Neues Jahr, neue efahrenzone

Bild: Janina Bolley
Wochenrückblicke

Na, einen guten Rutsch gehabt oder steht ihr, während ihr diesen Text lest, noch an der arderobe und wartet auf eure Jacken? Wenn letzteres der Fall ist, habt ihr Silvester wohl auf der großen MTV-Party verbracht. Da ging ja nicht viel zusammen, viele äste sind sauer. Die Mopo berichtet vom “Riesen-Ärger um Silvester-Fete”: Der angeworbene „Traumblick über die Elbe“ sei offenbar von Bauzäunen umstellt gewesen, auf etränke hätten die Partybesucher minutenlang warten müssen und Jacken seien verloren gegangen. Auch Bekannte der Elbmelancholie-Redaktion waren vor Ort. Eine kleine Randnotiz von ihnen: Sie waren mit VIP-Karten dabei. Davon gab es jedoch offenbar eine ganze Menge. Als sie vor Ort waren, hatten die Veranstalter zumindest zunächst keine entsprechenden Bändchen mehr. Der Eintritt verzögerte sich so um viele Minuten.

Während die einen feierten, mussten die anderen arbeiten. Vor allem die Feuerwehr hatte in der Silvesternacht erwartungsgemäß einiges zu tun. In ihrer Einsatzstatistik lässt sich recht präzise ablesen, wann das neue Jahr begann:

Insgesamt rückte die Hamburger Feuerwehr im Zeitraum von 18:00 Uhr bis 06:00 Uhr zu 308 Bränden (davon 228 kleine Feuer wie Mülleimer), 34 technischen Hilfeleistungen und 757 Rettungsdiensteinsätzen aus. Damit waren es etwas mehr Einsätze als zum Jahreswechsel 2012/2013. “Besonders hervorzuheben sind leider wieder viele, teils schwerwiegende, Verletzungen durch Feuerwerk. Dieses Jahr gab es vor allem viele Kinder und Jugendliche, die durch Feuerwerk verletzt wurden. Das jüngste Kind war 7 Jahre alt”, schreibt die Feuerwehr. Und noch eine andere negative Sache berichtet sie: “Leider wurden die Einsatzkräfte auch mit Feuerwerk beworfen und zwei Einsatzfahrzeuge an einer Einsatzstelle mutwillig beschädigt.”

Angriffe auf Einsatzkräfte stehen auch im Zentrum einer anderen Angelegenheit, die die Stadt in dieser Woche beschäftigt. “In den vergangenen Wochen wurden wiederholt Polizeibeamte und polizeiliche Einrichtungen angegriffen”, heißt es in einer Pressemitteilung der Polizei. In der gleichen Meldung gibt die Polizei die Einführung einer efahrenzone für Teile von Altona, St. Pauli und Sternschanze bekannt. Diese gilt seit Samstag (4.1.) und bis auf Weiteres. In dem ebiet können die Polizeibeamten nun Personen und mitgeführte Sachen kontrollieren, Platzverweise erteilen, Aufenthaltsverbote aussprechen und Personen in ewahrsam nehmen. Das Echo auf diese Entscheidung ist überwiegend negativ und wird sicher die Lage in der Szene alles andere als beruhigen. Interessant ist die Formulierung in der Mitteilung. Darin heißt es im Hinblick auf die Angriffe auf Beamte und die Ausschreitungen kurz vor Weihnachten, dass die efahrenzone “vor diesem Hintergrund” eingerichtet werde – nicht “deshalb”.

Die Bild hat diese Woche jedoch den wahren Skandal in dieser Stadt entdeckt: Bei Block House bekommen 14-Jährige keinen Kinderteller! Das Blatt spricht von einem „Eklat“ und „beschämenden Vorfall“. Zu Recht, immerhin liebt die kleine Marie (14) „Puty the Kid“. Mir gings mit 14 ähnlich, da habe ich mein erstes Rammstein-Album gekauft.

Falls ihr euch übrigens gewundert habt, warum in diesem Text von dem Buchstaben, der im Alphabet nach F kommt, alle großen Buchstaben fehlen: Wir haben unseres einem großem Internetunternehmen in dieser Stadt geliehen. Das hat seines nach Weihnachten nämlich verloren und nicht wiedergefunden – und das wo es sich mit der Suche doch eigentlich gut auskennen sollte.

Wir wünschen einen guten Start in die kommende Woche.

Über

Andreas kam 2010 zwei Monate für ein Praktikum nach Hamburg. Im Sommer 2012 kehrte er nach abgeschlossenem Studium zurück, um hier als Journalist zu arbeiten. Twitter: @youdazandreasgriess.de Redaktionsleiter von Elbmelancholie

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