ADAC: Wasserqualität im Hohendeicher See sehr gut, im Stadtparksee bedenklich

Bild: Andreas Grieß
Debatte

Was für eine Hitze. Da hilft eigentlich nur noch der Sprung ins kalte Wasser. Dementsprechend voll ist es derzeit auch an und in den Badeseen der Stadt. Schwimmen in der Natur – das hat doch was. Außerdem ist das Wasser angenehmer, als das mit Chlor versetzte in den Hallenbädern. Doch ist es auch wirklich gesünder? Der ADAC hat deutschlandweit die Wasserqualität verschiedener Badeseen getestet. In Hamburg gab es drei Mal die Note „sehr gut“, aber auch in zwei Fällen das Prädikat „bedenklich“. Eine Badestelle bewertete der ADAC mit „ausreichend“.

Unbedenklich und somit empfehlenswert ist demnach der Hohendeicher See in Ochsenwerder. Sowohl an der Badestelle am Westufer, als auch an der am Südufer konnten bei den vier Messungen jeweils nur sehr geringe Belastungswerte für Intestinale Enterokokken und E.Coli nachgewiesen werden. Der E.Coli-Höchstwert lag hier bei unter einem Zehntel des Grenzwertes, in der Regel war er jedoch unterhalb des Prozentbereichs.

Wer wie ich jedoch zum Baden nicht bis Ochsenwerder hinausfahren will, wird eher den Stadtparksee als sein Ziel wählen. Glaubt man dem ADAC, sollten Hamburger in diesem Fall lieber den Eintritt (3 Euro für Erwachsene) für das Naturbad zahlen, statt kostenlos am Westufer ins Wasser zu steigen. Das Naturbad erhielt das Urteil „sehr gut“ und weist ähnlich gute Werte wie der Hohendeicher See auf. Am Westufer schaut es schlechter aus. Die Note hier: „bedenklich“. Insgesamt stellten die Tester hier die schlechtesten Werte für alle in Hamburg geprüften Badeseen fest. Der E.Coli-Wert ist zwar deutlich unter dem Grenzwert für ein Badeverbot, erreicht in der Spitze jedoch etwa ein Drittel dessen. Aber: Dieser Spitzenwert von 613 KbE/ 100 ml stammt aus dem August 2012. Im Mai diesen Jahres wurden nur noch 76 KbE/ 100 ml gemessen.

Der Öjendorfer See in Billstedt ist laut ADAC nicht zu empfehlen. Die nördliche Badestelle am Ostufer erhielt ebenfalls die Bewertung „bedenklich“. Die südliche Badestelle hier wurde mit „ausreichend“ bedacht. In Sachen E.Coli stellten die Prüfer hier auch keine Besserung im Vergleich zum Vorjahr fest. Zudem sind an beiden Badestellen zeitweise hohe Belastungen durch Intestinale Enterokokken protokolliert. In der Spitze maßen die ADAC-Fachmänner 208 KbE/ 100 ml, der Grenzwert liegt bei 700 KbE/ 100 ml. Außerdem bemängelt der ADAC zeitweise Vogelkot an der Messstelle des Öjendorfer Sees.

Unterm Strich heißt dies also: Nach Ochsenwerder fahren oder Eintritt im Naturbad des Stadtparksees zahlen. Allerdings ist zu betonen, dass auch bei den schlecht bewerteten Badestellen die Werte deutlich unter den Grenzwerten für ein Badeverobot liegen. Der ADAC gibt aber zu bedenken, dass die an den Flachstellen der Seen gemessenen Werte vor allem eine Gefahr für Kinder bedeuten können, die hier im Wasser spielen. Die Elbe wurde vom ADAC nicht untersucht. Im Vergleich zu anderen Städten schneidet Hamburg übrigens schlecht ab. In Frankfurt, Hannover, Köln, Leipzig und München vergab der ADAC kein „bedenklich“. Aber auch hier ist nicht jeder See „sehr gut“.

Über

Andreas kam 2010 zwei Monate für ein Praktikum nach Hamburg. Im Sommer 2012 kehrte er nach abgeschlossenem Studium zurück, um hier als Journalist zu arbeiten. Twitter: @youdazandreasgriess.de Redaktionsleiter von Elbmelancholie

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