Das Runde muss ins Runde

Bild: Andreas Grieß
Hamburg Towers, Sport

Ich und andere aus der Elbmelancholie-Redaktion haben in den vergangenen Wochen Spiele der Hamburg Towers besucht. Am Wochenende konnte Inga einem Sieg beiwohnen. Auch in Zukunft werden wir weiter von den Spielen berichten. An uns selbst, aber auch an anderen sehen wir: Das neue Team weckt vielerorts tatsächlich das Interesse für den Basketball. Betrachten wir es mal mit meiner „persönlichen Brille“:

Basketball war nie so meine Sache. In der Schule schon: Dieser Sport hat einfach zu viele Regeln. Und die ganzen Uhren, die mitlaufen und gestoppt werden, ob jetzt für das Viertel, den Angriff oder sonst noch etwas, werden da ja noch außen vor gelassen. Wenn schon Sport mit Ball, dann lieber Handball. Am liebsten war mir jedoch schon immer das Laufen. Erst mit Hürden, dann ohne. Erst Langsprint, dann Mittel- und nun Langstrecke. Und zum Zuschauen gerne auch Fußball. Und nun? Nun verfolge ich doch regelmäßig diesen Sport mit seinen vielen Regeln.

Schon bevor die Hamburg Towers ihre ersten Spiele machten, war uns bei Elbmelancholie klar, dass wir das journalistisch begleiten müssen. Seit die Halle im InselPark fertig ist, besucht stets mindestens eine Person aus unserem Team das jeweilige Heimspiel, meist noch am selben Abend erscheint ein Spielbericht. Ich selbst war nun schon zweimal als Reporter in Wilhelmsburg. Zum ersten Mal beim Spiel gegen Paderborn (http://www.elbmelancholie.de/2014/11/01/7274-paderborn-kontert-konter-der-hamburg-towers-06928/), dann zuletzt bei der offiziellen Hallenübergabe zum Spiel gegen Baunach.

Auch dank der tatkräftigen Unterstützung meiner Kollegen kann ich nun Begriffe wie Steal, Turnover und Slam Dunk einordnen und war sehr stolz, dass ich sogar einen Alley oop erkannte. Schon nach den wenigen Spielen erkenne ich im Spiel die meisten Towers-Spieler direkt und auch die Namen wie Janis Stielow oder Bazoumana Kone sind mir geläufig. Einzig beim Coach, Hamed Attarbashi, muss ich zugegebener Weise immer noch nachsehen, welcher Buchstabe doppelt ist – aber irgendwann lerne ich auch das, immerhin gibt sich der Trainer nicht nur während des Spiels sehr temperamentvoll, sondern findet bislang auch im Interview nach dem Spiel stets klare Worte.

Während ich nun mit der für Sportjournalisten bekannten, seltsamen Synthese aus objektiver Distanz und Sympathie für das Team die Entwicklung der Hamburg Towers beobachte, stelle ich fest, dass viele, für die der erste Punkt wegfällt, deutlich weiter gehen. Die Halle in Wilhelmsburg war bislang stets ausverkauft. Man munkelt, dass einige bekannte Gesichter Hamburgs sich eine Dauerkarte gesichert haben. Sollte tatsächlich irgendwann in den nächsten Jahren der Aufstieg gelingen, könnte sich die Heimarena schon als zu klein herausstellen. Persönlich hoffe ich, dass man dem Standort lange treu bleibt, denn ich denke, dass es eine sehr positive Sache ist, dass viele Hamburger so zu „ihrem Verein“ nach Wilhelmsburg, südlich der Elbe, fahren.

Auch im persönlichen Umfeld interessieren sich viele für die Ergebnisse und planen zumindest einen Besuch in der Halle. Ob es dann beim einmaligen Ereignis bleiben wird, ist fraglich. Denn, obwohl die Towers eine Art „Retortenverein“ sind, wie Kritiker vor allem im Fußball immer bemängeln, ist die Stimmung in der Halle sehr gut und das Team wird auch bei Rückstand angefeuert. Doch noch ist alles frisch und kritische Aspekte werden sicher noch aufkommen. Auch die wollen wir im Auge halten.

Persönlich würde ich mir übrigens einen „Rockerverein“ wünschen, der konsequent auf Punk oder so setzt. Doch wie im Basketball üblich, ertönt meist Hiphop aus den Lautsprechern. Von der Musikauswahl abgesehen, bin ich aber gerne zu Heimspielen in der InselPark-Halle, ob als Zuschauer mit Freunden oder als Reporter mit Freude. Selber spielen will ich Basketball deshalb aber noch immer nicht. Aber das macht nichts. Ich schau auch sprechende Waschbären gerne an, und habe mir dennoch keinen angeschafft.

Über

Andreas kam 2010 zwei Monate für ein Praktikum nach Hamburg. Im Sommer 2012 kehrte er nach abgeschlossenem Studium zurück, um hier als Journalist zu arbeiten. Twitter: @youdazandreasgriess.de Redaktionsleiter von Elbmelancholie

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