Konzerte in Hamburg – April 2014

Bild: Kristin Zumpe
Musik und Konzerte, Termine

Winterdepression abgeklungen, Frühjahrsmüdigkeit ausgeschlafen? Hallo April! Du hast ja kaum Pausen zum Ohrenverschnaufen. Vorab aber noch eine kurzfristige letzte Empfehlung für den März: Heute Abend, 31.3., singen und spielen euch Jacob Bellens und Big Fox mit sanften bis poppigen Tönen in einem bestuhlten Doppelkonzert am Flügel der Alfred Schnittke Akademie (Max-Brauer-Allee 24, 22765 Hamburg) in den neuen Monat.

1. – 6. April

Einmal sanft eingeschunkelt darf der April erstmal lo-fi und ruhig ankommen. Stu Larsen singt am 2.4. in der Prinzenbar Lieder über die Liebe und das Leben und die US-amerikanische Songwriterin Angel Olsen fordert am 3.4. im Kleinen Donner dazu auf, auf den Grund eurer gebrochenen Herzen zu schauen. Am 4.4. werden die offenliegenden Wunden zum ewig leidenden Folk von Garda aufgearbeitet. In reduzierter Duo-Besetzung reisen die Dresdner zum Bedroomdisco-Wohnzimmerkonzert an. Zu diesem Konzert wird ausschließlich eingelassen, wer sich bis 3.4. mit vollständigem Namen und ggf. dem der Begleitung per E-Mail an win@bedroomdisco.de (Betreff: GARDA) anmeldet und das Glück hat, zwei Tage vor der Veranstaltung eine Bestätigung in seinem Postfach zu finden. Alternativ werden die Ohren im Gruenspan mit instrumentalem Post und Space Rock des irischen Quintetts God Is An Astronaut ordentlich durchgepustet. Kurt Vile, der höchstwahrscheinlich keiner Vorstellung bedarf, lädt am 5.4. zu einer intimen Solo-Show ins Hafenklang.

7. – 13. April

Am 7.4. sind bzw. waren Entscheidungsfähigkeiten gefragt: In der Großen Freiheit 36 tragen Metronomy all jenen aus ihren Liebesbriefen vor, die sich rechtzeitig um ein Ticket bemüht haben. Wer das versäumt hat, geht ins Knust zu Düster-Pop zwischen Falsettgesang und Bariton: die Kritikerlieblinge Wild Beasts haben mit „Present Tense“ gerade ihr viertes Album vorgelegt und das wird als Anwärter für eines der wichtigsten Alben des Jahres gehandelt. Wem das alles nichts taugt, der tanzt im Gruenspan zum Indie-Pop von Family Of The Year, deren Hit „Hero“ mindestens jeder schon mal gehört hat.

Der Pianist und Komponist Hauschka führt am 8.4. im Nochtspeicher vor, welche Töne ein Klavier zwischen weißen und schwarzen Tasten noch so von sich gibt, wenn er Saiten und Hämmer mit verschiedensten Materialien präpariert. Im Hafenklang geben Listener eine Einführung in das Genre Talk Music. Den Support stellen Vögel Die Erde Essen aus dem Hause Kreismusik (Käptn Peng & Co.) mit apokalyptischem Punk Rock. Am 9.4. wird es entweder im Indra wild hipster-indie mit den Österreichern Bilderbuch, die es zuletzt sogar bis ins Privatfernsehen geschafft haben, oder im Hafenklang wild techno-punk mit den Italienern Killanation. Wem beides eben zu wild ist, der lässt sich in der Prinzenbar in den mystisch-melancholischen Klangkosmos der Schweizer Sängerin Anna Aaron entführen.

Eine Konzertrilogie der Träume beginnt am 10.4. im Uebel & Gefährlich mit Timber Timbre, die dickflüssige „Hot Dreams“ aus ihrem neuen Album zelebrieren. Einmal derartig festgeklebt könnt ihr fast schon vor Ort bleiben, denn am 11.4. wird an selber Stelle der in Wien lebende Brite und Multiinstrumentalist SOHN vorwiegend elektronisch, aber durchaus auch an der Akustikgitarre und mit seinem Gesang voller Soul Herzen schmelzen lassen. Sein heißersehntes Debütalbum „Tremors“ erscheint wenige Tage vor diesem Konzert; es dürfte ebenfalls zu den wichtigsten Alben 2014 zählen. „Dreams“ heißt das kürzlich veröffentlichte Album der Dänen WhoMadeWho und es beherbergt wunderbar leichtgängige Popperlen. Wer für ihr Konzert am 12.4. im Mojo Club keine Tickets mehr erwischt, geht unbedingt oder sowieso in den Kleinen Donner. Dort verzaubert das Leipzig/Hamburger Trio A Forest mit seinem eigenen Entwurf von Pop und lädt alle ein, einen Wald der Unterstützung wachsen zu lassen. Für wen es am Samstag weniger Traumtanz, dafür aber knackig sein muss, dem sei der energiegeladene Punk Pop/Rock des Duos Blood Red Shoes im Uebel & Gefährlich ans Herz gelegt.

