Klein aber Oho – Microskulpturen im Museum für Kunst und Gewerbe

Bild: Willard Wigan / MKG Hamburg
Kunst und Kultur

Die Kunstwerke des Engländers Willard Wigan sind klein – so klein, dass man sie mit dem bloßen Auge kaum erkennen kann. Große Kunst sind sie dennoch. Aktuell sind sie in Hamburg im Museum für Kunst und Gewerbe, unweit des Hauptbahnhofs, zu bewundern. In zwei Räumen werden die Exponate der Ausstellung „Kleine Welten“ noch bis zum 16. März präsentiert. Der Eintritt kostet 10 Euro, ermäßigt 7 Euro.

Rotkäppchen und der böse Wolf, das Weiße Haus, ein winziger Eisbär – Wigans ‚Microskulpturen‘ bestehen aus Teppichfasern, Nylon oder Sandkörnern und passen mit Leichtigkeit in ein Nadelöhr bzw. auf einen Stecknadelkopf. Die Werkzeuge, mit denen der Brite seine Objekte bearbeitet, hat er größtenteils ebenfalls selber angefertigt. Neben chirurgischen Klingen verwendet er auch Diamantsplitter als Meißel und Wimpern als Pinsel.

Faszinierend und ein wenig ernüchternd zu gleich; Beim Blick durch das Mikroskop wunderschön, mit einem halben Meter Abstand schon kaum noch zu erahnen. Prinz Charles höchstpersönlich hat Wigan einen Ritterorden für seine künstlerischen Verdienste verliehen. Doch nicht nur für die Monarchen ist der Engländer interessant: Mittlerweile werden Wigans Techniken auch unter Chirurgen und Nano-Technikern diskutiert.

Als Gastredner bei der TED-Konferenz in Oxford erklärte Wigan seine Arbeitsweise – wie er als Kind schon von Ameisen begeistert war und begann, Ihnen Häuser zu bauen; wie er seine Pulsfrequenz kontrolliert und zwischen zwei Herzschlägen arbeitet und wie er versehentlich einmal Alice (im Wunderland) eingeatmet hat. O-Ton seiner Ausführungen: „Es kommt nicht immer auf die Größe an – viel mehr sollten wir uns den kleinen Dingen in unserer Umwelt widmen.“

Von Josefine Schaefer

Über

Dieser Text wurde von einem Gastautor verfasst.

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