem sagen vielleicht Pianos Become The Teeth zu, die am selben Abend im Hafenklang spielen. Die in den Genres Post Hardcore und Screamo verortete Band lässt es auf ihrem dritten Album „Keep You“ eher ruhig angehen und pendelt ihre Sound irgendwo bei melodischem Postrock ein.
Unter dem Motto „Songs von Glück und Schicksal“ präsentieren das Label Butterfly Collectors und die St. Pauli Kirche Hamburg am 22.1. die Veranstaltung Of Joy & Fortune bei der Jeff Beadle aus Kanada und aus Großbritannien Wooden Arms und Ajimal spielen. Ein Großteil der Einnahmen aus den Ticketverkäufen geht als Spende an Fluchtpunkt, eine kirchliche Hilfsstelle für Flüchtlinge.
Ebendort, in der St. Pauli Kirche, hat der Pianist und Komponist Lambert kürzlich für manche eines der spannendsten Konzerte des Reeperbahn Festivals 2014 gespielt. Die Magie seines Auftritts mag mit der eigenartigen Maske zusammengehangen haben, hinter der sich der Künstler verbirgt, mit seinen witzigen Geschichten zwischen den Stücken oder ganz einfach mit den so greifbar naheliegenden Melodien seines Klavierspiels – weiter ergründen lässt sich all das am 22.1. in der Hamburger Kammeroper.
Vom 22. bis 24.1. veranstaltet das Molotow sein erstes eigenes Festival, das Molotow Mach 3 Festival. An drei Abenden präsentiert es mindestens ein Dutzend lokale und internationale Bands auf drei Bühnen, dazu Videokunst und Lesungen. Es spielen u.a. Oscar & The Wolf, I Heart Sharks, Die Sterne und Schnipo Schranke. Tickets für einen Tag kosten 10 Euro, für 25 Euro seid ihr an allen drei Tagen dabei.
Orenda Fink dürfte vor allem als eine Hälfte des Musikerinnenduos Azure Ray bekannt sein. Seit 2005 veröffentlicht sie aber auch Soloalben auf ihrem Label Saddle Creek. In ihren Songs streift die US-Amerikanerin vorwiegend durch dunkle, mystische Welten. Mit „Blue Dream“ erschien im letzten August ihr drittes Studioalbum; Die neuen Songs stellt Orenda Finka am 23.1. in der Hasenschaukel vor.
Auch die Kanadierin Cold Specks soll auf dem Reeperbahn Festival für einen Höhepunkt gesorgt haben. Wer den, so wie ich, verpasst hat, kann das Versäumnis am 24.1. im Nochtspeicher aufarbeiten. Das sei all jenen ans Herz gelegt, für die düsterer Elektropop/-folk mit einer kräftigen Portion Soul aufgefahren werden darf.

26. – 31. Januar

Ihr KonzertgängerInnen, die ihr es nicht schafft, für eine halbe Stunde den Mund zu halten und euch allerlei musikalische Darbietungen am liebsten lautstark schwatzend vertreibt: Kommt doch bitte alle zum Konzert von Gazelle Twin am 26.1. ins Uebel & Gefährlich und stellt euch ganz vorne hin. Es wäre möglich, dass euch Elizabeth Bernholz dieses unhöfliche Verhalten endlich austreibt. Die Britin veröffentlichte unter ihrem Künstlernamen Gazelle Twin mit „Unflesh“ Ende Oktober 2014 ihr zweites Album (bei Dazed könnt ihr es im Stream hören). Mit ihrem beklemmend düsteren technoiden Sound, in Kapuze und Maske verhüllt inszeniert Gazelle Twin körperliches Unwohlsein und vermag es damit, den Zuhörer innen wie außen zu bewegen. Wer es vorzieht, den Montag etwas weniger düster zu verbringen, geht ins Molotow zu Cymbals Eat Guitars. Fröhlich wird es auch dort eher nicht zugehen, denn das Quartett verarbeitet auf seinem aktuellen Album „Lose“ mit Soundexperimenten aus düsteren Gitarrenwänden den Tod eines Freundes. Als Support geht das bayrische Alternative Rock-Duo The Dope an den Start.
Ein besonderes Konzert gibt es am 28.1. im Golem zu erleben. Lubomyr Melnyks Technik des Klavierspiels, die „Continuous Music“, steht für einen dichten, ununterbrochenen Klangstrom, der durch extrem schnelle Anschläge erreicht und durch Resonanzen und Obertöne verdichtet wird. Der 66jährige kanadische Pianist ukrainischer Abstammung veröffentlicht seit 2013 in bester Gesellschaft auf Erased Tapes Records und teils unter Mithilfe von zum Beispiel Peter Broderick und Nils Frahm. Seine aktuelle EP „Evertina“ erschien Mitte Dezember 2014.
Mit elektronischer Gitarre und lieblicher Stimme verspricht die Berliner Sängerin Kitty Solaris am 29.1. in der Astrastube melodische Lo-Fi Pop-Schnappschüsse zu präsentieren. Ebenfalls in der Astrastube wird es zum Ende des Monats dänisch: Die fünf Jungs von NovemberDecember aus Aarhus präsentieren dort ihren schönen, teils flotten Folk Pop mit typisch skandinavischer Schwermütigkeit. Ihr Debütalbum „From The Swing Into The Deep“ soll ab Anfang 2015 auch in Deutschland erhältlich sein, zum Konzert am 31.1. haben sie es ganz bestimmt dabei.

