Advent, Advent, der Trainerposten brennt

Bild: Andreas Grieß
Wochenrückblicke

Die Kerzen auf dem Adventskranz brennen mittlerweile alle und auch bei einigen der Sportvereine in Hamburg brennt es lichterloh. Anfang der Woche gab es den Paukenschlag beim FC. St. Pauli. Nach der Niederlage gegen Aufsteiger Darmstadt musste Sportdirektor Rachid Azzouzi schon früher als geplant den Weihnachtsurlaub antreten. Der bisherige Trainer Thomas Meggle übernahm seinen Posten und wird über die Festtage die schwierige Aufgabe haben, den Kader zu verstärken, den nun der neue Coach Ewald Lienen betreut. Der musste in seinem ersten Spiel als neuer Trainer zunächst eine Niederlage gegen Spitzenreiter Ingolstadt hinnehmen. Am Samstag folgte dann jedoch ein deutlicher 3:1 Heimsieg gegen Aalen mit dem man nun hoffnungsvoller in die Winterpause gehen kann.

Aber nicht nur drei Punkte sicherte sich der FC St. Pauli in dieser Woche, sondern er holte sich mit der überraschenden Personalrochade und dem bereits dritten Trainer der Saison auch den inoffiziellen Titel “Chaosverein” in Hamburg zurück. Doch der zwischenzeitliche Titelträger HSV mischt da auch weiter gut mit. Nach dem 0:0 gegen Schalke überwintert er zwar außerhalb der Abstiegszone, dafür kann der Vorstand sich überlegen, wo er Geld herbekommt. Investor Kühne will seinen Darlehen in absehbarer Zeit zurück. Ein Teil wird vielleicht König Pilsener beisteuern. Denn der geneigte HSVer bekommt dieses Bier künftig im Stadion serviert. Warum das eine Erwähnung wert ist? Weil es zuvor seit Menschengedenken nur Holsten in der Arena gab.

In der Chaosliga auf den oberen Plätzen spielt auch weiter der HSV Handball. Nach dem keine Lizenz-doch-Lizenz hin-und-her zum Saisonbeginn folgte die sportliche Ernüchterung. Am Dienstag wurde Trainer Christian Gaudin entlassen. Einen Nachfolger gibt es noch nicht, zunächst übernimmt Co-Trainer Jens Häusler. Gaudin war nicht viel länger im Amt als Meggele – er kam im Juli zu seinem Posten. Sein Vorgänger Martin Schwalb wurde übrigens, wie das Arbeitsgericht Hamburg entschied, nicht rechtmäßig entlassen und bekommt daher noch bis zum Jahresende Gehalt. Manman, wie viele Trainer in Hamburg derzeit noch Lohnzahlungen erhalten…

Kommen wir zu etwas ganz anderem. Die MS Stubnitz, bekannt als Kultur- und Party-Location, kann für die Zukunft in Hamburg planen. Seit Mittwoch steht fest, dass das Schiff weiter am gewohnten Standort im Hafen bleiben darf und der Betrieb fortgesetzt werden kann. Die zuständigen Behörden einigten sich mit den Betreibern.

Neue Busse statt alte Schiffe gibt es hingegen auf der Stadtbuslinie 109. Auf der von der Hochbahn als “Innovationslinie” bezeichneten Linie werden dem Verkehrsbetrieb zufolge “alle zurzeit relevanten alternativen Antriebe unter gleichen Rahmenbedingungen im täglichen Praxisbetrieb getestet.” Diese Woche fiel der offizielle Startschuss zum Testbetrieb, bei dem sich auch Olaf Scholz – vielleicht in Hoffnung auf einige Wählerstimmen im kommenden Jahr – blicken ließ. Auf der Linie von Alsterdorf über Winterhude und Rotherbaum in die Innenstadt fahren künftig verschiedene elektrische Brennstoffzellenbusse, verschiedene Diesel-Hybridbusse und sogenannte Plug-in-Busse, die an den Haltestellen aufgeladen werden können.

So, und nun ist es eigentlich auch schon fast Zeit, den Kartoffelsalat für den Heiligabend vorzubereiten. Okay, ein bisschen haben wir noch. Am Abend spielen zum Beispiel die Hamburg Towers das letzte Spiel der Hinrunde (Spielbericht später hier). Aber Zeit für Weihnachtsstimmung ist es in jedem Fall. Wenn die bei euch einfach noch nicht einsetzen will, helfen vielleicht Ingas Last-Minute-Tipps.

Über

Andreas kam 2010 zwei Monate für ein Praktikum nach Hamburg. Im Sommer 2012 kehrte er nach abgeschlossenem Studium zurück, um hier als Journalist zu arbeiten. Twitter: @youdazandreasgriess.de Redaktionsleiter von Elbmelancholie

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