Made in Hamburg: Getränke aus der Hansestadt

Bild: Rabea Ganz
Stadtgefühl

Hamburg bietet seit jeher kleineren Firmen die Möglichkeit, sich zu entwickeln und treue Kunden zu finden. Auch ein Grund, weshalb sich heute wieder mehr kleine Manufakturen, Brauereien und Co. im Großraum Hamburg niederlassen. Wir stellen euch in unserer neuen Serie: „Made in Hamburg“ eine Auswahl an kulinarischen Freuden, Flüssignahrung und Kleidung aus der Hansestadt vor.

Auf einen Schluck: Astra, Holsten und meist auch Ratsherren sind jedem Touri bekannt, doch die wahren flüssigen Schätze Hamburgs sind sozial engagiert, nachhaltig orientiert, innovativ oder altbewährt. Prost!

Viva con Aqua
„Wasser für alle, Alle für Wasser!“, lautet der Schlachtruf der Initiative Viva con Agua de St. Pauli. Viva con Agua unterstützt mit Spenden, die bei kulturellen und sportlichen Aktionen gesammelt werden, Wasserprojekte der Welthungerhilfe. Denn als Ziel hat die Initiative, alle Menschen mit sauberen Trinkwasser und Sanitäreinrichtungen zu versorgen. Derzeit werden, laut Viva con Agua, in Äthiopien Brunnen gebaut, in Indien Trinkwasser- und Sanitäranlagen errichtet, in Nepal ein WASH-Projekt realisiert und in Uganda Wasserversorgungsstellen installiert. Das Produkt in der Flasche: Reines Quellwasser aus einem Wasserschutzgebiet, in Husum abgefüllt.

elbgold
Schwarzes Gold: Die Kaffeerösterei elbgold im Schanzenviertel setzt, laut eigenen Angaben, auf einen fairen Direkthandel mit den Kaffeebauern. So seien beide Seiten wirtschaftlich zufrieden. In Hamburg angekommen, werden die Kaffeebohnen in Handarbeit in einem Trommelröster veredelt. Angeboten werden Arabica-Bohnen mit den Ausprägungen sortenrein, blend, Espresso, koffeinfrei und Rarität. Zur Rösterei gehört ein Café, das gerne voll besetzt ist. Mit recht, denn wo sonst bekommt man den vielleicht besten Kaffee der Schanze, wenn nicht hier? Weitere Kaffeeröstereien in Hamburg: torrefaktum Kaffeerösterei, Kaffeerösterei Burg

Samova
Seit 2002 verkauft Samova Tee aus nachhaltigem Anbau. Entstanden ist die Idee, Tee und Kräuter anders zu interpretieren, in den Köpfen von vier Freunden. So entwickelten Journalistin Esin Rager, Medienvermarkter Stefan Müller und die Designer Heinrich Paravicini und Johannes Plass zunächst zehn innovative Kreationen. Heute finden sich im Sortiment weitaus mehr Tees, darunter schräg klingende Sorten wie „Space Cookie“ (Kakaoschale, Fenchel, Ingwer, Süßholzwurzel, Anis, Zimt, Kardamom, Pfeffer und Gewürznelke), „Peaceful Krauts“ (Gerstenmalz, Zichorienwurzel, Apfel, Süßholzwurzel, Hopfenzapfen, Salbeiblätter) oder „Maybe Baby“ (Hibiscusblüten, Sultaninen, Rote Bete-Würfel, Ananaswürfel, Apfelstücke, Karottenflocken, Hagebutte, Süßholzwurzel, Erdbeerstücke).

a pHenomenal Tonic
Neu auf dem Markt: A pHenomenal Tonic ist innovativ, den hier steckt viel Aroma in einer kleinen Flasche. Es ist ein Sirup, der mit Mineralwasser gestreckt, für alle Tonic-Getränke genutzt werden kann. Geschmacklich ist a pHenomenal Tonic süßer, als ein Fertigprodukt. Doch ist die kleine Flasche eine gelungene Alternative für denjenigen, der keine großen Flaschen mehr nach Hause tragen, aber dennoch einen Gin-Tonic genießen möchte.

GIN SUL – Saudade distilled in Hamburg
Die Altonaer Spirituosen Manufaktur destiliert einen besonderen Gin auf Hamburger Boden. Die benötigten Zutaten (unter anderem Wachholderbeeren, Zitronen, Piment und Lavendel) stammen aus Portugal. Das hinzugefügte Wasser, um den Gin auf das gewünschte Volumenprozent einzustellen, aus der Lüneburger Heide. Eine eher seltene Zutat gibt dem Gin Sul seine besondere Note: die leicht bittere Zistrose.
Übrigens: Der Begriff „Saudade“ stammt aus dem Portugiesischen und zählt zu den unübersetzbaren Wörtern. Es beschreibt eine Stimmung zwischen Sehnsucht, Wehmut, einer Art Weltschmerz und nostalgischer Melancholie. Weitere Gins: Omen Gin

PROTOTYP
Die Rückkehr des Geschmacks: Dieses Bier wird derzeit noch nicht in Hamburg gebraut, sondern auf der dänischen Insel Fanø. Doch eigentlich suchen die Brauer dieses Bieres, Oliver Wesseloh und Friedrich Matthies, seit Beginn ihrer Idee, Craft Biere in Hamburg zu brauen, eine passende Location. Um auf hanseatischen Boden endlich loslegen zu können, benötigen sie zirka 200 Quadratmeter und eine Deckenhöhe von mindestens vier Metern. Dann kann die Brauerei mit dem passenden Namen „Kreativbrauerei Kehrwieder“ in der Hansestadt andocken. Weitere Biere aus Hamburg: Kuddel Bier und Gröninger.

Helbing Kümmelschnaps
The 10th Helbing in a row : Erst wer den zehnten Helbing in der Reihe versucht zu trinken, lernt diesen Schnaps zu mögen. Es ist eine Hass-Liebe, die sich durch die Hamburger Bürgerschaft zieht. Verflucht ist der, der eine Buddel an Bord bringt. Doch ohne Helbing wären die ein oder andere hanseatischen Nächte nicht das geworden, was sie geworden sind: phantastisch. Nicht so brennend, wie andere Schnäpse, entfaltet das Hamburger Kultgetränk im Nachgang ein leichtes Kümmelaroma, das selbst Hasser dieses Gewürzes nicht abschreckt. Zumindest fast. Hass-Liebe eben.

Neu in Hamburg: Buddelship Brauerei
Voraussichtlich im März eröffnet in Hamburg eine neue Brauerei. Unter dem Slogan „Bier mit Charakter – Unfiltriert und ohne Kompromisse“ wird in der Buddelship Brauerei Craft Beer gebraut werden, um den Gleichheitstrend deutscher Biere den Kampf anzusagen.

Diese Liste erhebt selbstverständlich keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Haben wir etwas Wichtiges vergessen? Dann teilt es uns in den Kommentaren mit!

Über

Rabea ist Ökotrophologin, freie Journalistin und Bloggerin. Sie lebt auf St. Pauli und schreibt über Hamburg, Food, Kultur und Ansichten.

2 Kommentare

  1. Pingback: Made in Hamburg: Getränke aus der Hansestadt | Mädchen für alle Fälle

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