Alle Konzerte und einige mehr in der Übersicht »

04.01. Lali Puna & Trampauline, Knust
06.01. Chakuza, Knust
09.01. Curse, Gruenspan
10.01. Klaus Johann Grobe, Uebel & Gefährlich (Turmzimmer)
10.01. Die Zimmermänner, Nachtasyl
10.01. Prinz Porno, Mojo Club – ausverkauft
11.01. Royal Blood, Große Freiheit 36
14.01. Miss Kenichi, Kleiner Donner
14.01. Knust Acoustics Wintersession mit Kollektiv 22, Max Prosa, Tom Klose u.a., Knust
14.01. Leroy Jönsson, Hasenschaukel
15.01. Martin Carr, Nachtasyl
15.01. Get Your Gun, Rock Café St. Pauli
16.01. Karate Andi, Kleiner Donner – ausverkauft
16.01. Teesy, Mojo Club – ausverkauft
16.01. JD McPherson (Support: Boppin’B), Gruenspan
17.01. James Bay, Superbude St. Pauli
17.01. Deers, Molotow
17.01. Rökkurró, Kleiner Donner
17.01. Keston Cobblers’ Club, Mojo Club
18.01. Jens Friebe, Hafenklang
18.01. Zoot Woman, Uebel & Gefährlich
19.01. Laith Al-Deen, Gr. Freiheit 36
20.01. The Marble Man, Hasenschaukel
21.01. Stars, Knust
21.01. Teen Daze, Uebel & Gefährlich (Turmzimmer)
21.01. Pianos Become The Teeth, Hafenklang
21.01. Schafe & Wölfe, Kleiner Donner
22.01. Of Joy & Fortune mit Jeff Beadle, Wooden Arms, Ajimal, St. Pauli Kirche
22.01. Ton Steine Scherben, Fabrik
22.01. Peter Piek, Hasenschaukel
22.01. Lambert, Hamburger Kammeroper
22.01. Gisbert zu Knyphausen & Kid Kopphausen Band, Knust – ausverkauft
22.01. Molotow Mach 3 Festival mit Oscar & The Wolf, I Heart Sharks, Frank Spilker u.a., Molotow
23.01. Orenda Fink, Hasenschaukel
23.01. Molotow Mach 3 Festival mit Die Sterne, Schnipo Schranke u. Jonnie Schulz, Molotow
24.01. Cold Specks, Nochtspeicher
24.01. Molotow Mach 3 Festival mit Lafote, Der Dichte Fürst, Gereon Klug u.a., Molotow
24.01. Fritz Kalkbrenner, Sporthalle
26.01. Gazelle Twin, Uebel & Gefährlich
26.01. Cymbals Eat Guitars, Support: The Dope, Molotow
26.01. Mine, Prinzenbar
27.01. Fins, Astrastube
27.01. Lasse Matthiessen, Prinzenbar
27.01. Life In Film, Knust
28.01. Lubomyr Melnyk, Golem
28.01. Xenia Kriisin, Astrastube
28.01. Austin Lucas, Hafenklang
28.01. Justin Townes Earle, Nochtspeicher
29.01. Kitty Solaris, Astrastube
29.01. Daniel Malheur, Hasenschaukel
29.01. Laing, Gruenspan
30.01. Tour Of Tours mit Tim Neuhaus, Honig, Town of Saints u.a., Gruenspan
30.01. Maximilian Hecker, Nochtspeicher
30.01. Talking To Turtles, Molotow
31.01. NovemberDecember, Astrastube

 
Ihr braucht noch Tickets? Bei der Theaterkasse Schumacher lohnen sich manchmal sogar individuelle Anfragen zu bereits ausverkauften Konzerten. Den privaten Tickettausch zu fairen Bedingungen ermöglicht die Facebook-Gruppe FairVerkauf Hamburg.

Ticketalarm Februar

Diese Konzerte wollt ihr im Februar nicht verpassen und deswegen solltet ihr euch vorsichtshalber rechtzeitig Tickets sichern: 8.2. Wanda, Molotow, 9.2. Alt-J, Sporthalle, 10.02. Elliphant, Uebel & Gefährlich, 11.02. OK GO, Uebel & Gefährlich, 11.02. The/Das, Molotow, 14.02. Ry X, Uebel & Gefährlich, 21.02. The Dø, Mojo Club, 25.02. Team Me, Knust

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Kam im Januar 2013 für einen Job im Musikzirkus von Dresden nach Hamburg, ist trotzdem geblieben und macht jetzt wieder in IT. Abgesehen davon ist sie weiter auf der Suche: aktuell nach einer möglichst zentral gelegenen und bezahlbaren neuen Wohnung und nach guter Musik.

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