Ich bin ein Hamburger, holt mich hier raus!

Bild: Esther Gückel
Wochenrückblicke

Good morning in the morning, Hamburg. Bei zweistelligen Minusgraden kämpften die Kandidaten unseres Wochenrückblicks diese Woche um die Krone. Wer wird Königin oder König des Meldungsdschungel? Und wer wird von den Hamburgern nach Hause geschickt?

Kein Camp ohne eine ordentliche Ekelprüfung mit Fleischabfällen. Die hatten wir diese Woche natürlich auch in Hamburg – oder zumindest in der Nähe – anzubieten: Das traditionelle Schlachtfest in Kiekeberg bot die Möglichkeit, den Schlachtern bei der Zubereitung von Würstchen und Co. zuzuschauen. Das Schlachtfest findet jährlich statt, daher lässt sich sagen: „Metzger, du bist es… …nicht.“

Wenn in Hamburg eine Krone zu vergeben ist, ist Olaf Scholz nicht weit. Er wurde diese Woche für die Schatzsuche ausgewählt und gab sich einmal mehr in einem „Interview“ Mühe, den Schatz Hamburgs unter der Erde zu finden. Der U-Bahn-Ausbau schien erneut sein Wohlfühlthema zu sein. Aber ein paar Worte fand er freilich auch zum Gefahrengebiet. Die Regel möchte der Anwärter auf die Krone nicht in Frage stellen. Um die Zuschauerstimmen wirbt er jedoch mit folgendem Satz: „Die Hamburger und Hamburgerinnen können sich erst einmal darauf verlassen, dass ich, wie versprochen, zur Bürgerschaftswahl antrete und dass ich mich darum bewerbe, erneut Bürgermeister zu werden und das auch für sehr lange Zeit zu bleiben, weil das ist ein tolles Amt. Die Bürgerschaft hat ja sogar beschlossen, dass die nächste Legislaturperiode fünf Jahre dauert und das gefällt mir sehr.“ Wir sagen: „Olaf, du bist es… …vielleicht.“

Auch Olafs Parteifreund Andy Grote wirbt um die Hamburger Dschungelkrone: Der Bezirksamtsleiter Mitte drückt ordentlich auf das Tempo, wenn es darum geht, die Esso-Häuser abzureißen. Der Verdacht: Das Thema soll vor der nächsten Dschungelprüfung, der Wahl der Bezirksversammlung, erledigt sein. Ob er damit genug Sterne nach Hause holt?

Vielleicht sorgt aber sein Vorgehen in einer anderen Dschungelprüfung bereits dafür, dass die Zuschauer ihn rauswählen. Im Strategie-Abenteuer „Der Zaun von W“ sagte Andy: „Wir sind zu der Bewertung gekommen, dass wir mit einem erheblichen Maß an Vandalismus, an Beschädigungen, Diebstählen und missbräuchlicher Nutzung rechnen müssen, wenn dieser Park rund um die Uhr und ohne Zaun geöffnet ist.“ Gemeint ist der Inselpark in Wilhelmsburg, der zwar öffentlich, nicht aber frei und durchgängig zugänglich sein soll. Das gesamte, kritische und daher besonders lesenswerte Interview von Annabel Trautwein findet ihr bei Wilhelmsburg Online. Und auch zu Andy heißt es: „Du bist es… …vielleicht.“

Damit stehen die beiden Kandidaten fest, die die Hamburger womöglich nach Hause schicken werden. War sonst noch was? Action natürlich! Nahe des Tierparks fanden die German Masters 2014 im Curling statt. Ironie des Ganzen: Bei -11 Grad Außentemperatur war es in der Eishalle wärmer als draußen. Ich sag ganz ehrlich, wenn es nicht bald wieder wärmer wird oder es gar noch anfängt zu schneien, fahre ich zum Airport und schreie:

„Mir ist kalt, holt mich hier raus!“

Über

Andreas kam 2010 zwei Monate für ein Praktikum nach Hamburg. Im Sommer 2012 kehrte er nach abgeschlossenem Studium zurück, um hier als Journalist zu arbeiten. Twitter: @youdazandreasgriess.de Redaktionsleiter von Elbmelancholie

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