Die ganze Stadt eine Bühne – und wir die Protagonisten

Bild: Inga Zimmermann
Wochenrückblicke

Na, wurdet ihr diese Woche geblitzt? Am Donnerstag feierte die Polizei eine ganz besondere Party für die Staatskassen: Den Blitzermarathon. In Hamburg wurden fast 300.000 Autos kontrolliert. Beinahe 2.900 Regelverstöße wurden dabei festgestellt: Hauptsächlich zu schnelles Fahren, aber auch Fahren ohne Führerschein und Alkohol sowie Drogen am Steuer. Insgesamt zeigte sich die Polizei nach eigenen Angaben überrascht davon, wie sehr die Hamburger ihre Fahrweise angepasst hätten. Nun ja, wir Hamburger sind ja nicht ganz blöd.

Auf St.Pauli ging es in dieser Woche hochpolitisch zu. Am Freitag führte die Polizei Personenkontrollen im Umfeld der St. Pauli Kirche durch. Dort finden derzeit Flüchtlinge aus Afrika Unterkunft. Bei den Kontrollen wurden zehn Personen ohne Papiere vorläufig in Gewahrsam genommen. Gegen die Maßnahmen erwuchs schnell Widerstand unter den Anwohnern, so dass es zu einer spontanen Demonstration mit 500 Menschen kam. Noch eine Nachricht aus St. Pauli: Dort erhitzt der Tourismusverband die Gemüter, mit seiner geplante Seilbahn über der Elbe. Der Verband brachte für sein Vorhaben bereits ein Bürgerbegehren auf den Weg.

Auf den Theaterbühnen der Stadt findet noch bis zum 10. November das diesjährige Hamburger Theaterfestival statt. Spielstätten sind Kampnagel, das Thalia und St. Pauli Theater. Zu Gast in unserer Stadt sind Ensembles aus Deutschland und Österreich. Aufgeführt werden Klassiker wie Hans Falladas „Kleiner Mann, was nun?“, aber auch unbekanntere Stücke wie Anton Tschechows „Onkel Wanja“.

Noch ein ernstes Thema zum Schluss: Falls ihr am Wochenende am Rathausmarkt vorbei gekommen seid, dann stach euch bestimmt ein Rudel aus 1.600 Pandabären ins Auge. Die waren vielleicht ganz süß anzusehen, die Aktion des WWF hat aber einen sehr ernsten Hintergrund: Nur noch 1.600 dieser Tiere leben in freier Wildbahn. Darauf wollte die Organisation aufmerksam machen, die mit den Tieren aus Pappmaché bereits durch ganz Deutschland reiste. Hamburg war nun die letzte Station.

Wir wünschen einen schönen Ausklang dieser ereignisreichen Woche!

Über

Judyta Smykowski, 26, kommt aus Hamburg, lebt in Berlin und arbeitet für die taz und leidmedien.de. Judyta ist Gründungsmitglied von Elbmelancholie. Ihre Themenschwerpunkte sind Gesellschaft, Kultur und Internet. Twitter: @jusmykkreativundgnadenlos.wordpress.com

1 Kommentar

  1. #KeineSeilbahn über unsere(n) Köpfe(n)
    Die Profit-Seilbahnbefürworter gehen bewusst von falschen Zahlen aus. Die Initiative gibt an, dass Touristen üblicherweise nicht mit dem Auto kommen. Aber es kommen ja bestimmt auch Leute extra wegen der Seilbahn. Außerdem wusste die Stage auch schon, als sie 2011 angefangen hat, zu sagen: Wir schenken euch eine Seilbahn, dass es ein zweites Musicaltheater geben wird und sich somit auch die Belastung für den Stadtteil verdoppelt.
    http://www.taz.de/Anti-Seilbahn-Initiative/!135794/

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