Zwischen Wohnungssuche und Europameisterschaft

Bild mir freundlicher Erlaubnis.
Sport

Am morgigen Freitag um 19:05 Uhr starten mit Diana und Elina Sujew zwei “Hamburgerinnen” in Göteborg bei der Leichtathletik-Europameisterschaft. Sie treten dann im Vorlauf über 1500 Meter an – zusehen übrigens live auf Eurosport. So richtige Hamburger sind die Zwillinge jedoch nicht. Noch nicht. Nach der EM soll sich das ändern, wie sie mir verrieten.

Seit Anfang des Jahres starten die beiden 22-Jährigen für das Laufteam Haspa Marathon Hamburg. Ihre Trainerin Beate Conrad zog es von Potsdam in unsere schöne Stadt und sportlich folgten die Zwillinge ihr. Doch auch wenn sie das Trikot gewechselt haben, leben sie aktuell noch in Potsdam. Dorthin wechselten sie 2008 – ausgerechnet aus Frankfurt. Warum ausgerechnet? Mich zog es im gleichen Jahr aus NRW kommend gerade in die Nähe von Frankfurt. Doch als ich meine beruflichen und auch sportlichen Zelte unweit der Mainmetropole aufschlug, gingen Diana und Elina gerade weg. Über die Füße liefen wir uns daher nur auf einigen größeren Wettkämpfen.

Das könnte sich bald ändern, wenn aus den Vereins-Hamburgerinnenn richtige Hamburgerinnen werden: „Wir planen im April umzuziehen, falls wir eine passende Wohnung finden“, sagen die beiden. Suchen würden sie schon die ganze Zeit, bislang sei jedoch noch nichts Passendes dabei gewesen. Wohnungssuche in Hamburg: Auch für Leistungssportler ein Problem, wenn man nicht gerade Rafael van der Vaart heißt. Nach der EM soll das Thema aber richtig angegangen werden: „Vorher will man sich nicht so ein Stress machen“, sagen sie.

Solange Diana und Elina noch keine Wohnung haben, sehen sich die jungen Läuferinnen auch noch nicht als Hamburgerinnen. Aber die Stadt haben sie bereits ein Stück weit in ihr Herz geschlossen: Die Bedingungen seien mit Stadtpark und Alster schon einmal sehr gut. „Hamburg ist eine sehr schöne und coole Stadt!“, so die Zwillinge. Vor allem sei der Lifestyle ein ganz anderer als in Potsdam. Die beiden sagen aber auch: „Hamburg ähnelt unserer Meinung nach auch Berlin, da die Leute ungefähr gleich drauf sind.“ Wenn die beiden nicht nur Hamburg in ihr Herz schließen wollen, sondern auch andersherum von den Hamburgern ins Herz geschlossen werden wollen, sollten sie diese Aussage vermutlich noch einmal überdenken.

Doch lassen wir die beiden erst einmal Götteborg rocken. Und ab dem Frühjahr werden ich und sicher auch viele andere Hamburger sie im Stadtpark oder an der Alster beim Training zu sehen bekommen. Dieses Mal bin ich ja vor ihnen in der Stadt und kann versprechen: Das Laufen macht hier Spaß – wenn es nicht mal wieder regnet oder schneit.

Bleibt nur den beiden viel Erfolg für die Europameisterschaften und die Wohnungssuche zu wünschen. „Wir wollen gerne beide ins Finale“, legen sie ihr Ziel fest.„Im Finale werden die Karten dann neu gemischt.“ In Göteborg soll es also in den Endlauf gehen. In Hamburg übrigens nach Winterhude, Eppendorf oder Barmbek.

PS: Mit Sebastian Bayer vom Hamburger SV ist im Weitsprung ein weiterer Sportler aus unserer Stadt in Göteborg am Start.

Über

Andreas kam 2010 zwei Monate für ein Praktikum nach Hamburg. Im Sommer 2012 kehrte er nach abgeschlossenem Studium zurück, um hier als Journalist zu arbeiten. Twitter: @youdazandreasgriess.de Redaktionsleiter von Elbmelancholie

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