Blau, alles blau

Bild: Inga Zimmermann
Wochenrückblicke

Blau fing diese Woche an. Am Montag um 21:30 Uhr fiel der Startschuss zum Blue Port Hamburg. Die Kräne, die Landungsbrücken, die Fähren, die Elbphilharmonie – alles wurde im Rahmen eine Lichtkunstprojektes mit blauem Neolicht von Michael Batz ausgestattet und erstrahlte die ganze Woche den Hamburger Hafen. Mittelpunkt waren die maritimen Schiffahrtzeichen und deren Veränderung in der heutigen Welt. Die Hamburger waren am Montag ab 19 Uhr bereits zur Teilnahme angehalten: Am Platz der Deutschen Einheit neben der Elbphilharmonie wurde die Aktion eingeläutet, indem jeder mittels einer Smartphone-App mit einem blauem Bildschirm zu dem blauen Licht im Hafen beitragen konnte.

Blau gehört ohnehin zum maritimen Flair unserer Hansestadt. Die Cruise Days sind hier eines der maritimen Highlights des Jahres: Nach der Blue Port Aktion, die ebenfalls zu den Cruise Days gehört, wurden diese am Freitag mit zahlreichen Partys und Aktionen im Hafen fortgesetzt; am Samstag gab es die große Cruise Day Parade, an der zahlreichen Schiffe, Boote und Barkassen teilnahmen. Begleitet wurde übrigens alles sehr bunt – von einem Feuerwerk.

Nicht bunt, sondern rot sind die Stadträder, die es an zahlreichen Stationen in Hamburg zu mieten gibt. Bis jetzt kam es immer wieder vor, dass man sich an der ein oder anderen Stelle noch eine Station mehr gewünscht hätte. Genau die soll es nun im kommenden Jahr geben – bis zu vierzig Stationen mehr sind geplant, darunter auch welche in Harburg, Bahrenfeld und Barmbek-Nord. Das geht aus einer Senatsantwort zu einer großen Anfrage der SPD hervor. Zuletzt stagnierte der Ausbau des Stadtrad-Systems und es war unklar, ob der Senat bereits ist, weiter Geld zu investieren.

Weiterhin rot geht es weiter, doch nun rot vor Wut. Die Seilbahn, die eventuell über die Elbe gebaut wird, ist ohnehin schon ein umstrittenes Thema. Doch nun wurde in einem offenen Brief deutlich, dass – anders als behauptet – der Betreiber des Schmidt Tivoli, Corny Littmann, nicht hinter dem Projekt steht und dass er so auch nicht öffentlich in der Presse dargestellt werden möchte. Die Seilbahinitiative dementiert die Vorwürfe – dieser öffentliche Schlagabtausch zeigt die Emotionalität, die hinter diesem Projekt steckt. Auch zum „Millionengeschenk“, dass die möglichen Seilbahn-Betreiber versprochen haben, gibt es Neuigkeiten: Der Bezirk machte nun deutlich, dass eine Spende in dieser Form nicht möglich sei. Gegenüber Wilhelmsburg Online betont die Firma Doppelmayr jedoch, sie habe die 10 Millionen Euro nie als Spende bezeichnet.

Kommen wir kurz zur Farbe Braun: Der FC St. Pauli konnte beim Saisonauftakt vor heimischer Kulisse noch zum 1:1 ausgleichen, mehr als ein Punkt gegen Ingolstadt konnten die Kiezkicker jedoch nicht erlangen.

Blau, Rot und alle anderen Regenbogenfarben fanden sich am vergangenen Samstag in Hamburg – spätestens dann: denn die ganze Woche fand bereits die Pride Week statt. Am Samstag dann gab es mit der Christopher Street Day Parade in der Innenstadt rund um Jungfernstieg, Rathaus, Mönckebergstraße und Hauptbahnhof den Höhepunkt. Kunterbunte, schrille Gestalten feierten den offenen Umgang mit gleichgeschlechtlicher Liebe – so traf man auf Brautpaare, Dragqueens, Könige oder riesige Hüte, auf denen Schweine saßen. Besonders die vielen Farben und die Techno-Musik trugen zur Stimmung bei, die rund um den Jungfernstieg im Anschluss zu einer ausgelassenen Party führte. Was uns nun auch zum Ende bringt. Und dieses ist auch wieder blau – begegnete man etwa der ein oder anderen Person, die etwas zu tief ins Glas geguckt hatte bei all der Feierei diese Woche.

Hoffen wir auch eine neue, blaue Woche mit blauem Himmel und blauem, kühlendem Wasser.

Über

“Wenn Deutschland, dann Hamburg.” Am liebsten zumindest. Auch wenn es gerade nicht Deutschland ist, Hamburg ist das Zuhause im Herzen. Hier bei Elbmelancholie kann Inga über ihre Erlebnisse in der Hansestadt Hamburg und Gedanken zu den hiesigen Geschehnissen berichten. Stellvertretende Redaktionsleiterin von Elbmelancholie

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