88:83 – Hamburg Towers gewinnen als Team

Bild: Andreas Grieß
Hamburg Towers, Sport

Die Hamburg Towers feierten am Sonntagnachmittag im gut gefüllten Wilhelmsburger Wohnzimmer durch einen 88:83 Erfolg gegen die Niners Chemnitz den dritten Heimsieg in Folge. Am 13. Spieltag der zweiten Basketball-Bundesliga ProA sicherten sich die Hamburger dank einer starken Mannschaftsleistung den wichtigen Sieg in einem umkämpften Spiel und setzen sich damit im oberen Tabellendrittel fest.

Achterbahnfahrt mit den Towers

Mit Spannung erwarteten die Zuschauer den Spielbeginn in der InselPark Halle in Wilhelmsburg, versprachen doch die bisherigen Ergebnisse beider Mannschaften ein enges Spiel: Die Towers konnten einen Sieg mehr als die Gäste aus Chemnitz vorweisen und wollten diesen Vorsprung unbedingt ausbauen. Nachdem die ersten Punkte noch an Chemnitz gingen, entwickelte sich schnell ein offener Schlagabtausch, wobei beiden Seiten durch viele Fehler die Nervösität anzumerken war. Vor allem Robert Ferguson und Michael Wenzl hielten Hamburg zu diesem Zeitpunkt durch starke Verteidigung in der Zone im Spiel. In der Mitte des ersten Viertels bewies Coach Attarbashi mit der Einwechslung von Terry Thomas und Benjamin Fumey den richtigen Riecher: Liefen die Towers bis jetzt einem Rückstand hinterher, gaben sie nach einer schönen Teamaktion – Steal von Will Barnes, Assist von Bazoumana Kone und Punkte durch Thomas – und einem zwischenzeitlichen 9-0 Lauf die Führung bis zur Viertelpause nicht mehr aus der Hand.

Auch das zweite Viertel entwickelte sich zu einem lange Zeit offenen Spiel, in dem sich zu keiner Zeit ein Team entscheidend absetzen konnte. Zwar punkteten beide Mannschaften durch schöne Aktionen, wie auf Hamburger Seite Janis Stielow durch seinen Dreier mit Brett. Doch leisteten sich auch beide Teams einige Ballverluste, wobei Chemnitz ein bisschen besser auf den Ball aufpasste und den Ball nur halb so oft verloren gab. Während der letzten Minuten der ersten Halbzeit machte Hamburg dann aber ernst und konnte innerhalb weniger Angriffe die Führung auf 49:38 ausbauen. Kurz vor Schluss nahm Gästecoach Buchmann seine letzte Auszeit, nachdem Hamburg bis dahin sagenhafte neun Dreier treffen konnte: Vor allem Kone und Thomas harmonierten gut miteinander, was wiederholt zu offenen Würfen führte. Doch Attarbashi schien die richtigen Worte gefunden zu haben, sodass Hamburg nach einem starken Block von Thomas vorne nach einem tollen Assist von Daniel Hain durch Wenzl per Dunking zum 51:39 Halbzeitstand abschließen konnte.

Einbruch nach der Pause

Nach der Pause, in die Hamburg eigentlich durch den 16:7 Lauf vor der Halbzeit voller Selbstvertrauen gegangen sein musste, begann die schlechteste Phase im Spiel der Towers, die auch Attarbashi nur damit erklären konnte: „Wir sind, was wir sind: inkonstant.“ Auch das frühe vierte Foul von Wenzl sowie die zwischenzeitliche Verletzung von Ferguson konnten keine Erklärung für den unerklärlichen Einbruch der Mannschaft sein. Ein 1:20 Lauf aus Hamburger Sicht sorgte sowohl bei Fans als auch der Mannschaft für Entsetzen und für die erste Gästeführung seit langem. Doch auch hier bewies Attarbashi wieder, dass er seine Mannschaft gut kennt. Steffen Kiese kam beim Stand von 58:61 zum ersten Mal aufs Spielfeld und konnte sofort durch schöne Vorlagen und eigene Punkte überzeugen und hielt das Team in dieser schwierigen Phase im Spiel, wodurch er sich ein Sonderlob von Attarbashi verdiente.

In der Viertelpause gab Attarbashi eine klare Marschrichtung für die nächsten Minuten vor: Der Ball soll in die Zone zu Wenzel, der für einfache Punkte sorgen soll. Während Wenzel sich in der Zone austobt, vergessen die anderen Spieler leider wiederholt, eigene Würfe zu nehmen. Trotzdem kann Hamburg den Rückstand verkürzen und knapp fünf Minuten vor Schluss durch einen Dreier von Ferguson auf 74:74 ausgleichen. Ab hier übernahm Kone die Verantwortung und sorgte durch neun Punkte in den letzten 200 Sekunden, starken Nerven von der Freiwurflinie sowie starker Reboundarbeit für die Entscheidung.

Jeder Sieg ist ein Feiertag

Den letzten Rebound des Spiels sicherte sich Wenzel zehn Sekunden vor Schluss und hielt das 88:83 fest in seinen Händen, die Sirene ging schon im Jubel der Fans unter. Trotz des schwachen dritten Viertels haben die Towers das Spiel verdient gewonnen und überzeugten dabei als Team. Attarbashi: „Wir haben das ganze Spiel gut zusammen gespielt.“ Diese Aussage lässt sich gut mit den Zahlen des Spiels belegen: 18 Assists als Team, daraus resultierend eine 57 % Dreierquote, das Reboundduell mit 37:27 gewonnen und eine ausgeglichene Punkteverteilung: Ferguson 22, Thomas 19, Kone 18, Wenzl 8.

Kommende Woche müssen die Hamburg Towers auswärts bei Science City Jena antreten, die heute ihr Spiel gegen OeTTINGER Rockets Gotha mit 80:88 verloren haben. Bis dahin wünschen wir allen eine schöne Vorweihnachtszeit und schließen passend mit den Worten des Coaches: „Jeder Sieg ist ein Feiertag!“

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Über

Ingo kam erstmals 2010 zum Studium in unsere Stadt und antwortet mittlerweile auf die Frage, woher er komme, mit “Hamburg”. Durch seinen Job ist er momentan allerdings selten in Hamburg, wodurch er aber einen Blick “von außen” auf die Ereignisse bekommt. Seine Interessen an Politik und Sport finden sich auch in seinen Artikeln auf Elbmelancholie wieder.

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