Buntes Hamburg

Bild: Maria Sonnek
Wochenrückblicke

Diese Woche gbt es allerlei buntes aus Hamburg zu berichten. Und wenn wir von bunt sprechen, dann meinen wir auch bunt. Vor allem vom Schlagermove kann man behaupten, dass er bunt ist. Der zog am vergangenen Samstag durch die Straßen Hamburgs, begleitet von diversen Warm-Up- und Aftershow-Partys. Deshalb konnte man bereits am Freitag schrill gekleidete Menschen mit komischen Perücken und Blumen Schlaghosen durch Hamburgs Straßen ziehen sehen. Hin zum Heiligengeistfeld, wo ab 19:30 DIE Warm-Up-Party startete: „Plattenaufleger servieren die ewigen Klassiker des deutschen Liedguts“. Ausgeschlafen und mit Sonnenbrille und Blumenkette aufgehübscht zog die Schlagermove-Karawane dann am Samstag ab 15 Uhr hinter 45 Trucks weiter. Wer sich nach diesem Event noch auf den Beinen halten konnte (und ein Aftershow-Ticket besaß), tanzte ab 17 Uhr auf der großen Aftershow-Party auf dem Heiligengeistfeld.

Wer wissen will, wie man dem ganzen Trubel entkommt, der ist mit der HVV-App gut bedient, die vor kurzem ein Update erfahren hat: Das switcHH-Angebot ist nun integriet, was bedeutet, dass der Nutzer nun auch Verbindungen via Taxi, Europcar oder car2go angezeigt bekommt. Da dies aber vermutlich nur in Ausnahmen das Mittel der Wahl ist, nervt der zusätzliche Klick, bevor nur die ÖPNV-Verbindungen angezeigt werden mächtig. Doch man kann die Zusatzangebote ausschalten. Die Option wurde jedoch gut versteckt: Sie findet sich nicht unter Optionen. Stattdessen muss der Nutzer zunächst den Menüknopf (drei Punkte), anwählen. Dort gibt es die Auswahlmöglichkeit „Einstellungen“, worunter wiederum die „Ergänzenden Mobilitätsangebote“ zu finden sind, die einzeln ausgeschaltet werden können.

Zwar ist es durch die Internationale Gartenschau (igs – 26.4. bis 13.10.2013) in Wilhelmsburg schön bunt und man kommt auch gut mit dem HVV hin, doch wurde sie von Anfang an argwöhnisch beäugt. Nicht zuletzt wegen der Eintrittspreise, die mit 21 Euro Normaltarif und 17 Euro Hartz IV-Tarif (Studenten und Auszubildende zahlen genauso viel) ziemlich happig ausfallen. Da ist es nicht verwunderlich, dass die Besucherzahlen nicht rosig sind. Etwa 6000 Besucher am Tag sind wohl zu wenig. Die Veranstalter bieten nun Sonderangebote an: Kinder von 7 bis 17 Jahre bekommen in den Ferien Montags freien Eintritt. Außerdem soll das Feierabendticket für 9 Euro bis Herbstbeginn um eine Stunde, auf 17 Uhr vorgezogen werden. Na immerhin!

Während sich die einen querstellen, öffnen sich die anderen…Angebot und Nachfrage wird eben nicht von jedem verstanden. In Altona schon. Denn dort im Phoenixhof eröffnete am letzten Wochenende mit „Veganz“ der erste Vegane Supermarkt Hamburgs, der  neben einer großen Palette rein pflanzlicher Lebensmittel auch Kosmetik-, Haushalts-, Hygieneartikel und sogar Tiernahrung anbietet. Mit einem veganen Schuhgeschäft und dem veganen Bistro „Fairy Food“ als gut ausgesuchte Nachbarn, bietet das „Veganz“ also alles, was das „Wir lieben Leben“-Herz begehrt.

Was das Herz begehrt gab es bisher im Haus 73. Ob der Lolli im kleinen Kiosk, der leckere Kakao am Nachmittag oder das Tanzen bis in die frühen Morgenstunden im Anbau. Doch all das bunte Leben ist in Gefahr: Wie in einer Pressemitteilung bekannt gemacht wurde, steht die Konzert- und Kultur-Location in der Schanze vor dem finanziellen Aus. Doch hinnehmen will das Team das nicht, sondern will eine bereits gestartete programmatische Neuausrichtung weiter und vor allem beschleunigter vorantreiben und sich konsequenter auf Kultur ausrichten. Dabei wird das Haus 73 „in doppelter Hinsicht zum Gestaltungsraum, denn eine solche Neuausrichtung ist nur mit der Unterstützung Vieler zu bewältigen. Alle Hamburger Kulturbegeisterte und Kulturschaffende sind aufgerufen die III&70 zu unterstützen. Von der Solidaritätsbekundung bis zur Spende ist alles willkommen. Wir sind der festen Überzeugung, dass wir der Stadt Hamburg mit der Neuausrichtung der III&70 einen bereichernden Ort der kreativen Möglichkeiten schaffen und wollen zu einem identifikationsstiftenden und überregional beachteten Impulsgeber werden.“
Hoffen wir, dass dieser Kulturraum weiterhin bestehen bleibt und dass sich gute Ideen finden, die das Haus 73 retten.

Über

Ende 2008 für ein Praktikum nach Hamburg gekommen, von 2009-2014 bei einem Musikvertrieb tätig gewesen und nun auf Island.

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