Zum Sonntag geht auch mal ein bisschen Literatur, am 13.4. liest Robert Gwisdek, der den meisten eher als Käptn Peng bekannt sein dürfte, im Uebel & Gefährlich aus seinem ersten Roman vor. In „Der unsichtbare Apfel“ geht es neben Äpfeln um den sonderbaren Jungen Igor, Dreiecke und – was sonst?! – Kreise. Am spannendsten dürfte wohl die verbale Umsetzung der Seiten 114 bis 133 werden.

14. – 20. April

Das multinationale Folk-Trio Mighty Oaks verkauft schon seit der letzten Tour eifrig (fast) alle seine Konzerte aus. Auch für das Konzert im Uebel & Gefährlich am 14.4. hieß es schnell sein – es ist bereits ausverkauft. Wegen ebenfalls großer Nachfrage wurde die Rock-Show der Band Of Skulls am 15.4. vom Hafenklang in den größeren Mojo Club verlegt. Wer hingeht, feiere bitte unbedingt auch den Support-Act The Dope ab! Die klingen all american, sind aber aus Bayern.

Die Hamburger Electric Ocean People kommen auf ihrem zweiten Album „Foam“ einigermaßen form- und belanglos daher. Sie sollen dennoch eine Chance bekommen, ihrem Electropop mit weiblichem Gesang live mehr Gestalt zu verleihen. Als Köder haben sie sich zu ihrem Konzert am 17.4. in der Prinzenbar Joasihno eingeladen, der bzw. die, da inzwischen als Duo unterwegs, mit Hilfe von Gebrauchsgegenständen, Musikinstrumenten und Loopmaschine Soundcollagen zu experimentellen Popsongs zusammenfrickeln. Klingt isländisch, ist aber auch aus Bayern. Judith Holofernes hat die Pause ihrer Band Wir Sind Helden genutzt, um einfach mal ein Soloalbum zu veröffentlichen, das es sich erlaubt ein wenig ungebügelt daherzukommen. Am 19.4. stellt sie „Ein leichtes Schwert“ im Docks vor.

21. – 27. April

Highasakite machen sehr hübschen Folk Pop, der von allem unheimlich viel hat: Einflüsse, Instrumente, Bühnendeko. Und inzwischen auch Fans, von denen der bekannteste Justin Vernon sein soll. Am 22.4. spielen die Norweger im Rahmen der Introducing-Reihe im Uebel & Gefährlich. Weniger leichtfüßig, aber nicht minder faszinierend klingt der Psych Rock von Sleepy Sun, die am selben Abend im Goldenen Salon des Hafenklang spielen und auf Kampnagel gibt es mit den Wegbereitern von Ambient und Neo Folk, Current 93, ein Stück Musikgeschichte zu erleben. Um kommt man derzeit fast nicht herum. Wenn die Dänin eine Bühne rockt – am 23.4. die des Uebel & Gefährlich – dann will sie das Publikum mit ihrem souligen Electro-Pop und rotziger Attitüde nicht nur unterhalten, sondern mitreißen.

Zum Ende des Monats wird wieder ein bisschen leiser. Am 24.4. verwandelt Will Samson die Astrastube in einen „akustischen Sehnsuchtsort“ aus verhuschtem Lo-Fi Folk mit Falsett-Gesang. Bedächtig und ungeschminkt bringt das belgische Trio Amatorski seine Songs unters Publikum, am 25.4. stellen sie im Uebel & Gefährlich ihr neues Album „From Clay To Figures“ vor. Die texanische Indie-Rock Band Shearwater spielt am 27.4. im Indra. Ihr aktuelles Album „Fellow Travelers“ entstand als eine Art Gemeinschaftsprojekt aus Coverversionen von und mit Künstlern (u.a. Xiu Xiu und Coldplay), mit denen Shearwater bereits auf Tour waren. Wem das für einen Sonntagabend zu groß ist, der kuschelt sich zu den Balladen der amerikanischen Sängerin, Gitarristin und Malerin Marissa Nadler ins Aalhaus.

