Wie sich am S-Bahnhof Jungfernstieg mobilcom-debitel breitmacht

Bild: Andreas Grieß
Stadtgefühl

Derzeit sehen Hamburger überall am S-Bahnhof Jungfernstieg mobilcom-debitel. Wer hier seine Bahn verlässt oder auf eine wartet, fühlt sich womöglich, als sei er im Flagstore der Firma gelandet. Das Mobilfunkunternehmen hat nämlich kräftig Werbung aufgefahren. Konkret handelt es sich aber nicht um drei oder vier Plakate. Nein: Der gesamte Bahnhof wurde mit Werbung beklebt – auf einer Fläche von insgesamt 2.323 Quadratmetern, wie das Unternehmen mitteilt.

Als „Station Domination“ bezeichnet die Marke die Werbeform, was ziemlich treffend ist. Hinter den Gleisen wurden jeweils rund 200 Meter Fläche mit Werbung „tapeziert“. Die dafür verwendete Folie habe ein Gewicht von einer Tonne. Ein zwölfköpfiges Team sei fünf Nächte lang beschäftigt gewesen, um sie anzubringen. Zusammengerechnet bilden die durchgehenden Flächen hinter den Gleisen nach Angaben von mobilcom-debitel die größte Werbefläche, die es in deutschen Bahnhöfen jemals gegeben hat. Hinzu kommen 19 Säulenummantelungen, 63 Standardwerbeträger und mehrere Infoscreens, welche die Station in grün-blaue Werbung hüllen. Interaktive Formate, wie zum Beispiel QR-Codes, sollen die Passanten dazu animieren, über das Handy mit der Werbung zu interagieren.

Wie viel die Aktion kostet, wollte der Mutterkonzern Freenet auf Anfrage nicht mitteilen. Der zuständige Pressesprecher antwortete jedoch, dass die Aktion am Jungfernstieg Teil einer breit angelegten Weihnachtsmarketingkampagne sei. Diese umfasse bundesweit geschalteten Plakate, sowie weitere Promotion, etwa durch Aktionen im Internet und an Verkaufsorten. Insgesamt würden dafür im November und Dezember rund 10 Millionen Euro brutto aufgewendet.

Die Werbefläche am Jungfernstieg sei dem Unternehmen im Sommer angeboten worden. Da sich eine solche Möglichkeit, vor allem in der Weihnachtszeit, für Werbetreibende nicht oft biete, habe man zugegriffen. Da die Freenet Group zudem einen Standort in Hamburg betreibe, sei die Aktion ein „Heimspiel“. Dieses Heimspiel werden die Hamburger noch bis zum 3. Januar erleben. Dann werden die Plakate wieder abgerissen und der S-Bahnhof erhält seinen alten Look wieder – zumindest bis der nächste Werbekunde zuschlägt.

Über

Andreas kam 2010 zwei Monate für ein Praktikum nach Hamburg. Im Sommer 2012 kehrte er nach abgeschlossenem Studium zurück, um hier als Journalist zu arbeiten. Twitter: @youdazandreasgriess.de Redaktionsleiter von Elbmelancholie

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