Lieblingsplätze – Hafencity

Bild: Ingo Henning
Stadtgefühl

Anfangs war ich nur selten in der Hafencity unterwegs und dies aus meist ähnlichen Gründen: Ich hatte Besuch und dieser wollte gerne die Speicherstadt und die Hafencity sehen. Dort gibt es so touristische Attraktionen wie die vielen kleinen Landschaftsdetails des Minaturwunderlandes, das Gruseln bei einem Rundgang durch Hamburgs dunkle Geschichte im Hamburg Dungeon oder der Besuch der Speicherstadt-Kaffeerösterei. So hatte ich mich in meiner ersten Zeit in Hamburg nur selten weiter in die Hafencity hineingewagt.

Die Hafencity als solche ist den Hamburgern an sich suspekt. Zuvor nur Speicherstadt, bekam sie in den vergangenen Jahren immer mehr Neues: Die Elbphilharmonie ensteht hier seit geraumer Zeit. Eine Universität wurde neu gegründet und trägt den Namen „Hafencity-Universität“. Ebenso entstand viel neuer (teurer) Wohnraum, eine Schule und entsprechender Einzelhandel, sowie eine neue U-Bahn-Linie. Vor zwei Jahren kam ich im Rahmen einer Weihnachtsmarkttour zum Weihnachtsmarkt in die Hafencity und es bot sich mir ein trauriges, schickes und zugleich typisches Bild: Es gab schöne, weiße Zelte mit gemütlichen Sitzgelegenheiten, etwas zu teuren Glühwein, ausgefallene und weihnachtsmarktuntypische Snacks sowie viel zu wenige Besucher. Wenige Besucher – genau diese Bild von der Hafencity ist in den Köpfen: Ein ausgestorbener, verlassener Stadtteil, sobald die Touristenschwärme in ihre Hotels zurückgekehrt sind.

Seit einiger Zeit nun bin ich aus beruflichen Gründen täglich in der Hafencity und erlebe diese jetzt von einer anderen Seite. Ganz am Ende – zumindest von der U-Bahnstation Baumwall her kommend – befindet sich das Kreuzfahrtterminal, an welchem letztens erst die Mein Schiff 3 von Helene Fischer eingeweiht wurde. Hier legen regelmäßig Kreuzfahrtschiffe ab, um ihre Passagiere nach einem Zwischenhalt oder dem Start ihrer Reise von Hamburg aus in die weite Welt zu bringen. Direkt neben dem Terminal befindet sich das Unileverhaus. Hier findet regelmäßig Der.Die.Sein-Markt statt und es gibt verschiedenste Eissorten und – arten. Bei schönem Wetter lässt es sich hervorragend mit einem Eis in der Hand die Sonne genießen, den Blick aufs Wasser oder das gerade ankernde Kreuzfahrtschiff gerichtet.

In dieser Ecke der Hafencity befindet sich auch ein fantastischer Kinderspielplatz am Grasbrookpark. Hier ist es verständlicherweise am Wochenende sehr voll. Wer lieber einen Vorgeschmack auf die musikalischen Elemente der Elphilharmonie möchte, besucht den Elbphilharmonie-Pavillon. Hier lassen sich ebenso die architektonischen Künste des Bauwerks betrachten. Auch andere Konzerte finden gelegentlich zum Beispiel am Strandkai statt.

Die Hafencity eignet sich perfekt für laue Sommerabende, an denen man wahlweise ein dänisches Softeis oder einen dänischen Hotdog im maritimen Ambiente genießen kann. Insbesondere abends, wenn die Touristen nicht mehr da sind und Wege füllen oder versperren, ist es gemütlich und es gibt sehr viel Platz zum gemütlichen Chillen. Habt ihr schon einmal in der Mittagspause an den Magellan-Terrassen gesessen und den täglich variierenden Wasserstand beobachtet? Abends, bei einem Glas Rotwein an den Marco-Polo-Terrassen ist dies noch viel schöner.

Die Hafencity ist mittlerweile mehr als ein Touristenmagnet und das Viertel für diejenigen, die sich hier eine Wohnung leisten können. Hier verbringe ich als Bewohner eines anderen Hamburger Stadtbezirks auch gerne ein paar schöne Stunden draußen.

Über

“Wenn Deutschland, dann Hamburg.” Am liebsten zumindest. Auch wenn es gerade nicht Deutschland ist, Hamburg ist das Zuhause im Herzen. Hier bei Elbmelancholie kann Inga über ihre Erlebnisse in der Hansestadt Hamburg und Gedanken zu den hiesigen Geschehnissen berichten. Stellvertretende Redaktionsleiterin von Elbmelancholie

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