28. – 30. April

Kalle Mattson erfüllt am 28.4. im Knust alle Klischees, die diesen jungen kanadischen Songschreibern und Sängern wie ihm so gut stehen. Das Kommt Zusammen Festival Hamburg bietet vom 29.4. bis 1.5. im Uebel & Gefährlich vor allem elektronischer Musik und Workshops zum Thema Subkultur eine Plattform. Es wird von Tino Hanekamp am 29.4. mit der Aktionslesung „Das große Rauschen“ eröffnet, für die er Filme, Musik, Texte, Schnaps und Menschen angekündigt hat. Was man sich darunter im Detail vorzustellen hat, entscheidet sich im Laufe des Abends. Wir beenden unsere Konzertreise durch den April am 30.4. in der Prinzenbar mit zarten Liebesduetten des Dream Pop-Duos Minor Alps.

Alle Konzerte und einige mehr in der Übersicht »

02.04. Stu Larsen, Prinzenbar
02.04. Nick Waterhouse, Mojo Club
02.04. Baskery, klubsen
02.04. Ugly Duckling, Waagenbau
03.04. Angel Olsen, Kleiner Donner
04.04. God Is An Astronaut, Gruenspan
04.04. Sportfreunde Stiller, Sporthalle
05.04. Kurt Vile, Hafenklang
05.04. Meadows Ever Bleeding, Hasenschaukel
05.04. This Void, Kleiner Donner
07.04. Wild Beasts, Knust
07.04. Metronomy, Große Freiheit 36
07.04. Family Of The Year, Gruenspan
07.04. Jonathan Wilson, Uebel & Gefährlich
08.04. Hauschka, Nochtspeicher
08.04. Listener, Hafenklang
09.04. Bilderbuch, Indra
09.04. Killanation, Hafenklang
09.04. Anna Aaron, Prinzenbar
09.04. Lowlakes, Molotow Exil
09.04. Oldseed, Hasenschaukel
10.04. Timber Timbre, Uebel & Gefährlich
11.04. SOHN, Uebel & Gefährlich
12.-13.04. Husum Harbour Festival, Speicher Husum
12.04. WhoMadeWho, Mojo Club
12.04. A Forest, Kleiner Donner
12.04. Blood Red Shoes, Uebel & Gefährlich
13.04. Robert Gwisdek liest: Der unsichtbare Apfel, Uebel & Gefährlich
14.04. Mighty Oaks, Uebel & Gefährlich
15.04. Band Of Skulls, Mojo Club
15.04. The Strypes, Uebel & Gefährlich
15.04. Junior, Molotow Exil
16.04. Ωracles, Clouds Hill Studio (Konzert mit Live-Aufnahme und Videodreh)
17.04. Electric Ocean People, Prinzenbar
17.04. Bring The Mourning On, Hasenschaukel
17.04. Zeds Dead, klubsen
18.04. We Invented Paris, Prinzenbar
19.04. Judith Holofernes, Docks
19.04. Casper, Sporthalle
19.04. Drenge, Molotow Exil
19.04. And One, Große Freiheit 36
22.04. Highasakite, Uebel & Gefährlich
22.04. Sleepy Sun, Hafenklang (Goldener Salon)
22.04. Current 93, Kampnagel
23.04. MØ, Uebel & Gefährlich
25.04. Amatorski, Uebel & Gefährlich (Turmzimmer)
25.04. Daantje & The Golden Handwerk, Hasenschaukel
26.04. I Heart Sharks, Molotow
26.04. Ann Vriend, Hasenschaukel
27.04. Shearwater, Indra
27.04. Marissa Nadler, Aalhaus
28.04. Kalle Mattson, Knust
30.04. Minor Alps, Prinzenbar

Mehr Infos und gelegentliche Freikartenverlosungen zu ausgewählten Themen aus dieser Übersicht gibt’s im Hamburg-Teil des Mittelsterns.

Ihr braucht noch Tickets? Bei der Theaterkasse Schumacher lohnen sich manchmal sogar individuelle Anfragen zu bereits ausverkauften Konzerten. Den privaten Tickettausch unter fairen Bedingungen ermöglicht die Facebook-Gruppe FairVerkauf Hamburg.

Ticketalarm Mai

Diese Konzerte wollt ihr im Mai nicht verpassen und deswegen solltet ihr euch vorsichtshalber rechtzeitig Tickets sichern:
4.5. Chet Faker, Uebel & Gefährlich, 6.5. Reptile Youth, Knust, 7.5. Go Go Berlin, Kleiner Donner, 7.5. Hundreds, Mojo Club, 13.5. Junip, Laeiszhalle, 18.5. Phantogram, Uebel & Gefährlich, 21.5. Douglas Dare, Nachtasyl, 27.05. The Notwist, Laeiszhalle

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Kam im Januar 2013 für einen Job im Musikzirkus von Dresden nach Hamburg, ist trotzdem geblieben und macht jetzt wieder in IT. Abgesehen davon ist sie weiter auf der Suche: aktuell nach einer möglichst zentral gelegenen und bezahlbaren neuen Wohnung und nach guter Musik.

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