Von wütenden, hübschen und feiernden Hamburgern

Foto: Frank Nocke / fotos.nocke.de Lizenz: CC-by 3.0
Wochenrückblicke

In Hamburg kann man es schön haben, wenn man am Eppendorfer Baum aussteigt. Das behauptet zumindest die Ansage der U-Bahn-Haltestelle. Leider kann diese Schönheit nun sogar bis zum 5. August aufgrund von Bauarbeiten nicht genossen werden. Ursprünglich war der 28. Juli angepeilt. Es dauert alles mal wieder ein bisschen länger, allerdings für einen sinnvollen Zweck, dem barrierefreien Ausbau der Haltestelle.

Dafür konnte man in dieser Woche zu einem anderen schönen, aber wohl auch besonders vollem Platz, den Landungsbrücken, pilgern. Dort fand am Samstag der Welt-Astra-Tag statt. Vom Hafen ist der Kiez nicht weit, wo an diesem Wochenende bestimmt wieder der eine oder andere Jungesell(in)en-Abschied stattfand. Doch auch auf der Schanze am Schulterblatt häufen sich diese Art der Abschiede und das, obwohl die Menschen hier doch „entspannt und hübsch“ seien. Etwa im Gegensatz zu hässlicheren Bräuten und Bräutigamen auf dem Kiez? Man weiß es nicht.

Hübsche, aber aufgebrachte, wenn nicht gar wütende Menschen versammelten sich Samstag in mehreren deutschen Innenstädten. Unter dem Motto „Stop Watching Us“ haben bei uns laut Mopo, die sich auf Polizeiangaben bezieht, rund 2000 Menschen gegen das amerikanische Spähprogramm PRISM und die Reaktionen von Seiten deutscher Politiker darauf demonstriert. In Hamburg marschierten die PRISM-Gegner in der Nähe des Hauptbahnhofs los. Ihr Ziel war die Reeperbahn.

Auf Krawall-Hamburger stießen am Freitagabend Beamte der Hamburger und der Bundespolizei, sowie Kontrolleure der Hochbahn und der Deutschen Bahn in den Bereichen Hauptbahnhof, Altona und Jungfernstieg. Das Ergebnis der groß angelegten Kontrollen von 5760 Passagieren waren über 200 Anzeigen wegen Widerstands, Beleidigung, Körperverletzung und „Erschleichung von Leistungen“.

Noch ein wehmütig stimmendes Thema zum Schluss: Der Axel-Springer-Verlag verkauft zum 1. Januar 2014 das Hamburger Abendblatt an die Funke Mediengruppe aus Essen, die unter anderem die WAZ herausgibt. Chefredakteur Lars Haider beteuert, dass sich für die Leser nichts ändere. Was sich für die Redakteure ändert, bleibt leider abzuwarten.

Über

Judyta Smykowski, 26, kommt aus Hamburg, lebt in Berlin und arbeitet für die taz und leidmedien.de. Judyta ist Gründungsmitglied von Elbmelancholie. Ihre Themenschwerpunkte sind Gesellschaft, Kultur und Internet. Twitter: @jusmykkreativundgnadenlos.wordpress.com

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