Kaltstart 2014 – Nichts als Theater

Bild: Kaltstart
Kunst und Kultur

Am Donnerstag beginnt zum neunten Mal das Kaltstart Hamburg und wird bis zum 7. Juni die Hansestadt in eine bunte Theaterbühne verwandeln. Das Theaterfestival wurde im Jahr 2006 vom gemeinnützigen Verein Kaltstart e.V. ins Leben gerufen und bietet jungen Nachwuchskünstlern eine ideale Plattform ihre Kreativität und ihr Können unter Beweis zu stellen. Das Festival ist in den letzten Jahren zu einer festen Instanz der Hamburger Kultur- und Theaterszene geworden. Ob Theaterjugend, freie Szene oder Studentenschaft – Kaltstart bietet die Chance der Vernetzung und des Dialogs zwischen Theatermachern und Publikum und insbesondere die Präsentation eigener Ideen junger Kreativer.

Das Festival hat in diesem Jahr fünf verschiedene Themenschwerpunkte:

Die Autorenlounge hat sich in den letzten Jahren zu einer bedeutenden Plattform deutschsprachiger Gegenwartsdramatik gemausert, in der junge Theaterschaffende in einen Diskurs treten und gemeinsam die Präsentation neuer Theatertexte erarbeiten. Die Ergebnisse werden in Zusammenarbeit mit Schauspielern in 20-minütigen szenischen Lesungen dem Publikum dargeboten und zeigen einen Querschnitt aktueller Möglichkeiten und Grenzen theatralen Schaffens. Als Mentorin begleitet Maren Zindel, Lektorin des Rowohlt Theaterverlags, die jungen Autoren und Dramaturgen.

Im Finale am ersten und letzten Festivaltag zeigen Studierende der Hamburger Theaterakademie in den Räumlichkeiten des Kulturhaus III & 70 am Schulterblatt ihr Können. Die Regiestudenten der zweiten und dritten Regiejahrgänge zeigen Projektarbeiten zu Dramatikern wie Beckett, Hauptmann und Fassbinder. Die Schauspielstudenten des zweiten Jahrgangs warten mit dem Stück „Illusionen“ von Iwan Wyrypajew, des wichtigsten russischen Dramatiker seiner Generation, auf.

Die Jugendtheaterszene hat im Themenschwerpunkt Kaltstart Jung die Möglichkeit ihre Spielwut zu demonstrieren. Die 13 bis 24-jährigen der Jugendclubs des Thalia Theaters Hamburg, der Theater Bremen und Lübeck, sowie des Clubs K3 auf Kampnagel, vereinen in ihren Performances Tanz, Musik und Filminstallationen. Unter Anderem wird eine eigene Interpretation des Stücks „Die Räuber“ Friedrich von Schillers zum Besten gegeben und der Kontakt und Austausch mit dem Publikum in anschließenden Publikumsgesprächen gesucht.

Kaltstart Pro vereint darstellende Künstler aus Deutschland, Österreich und der Schweiz. Genauso bunt gemischt wie die Schauspieler sind die dargebotenen Stücke. Vom Musiktheater der Produktion „boys ästhetik“ zur monologischen Form des Stücks „Rum und Wodka“, von gefährlichen Liebschaften im „Quartett“ und den Untiefen des Beziehungslebens in „Kirche des erotischen Elends“ – die Stücke umschreiben alle Facetten des menschlichen Daseins und balancieren zwischen Humor und Beklemmung, Raffinesse und Absurdität. Unterstützt von der Rusch-Stiftung werden dieses Jahr 15 Produktionen an vier verschiedenen Spielorten, darunter die Zeisehallen, aufgeführt.  Jeweils zum Ende der letzten Vorstellung des Tages wird das Publikum herzlich eingeladen, mit Theatermachern und Vertretern der Presse- und Kulturlandschaft die besuchten Stücke Revue passieren zu lassen.

Die Sturmflut ist eine Plattform für freie Theaterschaffende aus Hamburg, die sich und ihre Ideen in 45-minütigen Performances dem Publikum präsentieren können. Die Partyräume Jolly Jumper und Kleiner Donner des Kulturhaus III & 70 werden hierfür zu Bühnen umfunktioniert, auf denen insgesamt 12 Vorführungen präsentiert werden, die von politischem Kabarett  bis hin zu Karaoke-Performances die ganze Bandbreite darstellender Kunst umfassen können. Durch die inhaltliche Freistellung der Stücke entsteht ein buntes Potpourri, in dem sich die Hamburger Theaterszene erproben und austoben kann.

Für alle interessierte Festivalbesucher bietet der Ankerwurf als Festivalspecial in drei Workshops die Möglichkeit, über dargebotene Stücke zu diskutieren, die Funktion von Theater sowie den Umgang mit Sprache in der heutigen Zeit zu beleuchten und sich über die Herausforderungen des Berufseinstiegs in die Theaterlandschaft auszutauschen. Tickets für einzelne Veranstaltungen des Festivals, Tagestickets oder Kombitickets sind im Vorverkauf täglich bis 14 Uhr im Kulturhaus erhältlich oder an der Abendkasse im Festivalzentrum jeweils ab 60 Minuten vor Beginn der Vorstellungen.

Über

Die gebürtige Kölnerin und bekennende Globetrotterin hat die letzten fünf Jahre in Hamburg verbracht, bevor sie im Herbst 2014 die Stelle der Online-Redakteurin an der Hochschule Harz angetreten ist. Ihrer Wahlheimat bleibt sie allerdings treu und schreibt weiterhin für verschiedene Online-Portale rund um die Hansestadt.

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